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SMC – das Science Media Center Germany

Wir sind eine journalistisch arbeitende, unabhängige und gemeinwohlorientierte Institution. Unser Team unterstützt Medienschaffende kostenfrei bei der Berichterstattung über Themen mit Wissenschaftsbezug. Unsere Ziele sind im Gesellschaftsvertrag niedergelegt.

Mit einem ständig wachsenden Netzwerk von derzeit mehr als 1.000 mitwirkenden Forschenden unterstützen wir aktuell über 1.600 akkreditierte Medienschaffende bei ihrer Berichterstattung - mit Fachwissen aus den Wissenschaften. Wir liefern Evidenz und Fakten aus den Wissenschaften. Und das unabhängig, schnell und verlässlich.  

Insbesondere wenn tagesaktuelle Ereignisse Bezug haben zu wissenschaftlicher Expertise oder neue Forschungsergebnisse für öffentlichen Wirbel sorgen, stehen Medienschaffende vor erheblichen Herausforderungen: 

     

  • Wo zeitnah verlässliches Fachwissen in den Wissenschaften finden? 
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  • Woher Expertise von aussagewilligen Fachleuten erhalten für Zitate oder Zusatzinformationen?   
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  • Wie rationale Argumente in polarisierten Debatten finden?  
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Genau hier fängt unsere Arbeit an. Zu neuen Studien und in komplexen Sachlagen holen wir proaktiv ausgewiesene Expertisen ein, bringen reputierte Fachleute und Medienschaffende in virtuellen Press Briefings in direkten Austausch und fassen faktenbasierte Erkenntnisse zusammen. Diese Rohstoffe geben wir unmittelbar an die bei uns akkreditierten Medienschaffenden weiter.

Damit liefern wir in den Themengebieten Medizin und Lebenswissenschaften, Klima und Umwelt, Energie und Mobilität sowie Digitales und Technologie und mit unserem Netzwerk von Forschenden einen echten Mehrwert für die Berichterstattung.

Zusätzlich entwickeln wir im SMC Lab datenbasierte Werkzeuge für den digitalen Wissenschaftsjournalismus der Zukunft.

Wir tun aber noch mehr. Wir wollen als Intermediär den Austausch von Informationen und den Dialog zwischen Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit befördern.

Für unser Wirken erhielten wir im Juli 2020 den Leuchtturm Sonderpreis des Netzwerks Recherche für »besondere publizistische Leistungen« in der Corona-Pandemie. »Gerade in Zeiten wie diesen profitieren viele Redaktionen von der Kompetenz der Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten. Deshalb wollen wir alle diejenigen würdigen, die sich durch ihre langjährige Erfahrung diese Kompetenz erworben haben. Das SMC ist dafür ein herausragendes Beispiel«, so die Begründung.

Unser Motto:  Wir lieben Aufklärung!  

Unsere Redaktion besteht aus zehn Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten mit den Schwerpunkten aus den vier Ressorts Klima und Umwelt, Energie und Mobilität, Digitales und Technologie und Medizin und Lebenswissenschaften.

Unser Lab mit seinen zwölf Mitarbeitenden ist das Entwicklungslabor des SMC. Es unterstützt die Redaktion dabei, gesellschaftlich relevante Themen datengetrieben zu vertiefen. Hier entwickeln wir datenbasierte Werkzeuge für den digitalen Wissenschaftsjournalismus der Zukunft. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Labs.

Innovation Digitale Medien begleitet unsere neuen, teils sehr komplexen und innovativen Angebotsformate mit jeweils wechselnden, projektbezogenen Teammitgliedern.

Unser Team ist geeint in seinen Überzeugungen:

     

  • Wir arbeiten ausgewogen auf der Grundlage gerechtfertigter Überzeugungen.
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  • Wir stellen Argumente vor Meinungen.
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  • Wir wollen wissenschaftliche Erkenntnisse und deren Methodik nachvollziehbar machen.
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  • Wir wollen Argumente von kundigen Forschenden für den öffentlichen Diskurs bereitstellen.
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  • Wir wollen nicht Agitation betreiben, sondern Konsens ausloten.
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  • Wir kritisieren Desinformation und wollen daher diese Strategien sichtbar machen.
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Unsere Ziele bemessen sich an den Herausforderungen, vor denen der Journalismus und unsere Wissensgesellschaft stehen. Wir wollen herausfinden:

     

  • Was ist neu?
    Wir versuchen, angesichts der Flut der wissenschaftlichen Publikationen, unseren Themenradar wachsam auf die Entwicklungen der Wissenschaft zu richten und neue Erkenntnisse auszumachen.
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  • Was ist wichtig und relevant?
    Wir versuchen, angesichts der aktuellen, mittelfristigen und langfristigen Herausforderungen die unwichtigen von den wichtigen, die irrelevanten von den relevanten Themen auszumachen.
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  • Was gehört wohin?
    Wir streben Kontextualisierung an und Einordnung in bereits geklärtes Wissen.
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  • Wer weiß was am besten?
    Wir verfeinern unsere Meta-Expertise und bemühen uns, jeweils die Expertin oder den Experten zu finden. Wir suchen nicht die enzyklopädische Breite, sondern die wissenschaftlich erwiesene Expertise auf einem Fachgebiet.
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  • Was wird gebraucht?
    Wir suchen nicht Meldung um der Sensation, Innovation um der Neuerung willen, sondern fragen nach dem, was die Zielgruppe jeweils braucht. Wir sind da für unsere primäre Zielgruppe: den kompetenten Journalismus über Wissenschaft.
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Wir versuchen, in unserer Arbeit diese Werte zu leben und umzusetzen:

     

  • Wir entscheiden redaktionell unabhängig und denken gemeinwohlorientiert.
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  • Wir sind wach, neugierig und experimentierfreudig.
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  • Wir handeln kooperativ, konstruktiv und suchen den respektvollen Dialog.
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  • Wir arbeiten journalistisch sorgfältig und wollen aus unseren Fehlern lernen.
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  • Wir leben eine Kultur der Offenheit, sind gesprächsbereit und tolerant gegenüber Andersdenkenden.
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Wir sind nicht allein und Teil eines internationalen Netzwerks.

Im Jahr 2002 wurde das weltweit erste SMC gegründet: das Science Media Centre UK in London. Das SMC im Vereinigten Königreich betrat damit Pionierland.

Zum internationalen SMC-Netzwerk gehören in der Reihenfolge ihrer Gründung:

Die verschiedenen SMC sind eigenständig organisiert und agieren unabhängig voneinander. Je nach Land erfüllen sie ihre Aufgaben für einen starken Wissenschaftsjournalismus unterschiedlich. Das zeigt sich in ihren je eigenen Schwerpunkten. Sie kooperieren, wenn es sich anbietet, inhaltlich, etwa bei der Themenauswahl, und sie haben – bis auf Sciline – eine gemeinsame Charta.

Gegründet wurden wir am 1. Juli 2015 auf Initiative der Wissenschafts-Pressekonferenz (WPK). Gesellschafter der gemeinnützigen GmbH sind die Klaus Tschira Stiftung mit einem Anteil von 90 Prozent und die Wissenschafts-Pressekonferenz mit 10 Prozent. Am 12. April 2016 veröffentlichten wir die erste Aussendung an Medienschaffende.

»Aus Sicht des Wissenschaftsrats ist das Science Media Center ein hervorragendes Beispiel dafür, dass eine Förderung des Wissenschaftsjournalismus – in diesem Fall vor allem aus Mitteln einer privaten Stiftung – möglich ist, ohne die journalistische Unabhängigkeit zu beeinträchtigen«. 
Positionspapier des Wissenschaftsrats zur Wissenschaftskommunikation (02.11.2021)  

»Mit seinen neuartigen Unterstützungsleistungen und innovativen Arbeitsweisen kann das SMC als organisationaler Prototyp im Journalismus gelten, der womöglich gewisse Entwicklungsschritte des Gesamtfeldes vorwegnimmt«. 
Christopher Buschow, Juniorprofessor für Organisation und vernetzte Medien an der Bauhaus-Universität Weimar in „Media and Communication“.  

»Als ich mich [...] mit der Rolle des Science Media Centers beschäftigt habe, definierte ich es als Knowledge Broker, der dem Journalismus wissenschaftliches Wissen übermittelt. Mit der Zeit wurde mir aber klar, dass die Organisation mehr leistet: Sie versucht auch, die Beziehung zwischen Wissenschaftler*innen und Journalist*innen zu verbessern. Diese zweite Rolle wäre: Trust Broker. Die dritte Rolle ist die des Value Brokers, der die Werte vermittelt, die einer „Wissensgesellschaft“ zugrunde liegen. Ziel ist, dass wissenschaftliche Expertise und Evidenz, sowie einen unabhängigen Journalismus die Grundlage für politische und gesellschaftliche Entscheidungsfindung bilden sollten«. 
Irene Broer, Hans-Bredow-Institut  

»Längst ist es geboten, die klassischen Gatekeeper-Instanzen in der Wissenschaft und im seriösen Journalismus zu stärken... Hierfür braucht es [auch] die Förderung eines gemeinwohlorientierten Journalismus durch politikferne Stiftungen sowie den Ausbau neuer »Intermediäre« (man denke an die Arbeit des deutschen Science Media Center in Köln)«. 
Der Tübinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen im SPIEGEL. 

Linguistische Auseinandersetzung mit neuer Text-Form des Journalismus:  
Janich N (2020): »Klimawandel – Wer hilft den Menschen sich zu ändern?« – Von der Klimawandel-Kommunikation zur Klimakommunikations-Reflexion (Technische Universität Darmstadt) 

Janich N (2021): Technische Universität Darmstadt: Wissenschaft in 30 Sekunden? Kurze wissenschaftliche Texte an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. In Pappert S et al. (Hg.): Kleine Texte. Frankfurt am Main, 255-284. ISBN-10 ‏ 363181247 

Redaktionelle Praktiken und Rollenidentität:  
Broer I (2020): Rapid reaction: Ethnographic insights into the science media center and its response to the Covid‐19 outbreak. Journal of Science Communication, 19(5). https://doi.org/10.22323/2.19050208

Broer I et al. (2021): Das Science Media Center Germany: Ethnographische Einblicke in die Arbeitsweisen und Rollen eines Intermediärs zwischen Wissenschaft und Journalismus [The Science Media Center Germany: Ethnographic insights into the work and roles of an intermediary between science and journalism] (Working Paper No. 57). Hans‐Bredow‐ Institut. https://doi.org/10.21241/ssoar.73542  

Broer I et al. (2022): „Dasein“: Die Integration kulturanthropologischer Konzepte in die Journalismusforschung am Beispiel einer hybriden Ethnografie beim SMC Germany. M&K Medien & Kommunikationswissenschaft, Jahrgang 70, Heft 1-2, pp. 79-96 https://doi.org/10.5771/1615-634X-2022-1-2-79 

Broer I et al. (2022): Knowledge broker, trust broker, value broker: The roles of the Science Media Center during the COVID-19 pandemic. Studies in Communication Sciences 22.1 (2022), pp. 101–118. https://doi.org/10.24434/j.scoms.2022.01.3070

Suhr M et al. (2021): Organisationsinnovationen im Journalismus. Das Science Media Center Germany als Prototyp einer neuartigen Unterstützungsinfrastruktur für den Journalismus? https://doi.org/10.1007/978-3-658-35471-8_8 

Suhr M et al. (2022): Das Science Media Center Germany als Prototyp einer neuartigen Unterstützungsinfrastruktur für den Journalismus? Organisationsinnovationen im Journalismus. ISBN: 978-3-658-35471-8   

Buschow C et al. (2022): Media Work as Field Advancement: The Case of Science Media Center Germany. Media and Communication, 10 (1), 99-109. https://doi.org/10.17645/mac.v10i1.4454 

Umfrage unter Nutzenden: 
Serger H (2021): Wegweiser im Wissenschaftsdschungel. Eine qualitative Befragung zum Einfluss des Science Media Center Germany auf die Arbeit von (Wissenschafts-) Journalist:innen in Deutschland, Masterarbeit Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar