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Projekt „Operation Explorer“

Daten aus dem Gesundheitssystem, aufbereitet für Journalisten

Gesundheit geht alle an. Die medizinische Versorgung gehört zu den wichtigsten Säulen unserer Gesellschaft. Sie begleitet die meisten deutschen Bürger von der Geburt bis ins hohe Alter. Dafür wendet die Volksgemeinschaft erhebliche Summen auf. 344,2 Milliarden Euro flossen 2015 in das deutsche Gesundheitssystem. Von keiner Branche hängen mehr Arbeitsplätze ab: 2015 waren es 5,3 Millionen. Kurz gesagt: Es geht häufig um Leben und Tod – und immer um sehr viel Geld.

Trotzdem spielen sich die Entwicklungen in diesem Bereich zum großen Teil unter dem Radar der Öffentlichkeit ab. Das ist auch kein Wunder, denn: Das System wird im Wesentlichen von interessengeleiteten Akteuren verwaltet und gesteuert. Ein Bereich also, in dem der Journalismus als Kontrollinstanz von erheblicher Bedeutung ist. Neben der klassischen journalistischen Recherche bietet sich auch an, jene Daten zu analysieren, die im Gesundheitssystem ständig in großen Mengen erhoben werden. Das Problem ist allerdings: Die meisten dieser Daten sind für Journalisten nicht oder nur über komplizierte Umwege verfügbar. Liegen die ersehnten Daten endlich vor, sind sie im redaktionellen Tagesgeschäft kaum auswertbar. Das gilt auch für einen der wichtigsten Datenbestände im Gesundheitswesen: die Krankenhaus-Statistik. Sie enthält die Hauptdiagnosen aller vollstationären Krankenhaus-Patienten sowie Angaben zu sämtlichen Therapien und Operationen, die die Kliniken mit den Krankenkassen abgerechnet haben.

Anzahl der Rückenoperationen pro 100.000 Einwohner (Quelle: destatis)

Hier hilft das SMC mit dem Angebot des Operation Explorer weiter:

  • Wir sammeln die Daten des Statistischen Bundesamtes zu Diagnosen, Operationen und Prozeduren im Krankenhaus in einem webbasierten Tool, das vom Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) entwickelt wurde. Das Programm erlaubt altersstandardisierte Auswertungen auf regionaler Ebene. Der Bestand umfasst bislang die Datenjahre 2009 bis zum jüngsten verfügbaren Jahr 2015 und wird jährlich aktualisiert.
  • Die Daten werden im Operation Explorer auf Kreisebene ausgewertet und automatisiert altersstandardisiert.
  • Das Ergebnis der Auswertung sind leicht verständliche Karten, auf denen zum Teil erhebliche Unterschiede in der stationären Versorgung zwischen den 402 deutschen Kreisen auffallen. Zwei Beispiele:
    I. Osthessen ist die Metropole der Rückenoperationen. Dort wird rund zweieinhalbmal so häufig am Rücken operiert wie im Bundesdurchschnitt.
    II. Bei der Geburtshilfe gibt es offenbar verschiedene Welten: Rund um den norddeutschen Kreis Cloppenburg, im Saarland und in der Eifel-Region kommt es doppelt so häufig zum Kaiserschnitt wie in vielen Landkreisen Sachsens.  

Wenn Sie Journalist sind, können Sie auf den Operation Explorer zugreifen und dort Ihre eigenen Geschichten finden.

  • Die Häufigkeit bestimmter Krankheiten oder Operationen in Ihrer Region/Ihrem Landkreis oder im Bundesüberblick können Sie bei uns gezielt erfragen.
  • Welche Diagnosen oder Operationen in einer Region besonders auffallen, können Sie mit uns abfragen.
  • Informationen zu Entwicklungen und Trends können Sie bei uns einholen.
  • In regelmäßigen Workshops können Sie lernen, den Operation Explorer selbst zu nutzen.
  • Wenn Sie mit dem Tool bereits vertraut sind, richten wir Ihnen gern einen Gastzugang ein. 

Was wir außerdem tun:

  • Wir helfen Ihnen bei der Einordnung Ihrer Explorer-Ergebnisse.
  • Wir bieten Tipps an, wo Sie vor Ort weiterrecherchieren können.
  • Wir vernetzen auf Wunsch Journalisten, die an ähnlichen Themen in unterschiedlichen Regionen arbeiten.
  • Wir arbeiten an einer Datenbank von Gesundheitsexperten und Versorgungsforschern, die komplexe Sachverhalte erklären, einordnen und bewerten können.
  • Wir versuchen über die Kooperation mit Forschungsinstituten weitere Datenbestände aus dem Gesundheitssystem für Journalisten zu erschließen und auszuwerten. 

 

Bei Fragen zum Projekt Operation Explorer kontaktieren Sie bitte:

Meike Hemschemeier, Projektleiterin
Tel.: +49 221 8888 25-13
E-Mail: meike (dot) hemschemeier (at) sciencemediacenter (dot) de
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Das Projekt in Kooperation mit dem Heidelberger Institut für Theoretische Studien und der Wissenschafts-Pressekonferenz wird gefördert von der Bertelsmann-Stiftung.
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