Veröffentlichung des IPCC Syntheseberichts
Moderator [00:00:00] Guten Morgen, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen. Guten Morgen, liebe Experten. Ich freue mich, dass Sie sich alle heute Morgen die Zeit nehmen, um an unserem Briefing anlässlich der Veröffentlichung des Syntheseberichts zum Sechsten Sachstandsbericht des Weltklimarats IPCC teilzunehmen. Ich möchte mich nicht mit langer Vorrede aufhalten. Sie alle haben den Bericht unter Embargo bekommen und ich wäre nicht überrascht, wenn Sie schon einige Zeit mit der Lektüre verbracht haben. Nach den Beiträgen der Arbeitsgruppen I bis III und den drei Sonderberichten, zum Beispiel dem 1,5-Grad-Bericht, beschließt der heute um 14 Uhr erscheinende Synthesebericht den sechsten Berichtszyklus das Sachstandsberichts des IPCC. Ganz wichtig, liebe Kolleginnen und Kollegen, die Sperrfrist läuft heute um 14 Uhr ab. Das heißt, alles, was wir jetzt hier besprechen und was hier gesagt wird, muss bitte bis heute Mittag um 14 Uhr noch unter Verschluss bleiben und darf erst dann veröffentlicht werden. Ich freue mich sehr, dass wir drei Experten, die an diesem Synthesebericht mitgearbeitet haben, vorab für dieses Press Briefing unter Embargo gewinnen konnten. Und nicht nur das, sondern vielmehr hat auch jeder dieser Experten in einem anderen Arbeitsgruppenbericht mitgearbeitet, sodass wir heute gerne darauf schauen können, was den Sythesereport mit speziellem Blick auf die Beteiligung einer der Arbeitsgruppen auszeichnet. Ich freue mich wirklich sehr darüber und danke, dass Sie sich nach dem sicherlich kräftezehrenden Prozess in der vergangenen Woche die Zeit nehmen, heute so früh hier mit uns zu sprechen. Danke, liebe Kolleginnen und Kollegen, auch für Ihr großes Interesse. Unsere Einladung an Sie war erst kurz raus und unser E-Mail-Postfach ist seitdem kaum zur Ruhe gekommen. Ich freue mich sehr über Ihr großes Interesse. Und wie immer soll dieses Press Briefing Ihnen die Chance geben, hier Ihre Fragen loszuwerden. Es gibt kein Drehbuch, dem wir folgen. Schreiben Sie Ihre Fragen bitte unten in Fragen-und-Antworten rein. Nicht in den Chat, sondern in Fragen-und-Antworten. Wir werden versuchen, so viele Fragen wie möglich zu adressieren. Wir werden vermutlich nicht alle schaffen. Ich stelle Ihnen jetzt kurz die drei Experten in alphabetischer Reihenfolge vor und werde dann kurz eine Einstiegsfrage stellen. Und dann wäre auch schon Zeit für Ihre Fragen. Deswegen Seien Sie nicht schüchtern, hauen Sie in die Tasten. Guten Morgen, Matthias Garschagen. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Anthropogeographie mit Schwerpunkt auf Mensch-Umwelt-Beziehung an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. Und er war Mitglied des Kernautorenteams dieses Syntheseberichts. Und weil ich ja sagte, alle drei waren in verschiedenen Arbeitsgruppenberichten beteiligt als Autoren und Leitautoren: Herr Garschagen war in Arbeitsgruppenbericht II involviert. Oliver Geden ist Senior Fellow in der Abteilung EU/Europa bei der Stiftung Wissenschaft und Politik, dem Deutschen Institut für Internationale Politik und Sicherheit (SWP) in Berlin. Auch er war Mitglied des Kernautorenteams des Syntheseberichts und er war ein Leitautor eines Kapitels im Arbeitsgruppenbericht III des Sachstandsbericht. Und vollständig mache ich unsere Runde mit Gerhard Krinner. Er ist leitender Wissenschaftler am Institut für Umweltgeowissenschaften an der Université Grenoble Alpes und einer der zwei sogenannten Section Facilitators im Kapitel „Langfristige Klima- und Entwicklungszukünfte“ in dem heute erscheinden Synthesebericht. Und er war Leiterautor in einem Kapitel des Arbeitsgruppenberichts I. Mein Name ist Silvio Wenzel. Ich bin Redakteur für Klima und Umwelt beim Science Media Center. Herr Garschagen, was sind aus Ihrer Sicht die zentralen Botschaften, die von diesem Synthesebericht ausgehen und welche Impulse erhoffen Sie sich für die politischen und öffentlichen Debatten?
Matthias Garschagen [00:03:42] Vielen Dank für die Einladung und das große Interesse. Ich würde drei Dinge nennen. Das eine ist, wir haben uns angeschaut: Wo stehen wir mit dem Klimawandel? Wie stark schreitet er voran? Wo stehen wir mit den Risiken? Kernaussage ist: Wir wissen, dass [...] die Auswirkungen jetzt schon stärker sind und zukünftige Risiken stärker ausfallen werden, als wir das am Ende des letzten Berichtszyklus vor achteinhalb Jahren gedacht haben. Das hat damit zu tun, dass wir besser verstehen, wie sensibel Systeme reagieren, wie sich verschiedene Risiken hochschaukeln. Also wir sagen: Es ist dringender geworden. Auch daher, weil wir verstehen, dass bei gleicher Temperatur – 1,5 Grad oder zwei Grad – die Auswirkungen stärker werden werden. Zweiter Punkt: Es tut sich einiges. Wir kommen voran – da können die anderen Kollegen sicherlich auch noch viel zu sagen. Im Klimaschutz gibt es Ziele, die liegen auf der Hand. In der Klimawandelanpassung tut sich einiges. Viele Nationen haben Anpassungskonzepte entwickelt und zu Papier gebracht. Aber wir sind in vielen Sektoren sehr schlecht darin, von den Zielen auf dem Papier auch zur Handlung zu kommen. Drittens aber und das ist eine wichtige Kernaussage: Wir haben zunehmend verstärkt das Wissen darüber, was getan werden muss, um diese Kehrtwende zu schaffen – sowohl im Klimaschutz als auch in der Klimawandelanpassung. Und das ist ganz wichtig. Wir können sehr genau herausarbeiten, wo die Synergien liegen, wo die gleichen Steuergelder, die eingesetzt werden, sinnvoller eingesetzt [wären] und wo wir verschiedene Ziele gleichsam erreichen können. Darauf gehen wir gleich bestimmt im Detail ein. Ich würde mir von der Politik wünschen, [dass sie] diese Impulse [aufnimmt]. Wir wissen relativ genau, was getan werden könnte und müsste. Wir müssten aber deutlicher und tiefgreifender die Kehrtwende in beiden Bereichen schaffen. Da braucht es mutiges Vorangehen. Die Zeit ist uns wirklich davongelaufen. Die letzten achteinhalb Jahre sind wir nicht so schnell vorwärts gekommen, wie wir es eigentlich dachten. Ich würde mir wünschen, dass dieser neue Wissenstand dazu anleitet, mutiger, schneller und tiefgreifender vorzugehen und Maßnahmen und Politiken entsprechend umzusetzen.
Moderator [00:05:39] Danke für diese kurze Einordnung. Ich denke auch, wir werden im Laufe der Stunde hier sicherlich auf einzelne Punkte kommen. Oliver Geden, als wir in der vergangenen Woche telefoniert haben, sagten Sie mir, dieser Synthesebericht [sei] sicherlich der politisch umstrittenste Bericht dieser ganzen Beiträge des Sachstandsberichts. Jetzt kann man sagen: Arbeitsgruppe I hat sich vor allem mit der Klimaphysik beschäftigt und es gibt ja diesen schönen Spruch: Mit Physik lässt sich nicht verhandeln – und wahrscheinlich auch nicht über Physik. Arbeitsgruppenbericht II und III haben bestimmt schon mehr Diskussionsstoff geboten. Das kann man ja auch daran sehen, wie lange die Verhandlungen dauerten. Und wenn man sieht, dass das Embargo-Material uns Journalist:innen gestern Abend erst um halb neun erreicht hat, kann man sich denken, wie lange das gestern gedauert hat. Warum ist denn dieser Synthesereport der politisch umstrittenste?
Oliver Geden [00:06:26] Ich denke, das hat mit dem Status des Reports im UN-Klimaverhandlungsprozess zu tun. Natürlich sind alle Berichte, die drei Teilberichte, aber auch die Sonderberichte, die es vorher gab – zu 1,5 Grad insbesondere – politisch relevant. Aber hier ist ein Prozess definiert. Der Synthesebericht ist ein privilegierter Input für die globale Bestandsaufnahme unter dem Pariser Abkommen, die jetzt im Herbst bei der COP [technisches Problem] ...der dann die nächste Runde der NDCs bis 2025 folgt. IPCC-Berichte –beziehungsweise die Zusammenfassung für die Entscheidungsträger – haben die Funktion, dass über diesen Wissensstand in den UN-Klimaverhandlungen nicht mehr wirklich diskutiert werden muss. Der wird dann von den Delegationen akzeptiert. Und wenn der Konnex zwischen einem Bericht und dem politischen Verhandlungsprozess so explizit ist, wie beim Synthesebericht, wird natürlich auch länger an Formulierungen gefeilt. Was man nicht überschätzen darf, ist, [wenn die Verhandlungen] über die eigentliche Deadline hinausgehen. Das IPCC-Sekretariat ist immer ein bisschen vorsichtig, von vornherein diese Approvals bis Sonntag zu planen, weil man dann befürchtet, dass sich dann alle von vornherein darauf einstellen – im Grunde genommen wie bei wie bei COPs und der UNFCCC. Das führt dann aber regelmäßig dazu, dass in den Medien steht, [die Verhandlungen hätten] x Stunden an Zeit überschritten. Für uns als Autoren war das Wochenende immer schon miteingepreist. [...] Deshalb haben wir auch dieses Gespräch, das wir jetzt führen, auf Montagmorgen gelegt, während in anderen Ländern die Veranstaltungen gestern Abend abgesagt werden mussten.
Moderator [00:08:16] Ja, das ist richtig. Da gab es auch einiges an E-Mail-Verkehr, weil immer gelauert wurde: Wann kommt denn jetzt eine Nachricht aus Interlaken, dass wir durch sind? Danke, Herr Geden. Herr Krinner, ich habe es gerade schon gesagt: Sie haben bei den Sachstandsberichten bei der Arbeitsgruppe I mitgewirkt – also dem Bericht, der sich im klassischen Sinne mit Themen der Klimawissenschaften beschäftigt, also harte Naturwissenschaften, könnte man verkürzt sagen. Wie kann ich mir das vorstellen, wenn Sie mit Ihrer Perspektive als Autor der Arbeitsgruppe I für den Synthesbericht mit den Inhalten aus der Arbeitsgruppe II und III arbeiten und dort die Inhalte übereinandergelegt werden? Das ändert ja nichts an der Physik. Wie ist Ihr Blick oder Ihre Erfahrung als Mitglied der Arbeitsgruppe I?
Gerhard Krinner [00:09:02] Als Klimaphysiker lernt man sehr viel bei der Arbeit an einem Synthesebericht. Als ich mit dem Synthesebericht angefangen habe, bin ich als naiver Klimaphysiker angekommen und wusste sehr wenig über die Arbeitsgruppen II und III. Ich bin sehr stolz darauf, dass ich in den zwei Jahren, die ich an diesem Bericht gearbeitet habe, viel darüber gelernt habe. Ich habe auch gelernt und finde extrem wichtig, dass diese Synthese eine wirkliche Synthese ist. Die Erkenntnisse der Arbeitsgruppe I stehen nicht irgendwo im Weltraum ohne Verbindungen zur Erde. Sie werden sehr ernsthaft in den Arbeitsgruppen II und III aufgenommen und eingebunden und sind die Grundlage für die wirklichen Entscheidungen. Und deswegen ist dieser Sythesebericht wissenschaftlich extrem fundiert.
Moderator [00:10:08] Dankeschön, liebe Kolleginnen und Kollegen, bitte schreiben Sie gern Ihre Fragen rein. Einige sind schon eingetroffen, aber Sie können da gerne auch noch mehr fragen. Nochmal eine Frage an Sie alle drei und wer antworten möchte, ist herzlich eingeladen. Ich habe mir in der Vorbereitung nochmal die Headlines aus dem Synthesebericht des letzten Sachstandsberichts angeguckt, also 2014. Dort stand unter den Headlines: Der menschliche Einfluss ist eindeutig. Die Treibhausgasemissionen sind auf dem Höchststand. Die Auswirkungen des Klimawandels zeigen sich schon deutlich und Anpassungsmaßnahmen und Emissionsminderungsmaßnahmen sind gleichermaßen wichtig. Jetzt, neun Jahre später, könnte man das doch ohne Synthesebericht eigentlich so stehen lassen, inklusive dem Höchststand der Emissionen. Ich frage jetzt mal ein bisschen gemein: Was bringt denn Ihre Arbeit noch? Was sind denn die Punkte, bei denen Sie Autoren und Autorinnen dann die Hände in die Hüfte stemmen und sagen: Das hätte ich so nicht erwartet? Gerne, Herr Garschagen.
Matthias Garschagen [00:11:09] Es gibt ja immer die Stimmen, die sagen: Das bringt alles nichts mehr, weil die Kernbotschaften eigentlich auch im letzten Zyklus schon da waren und es wird nicht auf die Wissenschaft gehört. Ich bin kein Anhänger dieser Meinung. Ich glaube, wir stünden ohne das wiederholte Warnen des IPCC und ohne die klare Aufarbeitung wahrscheinlich noch schlechter da. Es ist ja nicht so, dass sich in den Jahren nichts getan hätte. Es sind viele Klimaziele formuliert worden. Wir sind auch mit der Klimawandelanpassung vorangekommen, aber eben nicht schnell genug. Ich glaube, wir stünden ohne die Berichte des IPCC – ohne den letzten, ohne den diesigen oder ohne die Berichte, die in den Synthesebericht reingelaufen sind – noch deutlich schlechter da. Das muss man sich immer wieder vor Augen führen. Wir wären in der Klimapolitik sicherlich bei weitem nicht dort, wo wir jetzt [sind] – 1,5-Grad-Ziel, 2-Grad-Ziel, die Diskussion über Verluste und Schäden. All das sind Themen, die zum Teil sehr stark aus der Wissenschaft heraus geframed und bearbeitet wurden. Ich bin kein Freund davon zu sagen, das [sei] alles unnütz. Ich glaube, wir stünden noch schlechter da. Für mich persönlich ist es teilweise frustrierend, weil eben genau das zugleich auch wahr ist. [...] Wir müssen zügiger und tiefgreifender ins Handeln kommen. Da tun wir uns schwer. Aber zu sagen, es tut sich überhaupt nichts, ist auch nicht gerechtfertigt. Wir haben es leider in den letzten achteinhalb Jahren dringender werden lassen. Die Kernaussagen und Grundempfehlungen, die man aus dem Wissen ableiten konnte, waren vor achteinhalb Jahren schon ähnliche, da gebe ich Recht. Wir sind in einigen Punkten viel genauer geworden, darauf können gleich nochmal eingehen, [zum Beispiel beim] Wissen über Overshoot-Pfade und so weiter. Aber dieser Grund war da. Wir haben in den letzten Jahren als Weltgemeinschaft nicht schnell genug gehandelt und deshalb ist es jetzt dringlicher geworden. Das heißt aber nicht, dass es nicht notwendig ist, wieder darauf hinzuweisen und den neuen Stand aufzuarbeiten. Das denke ich schon. Das sollte kein Entweder-oder sein, in meinen Augen.
Moderator [00:13:06] Was ich spannend finde ist, wenn man liest, was dieser Bericht ist: Manche sprechen von einer Zusammenfassung, er heißt aber eigentlich Synthesebericht. Er ist ja dann doch mehr als [...] Copy-und-Paste der wichtigsten Passagen aus den drei Arbeitsgruppenberichten. Was ist denn tatsächlich die Syntheseleistung? Herr Krinner, sie lächeln so wissend.
Gerhard Krinner [00:13:30] [...] Natürlich fängt man [damit] an, die Hauptaussagen aus den drei Berichten gegenüberzustellen. Die Syntheseleistung besteht dann darin, in bestimmten Teilen die Aussagen der Berichte wirklich zusammenzuführen, zum Beispiel was das 1,5-Grad-Ziel betrifft. Klimaphysiker haben ihre großen Klimamodelle, machen Simulationen mit diesen Klimamodellen, die Klimaentwicklungen unter bestimmten Hypothesen über zukünftige Emissionen berechnen. In der Arbeitsgruppe III werden Projektionen oder Pfade der zukünftigen Emissionen auch berechnet und modelliert. Es sind nicht dieselben Arten von Klimamodellen, die in Arbeitsgruppe I und III benutzt werden. Sie haben auch nicht dieselben Ziele, aber in beiden Typen von Modellen wird irgendwann das 1,5-Grad-Ziel erreicht. Zusammengeführt haben wir das in diesem Synthesebericht, in dem wir die Aussage haben, dass in fast allen Modellen und Emissionspfadwegen, die wir im IPCC oder in der Klima-Forschungsgemeinschaft haben, das 1,5-Grad-Ziel bis 2040 überschritten wird. Das ist beispielsweise ganz klar eine Synthese aus den beiden Arbeitsgruppen. Natürlich ist auch im Synthesebericht oft ganz klar ein Ergebnis aus einer Arbeitsgruppe hervorgehoben. Man kann nicht alles synthetisieren, aber es gibt eben auch diese Syntheseergebnisse, die wichtig sind.
Moderator [00:15:26] Danke schön. Dann steige ich jetzt mit den Fragen der Kolleginnen und Kollegen ein. Danke für die Fragen, die schon eingegangen sind und auch nochmal die Einladung und Aufforderung, gerne auch weitere Fragen einzubringen. Etliche Fragen gehen auf den Punkt ein, wie es denn zuletzt in Interlaken tatsächlich aussah. Welche Punkte waren bis zuletzt strittig? Welche Diskussionen gab es und was hat dafür gesorgt, dass der Bericht [...] erst gestern Abend kam? Herr Geden.
Oliver Geden [00:15:58] Da muss ich die Kollegen und Kolleginnen glaube ich enttäuschen. Da dürfen wir nämlich wie immer nicht drüber sprechen. Und das Problem ist natürlich, dass es im Laufe der Woche dann viele Gerüchte darüber gibt und bestimmte Länder hervorgehoben werden und man das aus der Binnensicht nicht immer nachvollziehen kann, welche Länder hervorgehoben werden. Es gibt ja auch immer in der Woche nach diesen Approval Meetings diesen Bericht der Beobachter, das Earth Negotiations Bulletin, wo man das nochmal im Detail nachvollziehen kann. Man muss aber sagen, dass alle Regierungsdelegation dort die Interessen ihrer Länder vertreten und das es im Übrigen auch – und ich glaube, sie haben jetzt alle nur die Summary for Policymakers und noch nicht den sogenannten Longer Report – die gleiche Struktur gibt wie bei den Arbeitsgruppenberichten. Es gibt sozusagen den eigentlichen Bericht. Und es gibt die Summary for Policymakers. Also das hier ist die Summary des sogenannten Longer Reports, der heute Nachmittag um zwei Uhr da mit veröffentlicht wird. Und es ist dieselbe Logik wie immer. Es gibt zwar dieses Line-by-Line Approval der Summary, aber es muss gedeckt sein, wissenschaftlich gedeckt sein, durch das, was im eigentlichen Report steht. Und dieser eigentliche Longer Report – ich weiß gar nicht, was das deutsche Wort dafür ist – der ist auch nicht so wahnsinnig lang, aber eben deutlich länger als die Summary. Er muss wiederum von dem gedeckt sein, was in den drei Arbeitsgruppenberichten und in den Sonderberichten steht. Und manche Formulierungen sind sozusagen dann durch Verhandlungen selber zu erklären. Es gibt, glaube ich, das Missverständnis, dass diese Summary sozusagen ein Kommunikationsinstrument sei. Aus meiner Sicht ist es ein diplomatisches Dokument zwischen den beteiligten Regierungen. Es geht um Co-Ownership dieser Regierungen, damit sie dann nicht mehr in Frage stellen in den UN-Klimaverhandlungen, was eigentlich der Wissensstand ist. Was beim Klimawandel ein großes Problem ist, weil wir ja nach wie vor im Wesentlichen über die Zukunft sprechen, auch wenn wir die Klimawandelfolgen in einigen Teilen ja schon sehen. Das heißt, das ist einfach des Verhandlungsprozesses. Und weil es gefragt wurde im Chat: in diesem Global Stocktake, der im Herbst sozusagen seinen Abschluss findet, der technische Dialog unter diesem Global Stocktake läuft schon. Das ist auch das erste Mal unter dem Paris Agreement. Anschauen, wo liegen wir bei Mitigation? Wo liegen wir bei Adaptation, bei Anpassung, aber auch bei Finance. Dort ist in dem entsprechenden Dokument – ich glaube, das war bei der COP in Katowice – der IPCC oder dieser IPCC-Synthesebericht als einer der sechs, sieben, acht autoritativen Quellen genannt. Also insofern hat dieser Bericht eine bestimmte Rolle in dem Report. Aber auch da liegt es wieder in der Hand der Regierung, was sie in den Verhandlungen genau damit machen. Aber um ein Beispiel zu nennen, was neu ist und was so explizit auch nicht in den vorherigen Berichten stand, wenn nicht im Arbeitsgruppe III-Bericht, dass es jetzt zum ersten Mal eine Benchmark gibt für Emissionsminderungen 2035. Weil die nächsten NDC's, die bis 2025 veröffentlicht werden, für das Jahr 2035 sein werden. [...] In dem Arbeitsgruppenbericht III gab es die Zahlen nur für 2030 und 2040 und dann können wir uns alle vorstellen, dass Regierungen schon mal genauer auf diese Zahlen draufgucken, die so auch schon bekannt waren, aber nicht so explizit genannt waren. Weil natürlich die dann auch zum Maßstab des Handelns werden oder zum Maßstab des Handelns gemacht werden in der öffentlichen Debatte. Und da gibt es viele andere Elemente, wo Regierungen antizipieren könnten, das wird politisch ein interessantes Thema werden – nehmen Sie Loss und Damage seit COP 27 – und entsprechend genau gucken die da drauf. Aber die Regierungen haben eben nicht den Einfluss auf den eigentlichen Report, auch wenn das mit dem Synthesebericht ein klein wenig anders funktioniert. Denn das wird jetzt sehr technisch werden als bei den großen Arbeitsgruppenberichten.
Moderator [00:20:16] Herr Garschagen, Herr Krinner, Sie wollten beide ergänzen. Herr Garschagen Sie zuerst bitte.
Matthias Garschagen [00:20:19] Ja, vielleicht noch kurz zu dieser Frage: Warum dauert das so lange? Was passiert da eigentlich und so weiter? Das ist vollkommen richtig, wir können natürlich nicht im Detail berichten, was jetzt gelaufen ist. Aber um das Prozedere noch mal vielleicht zu verdeutlichen, sich noch mal vor Augen zu führen: Was passiert da eigentlich? Wir haben jetzt mehrere tausend Seiten Berichtsmaterial. Die synthetisieren wir und daraus sollen wir eine zehnseitige Zusammenfassung schreiben. Aus der Synthese zehn Seiten, mehrere tausend Seiten auf zehn Seiten, zu der dann Satz für Satz über 190 Nationen zustimmen. Und das ist natürlich eine Aufgabe, die braucht Zeit. Das heißt gar nicht mal, dass da abgeschwächt wird oder dass da verhandelt wird. Aber es ist natürlich immer die Frage: Was schafft es in diese zehn Seiten? Wo werden Highlights gesetzt? Welche quantitative Information, die in den zugrunde liegenden Informationen zum Beispiel auch immer da ist, schafft es eigentlich dieses Elevation, diese Sichtbarkeit in der SPM (Summary for Policymakers; Anm. d. Red) auch zu gestalten? Das ist sicherlich ein wichtiger Prozess, kann man sich vor Augen führen. Wenn Sie sich vor Augen führen, bei uns hier ein Fakultätsrat mit 15 Leuten oder ein Stadtrat mit zehn Leuten, die diskutieren teilweise zwei Tage lang über ein fünfseitiges Dokument. Jetzt haben wir ein zehnseitiges Dokument mit über 190 beteiligten Parteien. Das ist natürlich vollkommen klar, dass das lange dauert, ist aber nicht nicht was Schlechtes per se. Und vielleicht noch einen Satz auch dazu zur Syntheseleistung. Es war die vorherige Frage: Was ist neu an der Synthese? Ich denke schon, man muss sich vor Augen führen: der IPCC in seinen Arbeitsgruppen, mit seinen Strukturen, ist gewachsen entlang der Wissenschaft, verschiedene wissenschaftliche Teildisziplinen und wissenschaftliche Felder. Die Politik macht oder zumindest sollte auf das Problem natürlich als eines schauen. Politik ist sehr daran interessiert: Wie können wir zum Beispiel Klimaschutz und Klimawandel Anpassung zusammendenken? Wo sind die Synergien, wo sind auch mögliche Konflikte? Und das gelingt uns in den Arbeitsgruppenberichten nur teilweise. Das müssen wir zusammenführen. Und dafür ist, glaube ich schon, das Wissen, was im Synthesebericht bereitet wird, nicht einfach nur eine Zusammenfassung, sondern schon etwas Neues. Das hebt Wissen und auch die Analyse auf ein neues Level, weil wir genau diese Synergien herausarbeiten können, was uns so in den Arbeitsgruppenberichten nur zum Teil gelingt. Das ist glaube ich ganz wichtig zu verstehen, dass eine war wissenschaftlich gewachsen, entlang wissenschaftlicher Disziplinen –Politik braucht das Thema als Ganzes. Und deshalb ist dieser Synthesebericht so zentral.
Moderator [00:22:32] Herr Krinner, auch Ihr Input gerne.
Gerhard Krinner [00:22:34] Nochmal ganz kurz zu diesem Prozess der schrittweisen Kondensierung der wissenschaftlichen Erkenntnisse. Die Arbeitsgruppenberichte, die sind also 2000 Seiten lang jeweils, ungefähr. Insgesamt, glaube ich, haben diese Arbeitsgerichte so um die 80.000 wissenschaftliche Artikel zitiert. Wenn man also 80.000 wissenschaftliche Artikel nimmt, das sind 10 oder 15 Seiten, dann kommt man auf eine Million Seiten wissenschaftlicher Literatur, die am Ende auf zehn Seiten im SPM kondensiert worden sind. Das heißt, jedes Wort ist dann natürlich entsprechend schwer oder dicht. Ich möchte hier ganz kurz noch mal Werbung für diesen Longer Report machen, also für den unterliegenden Synthesebericht. Der ist vielleicht, wenn er dann gedruckt werden wird, 40 oder 50 Seiten lang. Er ist eigentlich wahrscheinlich leichter lesbar als die SPM. Er ist etwas länger, aber es sind viele zusätzliche Details drin, die wirklich interessant und trotzdem relativ kurz sind. Also vergessen Sie bitte diesen Longer Bericht nicht, sobald er rauskommt.
Moderator [00:23:39] Gut. Vielen Dank. Herr Geden, eine Frage an Sie. Und zwar, die Pressemitteilung des IPCC geht los mit: Es gibt viele verschiedene erreichbare und effektive Möglichkeiten, die Treibhausgasemissionen zu verringern und den menschengemachten Klimawandel abzufedern, sage ich mal. Auf Seite 22 dieser Summary for Policymakers gibt es diese Tabelle, die uns zeigt, bis zu welchem Jahr wir welche Emissionsminderung erreicht haben müssten. Und das erste, was mir aufgefallen ist, die beziehen sich immer auf das Jahr 2019, also eben ein Jahr, bei dem wir deutlich höhere Emissionen hatten als 1990. Was heißt denn das jetzt tatsächlich? Ist das wirklich eine Botschaft, die aus diesem Synthesereport rausgeht? Dass die Emissionen noch, noch, noch viel stärker verringert werden müssten, als wir das bisher immer denken, wenn wir über das Global Carbon Budget sprechen?
Oliver Geden [00:24:31] Nein, das meint es nicht, weil auch diese Zahlen sich im Grundsatz gar nicht verändert haben. Also Synthesebericht heißt dann streng genommen eben auch, man muss mit dem Material arbeiten, das man hat. Und das kann manchmal zu Lücken führen, die ein bisschen unglücklich erscheinen. Ihnen ist vielleicht aufgefallen bei [Kapitel] A.4, dass dort eine kurze Analyse der NDC's formuliert ist, mit dem Emissions-Gap, aber dann sehr deutlich steht, dass nur die NDC's berücksichtigt werden konnten, die vor Glasgow eingereicht wurden, weil es in den Arbeitsgruppenberichten immer sogenannte Cut-off dates gibt, bis zu denen Literatur und auch neue Informationen sozusagen verarbeitet werden dürfen. Und diese Cut-off dates wurden nicht verändert. Das ist bei dieser NDC-Analyse schade, weil das hätte man natürlich machen können, weil die Informationen auch vorliegen. Aber das sind die Prozedere, die sehen das nicht anders vor. Bei den Emissionsminderungszahlen, das sind die gleichen, die es bislang auch gab im WG-III-Bericht. Aber ich glaube, Herr Eckert hat auch danach gefragt: Was sind die neuen Werte für 2035? Man findet die in dieser Tabelle auf Seite 22 und was man sieht, dass diese 2035er Werte nicht einfach den Mittelpunkt zwischen oder den Durchschnitt zwischen 2030 und 2040 sozusagen abbilden, sondern ambitionierter sind, als man es zunächst vermuten würde. Oder die Steigerung ist ambitionierter bei Treibhausgasen, bei allen Treibhausgasen zusammen als bei CO2. Sie sehen, dass die Werte der CO2 zunächst immer die höheren sind, weil es leichter ist, nur CO2 zu reduzieren als alle Treibhausgase inklusive Methan. Also es sind keine neuen Zahlen, aber die 2035 Zahlen stehen dort erst mal so explizit, um dann auch den Prozess zu unterstützen. Wo müssen wir eigentlich in der nächsten Runde bei den NDC's hin?
Moderator [00:26:43] Herr Krinner, Sie wollten ergänzen?
Gerhard Krinner [00:26:45] Ganz kurz zu Daten-Updates. Wie Oliver Geden gesagt hat, es gibt eben diesen Cut-off-Date 2019/2020, abhängig vom jeweiligen Bericht. Wir haben im Longer Report Updates zu zwei wichtigen Daten. Die globale Mitteltemperatur und der Anstieg der globalen Mitteltemperatur. Im Arbeitsbericht I hatten wir das für das Jahr 2010/2011 bis 2020 mit 1,09 Grad angegeben. Relativ zu der Referenzperiode, die 1850 bis 1900 ist. Wir haben das abgeleitet hier und haben für 2013 bis 2022 1,15 grad. Die Erderwärmung geht weiter und das ist eine Zahl, die eben upgedatet worden ist. Auch die CO2-Konzentration wurde noch mal auf den letzten Stand gebracht. Und das sind die einzigen Daten, die dann [..??].
Moderator [00:27:43] Entschuldigen Sie bitte. Ich dachte, der Gedanke war zu Ende. Da schließt die Frage einer Kollegin gut an. Sie fragt: Der Bericht zeigt klar, dass es auch einen großen Unterschied macht, ob die mittlere Temperaturerhöhung bei 1,5 oder 2 Grad liegt. Gleichzeitig liegen wir schon bei –Sie haben grad die Zahlen genannt, Herr Krinner – sie schreibt 1,1 Grad Erhöhung oder sogar schon darüber. Ihre Frage: Muss das 1,5-Grad-Ziel aufgegeben werden?
Oliver Geden [00:28:10] Ich steig da mal als erster ein, wir werden da sicherlich alle was zu sagen. Ich glaube, zunächst einmal müssen wir ein Missverständnis aufklären. Und verstehen Sie das nicht als Kritik, in der Politik, selbst in der Fachpolitik und auch in der Öffentlichkeit wird das 1,5-Grad-Ziel so definiert, dass die 1,5 nie überschritten werden dürfen. Und ich meine jetzt nicht einzelne Jahre, sondern auch der 20-Jahres-Durchschnitt der globalen Mitteltemperatur. Im Paris Agreement steht das so nicht. Und das, was der IPCC in den letzten Jahren an Pfaden modelliert hat, womit das 1,5-Grad-Ziel eingehalten werden kann, hat immer schon in gewissen Teilen – und diese Anteile werden jetzt größer – damit kalkuliert, dass wir es zwischenzeitlich überschreiten und dann im Laufe des Jahrhunderts die Temperatur wieder unter 1,5 Grad drücken können. Das bedeutet nicht, dass wir sagen Ja, kann man machen, ist doch ganz easy. Da liegt auch politisch eine gewisse Problematik drin und das wird auch deutlicher als eines der Ergebnisse, das deutlicher herausgearbeitet wird: Was bedeuten diese sogenannten Overshoot-Pfade? Aber das wurde in den vergangenen IPCC-Berichten auch schon gemacht. Diese Emissionsminderungs-Szenarien hatten immer schon das Wort für 1,5 Grad, jedenfalls mit 'no or limited overshoot' oder mit 'high overshoot' drin. Also das ist nicht gleichbedeutend mit wir müssen das Ziel aufgeben, aber es ist eben auch nicht dasselbe, immer unter 1,5 Grad zu bleiben oder irgendwann im Laufe des Jahrhunderts wieder auf 1,5 zu kommen. Weil manche der Veränderungen – das kann der Kollege Garschagen besser beschreiben – also auch irreversibel sind. Und die Risiken werden auf jeden Fall größer in diesen Zeiträumen, es ist auch nicht garantiert, nur weil wir uns das vornehmen oder sich Pfade rechnen, dass man es auch schafft, die Temperatur zu drücken. Denn das gelingt nur, wenn die Netto-CO2-Emissionen unter Null sind. Also das Signal hier, und das wird politisch wichtiger werden in den kommenden Jahren, Net Zero, Netto Null reicht nicht, sondern ist quasi nur der Übergangspunkt zu Net Negative. Aber wenn Sie ins deutsche Klimaschutzgesetz gucken oder ins europäische Klimaschutzgesetz, das steht da sogar schon drin. Also unsere Klimapolitik national europäisch wird nicht bei Netto Null aufhören, sondern Netto Negativ werden müssen. Auf der Ebene von Ländern gibt es bislang meines Wissens nur eins, nämlich Dänemark, das sein Ziel auch schon quantifiziert hat, nämlich minus 110 Prozent bis 2050. Das heißt, auch da wird es weitere Verschiebungen geben. Und das hat mit IPCC-Berichten zu tun, weil es erst mal sehr ungewöhnlich erscheint, solche Ziele zu setzen und auch viele Fragezeichen hervorruft. Also da wird die Logik, wir müssen irgendwann Netto Negativ global werden, auch schon von den ersten Ländern in die Planung mit umgesetzt. Wie wir das genau machen werden, wissen wir noch nicht. Aber das ist dann eben eine Aufgabe, die sich der Politik auch stellt, genau darüber nachzudenken.
Moderator [00:31:22] Ja gerne Herr Garschagen.
Matthias Garschagen [00:31:25] Genau da möchte ich gerne anknüpfen und ergänzen, das ist ein ganz zentraler Punkt, oder ein neuer Punkt, der sehr zeitgemäß auch in die Politik gebracht werden muss und wo wir viel neues Wissen haben. Man könnte jetzt aus dem Gesagten dann eben annehmen – und das ist leider so, dass es teilweise diesen Trugschluss gibt – wenn das ja so ist, wenn wir sowieso in der Zukunft drücken müssen und wenn wir auch dann bessere Technologien zur Verfügung haben, um zum Beispiel Kohlenstoffdioxidentnahme landbasiert und durch Ökosystemleistungen und so weiter zu leisten, und wenn wir dann die rechtlichen Rahmen irgendwann auch mal aufgestellt haben, wenn die Finanzströme sich verändert haben und so weiter, dann wird uns das alles viel leichter fallen. Und deshalb können wir jetzt ja ein Stück weit dieses Überschreiten dieser Grenzen auch in Kauf nehmen. Der Bericht zeigt sehr deutlich auf, auf neuerer Studienlage, mit welchen brachialen Risiken das verbunden wäre. Es geht um den Verlust, den unumkehrbaren Verlust einiger Ökosysteme, auch anderer Dinge. Denken Sie an den Gletscherschwund zum Beispiel. Denken Sie an das Absterben von Korallenriffen. Da ist es relativ egal, ob wir nach drei Dekaden wieder zurückkommen würden. Wenn diese Systeme einmal verloren sind, sind sie unwiderruflich verloren. Das ist sehr, sehr deutlich auch der Politik zu machen. Es geht auch darum, dass wir in der Zwischenzeit mit massiven Extremereignissen zum Beispiel zu kämpfen hätten, die es gerade den verwundbarsten Ländern sehr, sehr schwer machen, ihre Entwicklung, die sie ohne Klimawandel ansonsten, also den Entwicklungspfad, den sie nehmen könnten, auch sozusagen zu nehmen. Also es gibt massive Risiken, die damit verbunden sind. Und es gibt noch ein zweites großes Risiko. Es wird natürlich auch, das kann dann Herr Krinner noch genauer ausführen, vom Klimasystem her immer schwieriger, die Kehrtwende wieder zu schaffen, weil wir Prozesse anstoßen, denken Sie jetzt meinetwegen an das Auftauen von Permafrost und das Ausgasen von weiteren Treibhausgasen, die es natürlich auch vom Klimasystem her immer schwieriger machen, die Kehrtwende später wieder zu schaffen. Also unterm Strich ist es ein Trugschluss zu sagen, wir können jetzt lax im Klimaschutz sein, weil wir später sowieso mit negativen Emissionen und so weiter Temperaturen wieder drücken müssen. Und es wird uns später leichter fallen. Es ist mit massiven Risiken verbunden, das praktisch überhaupt hinzubekommen und mit massiven Verlusten verbunden. Und darauf weist dieser Bericht auch aufbauend auf neuerer Studienlage sehr, sehr genau hin.
Moderator [00:33:38] Herr Krinner, Sie sind auch schon...
Gerhard Krinner [00:33:39] Ich kann nur bestätigen, was meine beiden Kollegen hier gesagt haben. Die Geschichte, auf die Matthias [Garschagen] hingewiesen hat, mit den höheren Emissionen, die zu höheren Feedbacks im Klimasystem führen, das ist wirklich ganz klar, [...] in Emissionspfaden, die zu höheren Emissionen führen, werden die natürlichen Sinkprozesse, die natürlichen Prozesse, die CO2 aus der Atmosphäre wieder zurückholen in den Ozeanen, [...?...] nicht mehr so effizient. Das heißt, die Natur hilft uns, wenn wir selbst weniger emittieren, weil dadurch ein größerer Anteil unserer Emissionen in der Vegetation, in den Ozeanen aufgespeichert wird. Und es ist von der physikalischen Seite her wirklich ganz klar, dass 1,5 Grad kein [...] Abgrund ist, in den wir fallen. Es sind viele kleine Abgründe. Es ist eher wie eine Wand oder [...] wie auf einem Berg, wenn man – wie sagt man auf Deutsch, es tut mir leid, ich vergesse die deutschen Wörter mittlerweile, ich bin schon so lange in Frankreich – wenn man auf einer Slope ist, auf der man dann runter rutscht. Das ist nicht ein Abgrund, in den man fällt. Man ist auf einer slippery slope. Es tut mir leid, dass mir ab und zu deutsche Wörter nicht einfallen.
Moderator [00:35:09] Ein rutschiger Abhang, aber mein Englisch ist auch begrenzt. Ich setze fort bei der Frage eines Kollegen: Gegenüber den vorhergehenden Teilberichten betont der Synthesebericht die Notwendigkeit eines konsequenten Handelns bis zum Jahr 2030. Wenn es hier keine Trendwende gibt, sieht es sogar langfristig deutlich schlechter aus. Ist dieser Eindruck richtig?
Oliver Geden [00:35:33] Ja, der Eindruck ist richtig. Und das beschreibt vielleicht nochmal eine andere Funktion des Syntheseberichts. Wir sind auf dieselbe Literatur angewiesen. Wir haben die gleichen cutt-off dates, wir müssen uns auch von Regierungen fragen lassen, ist diese Aussage durch die Teilberichte gedeckt? Was immer leicht zu belegen ist, wenn man Copy and Paste macht, aber genau das versucht man zu vermeiden. Und wenn man Wissensbestände zusammenführt, muss man auch immer zeigen können, wie liegt das in den Berichten zugrunde. Aber wir haben natürlich drei Berichte, davor drei Sonderberichte und wir haben gesehen, welche Themen in der Öffentlichkeit wie aufgenommen [werden] und welche man möglicherweise anders darstellen muss, wo man auf die Urgency-Stärke verweisen muss oder wo man Dinge anders erklären muss. Ich glaube, dass der IPCC-Bericht das stärker tut, indem vielleicht die Strukturen nicht ganz so selbsterklärend erschienen wie diese Abschnitte A, B und C, die folgen in der zeitlichen Logik. Damit vermeidet man auch, dass man sozusagen diese Silos der Arbeitsgruppen reproduziert und dieser sozusagen letzte Teil in der SPM Teil C, im Longer Report wird das Section vier sein, ist sehr handlungsorientiert und reflektiert auch, dass es global um Entwicklungspfade geht und dass der Zusammenhang mit oder die Einbettung in Sustainable Development Goals eine sehr starke ist. Dadurch wird es dann auch sehr breit, was mögliche Maßnahmen angeht. Also wo es nicht nur um "Wir kombinieren jetzt Mitigation und Adaptation" geht, sondern auch grundlegende Fragen gesellschaftlicher Entwicklung. Und die Dringlichkeit wird stärker hervorgehoben. Und weil seit dem 1,5 Grad Bericht das Jahr 2030 sich so als Benchmark etabliert hat – was muss bis zum Jahr 2030 passieren – hatte man zum Beispiel im Arbeitsgruppenbericht III diese Grafik, die auch [einen] sehr hohen Bekanntheitsgrad hatte. Was kann man bis 2030 nach heutigem Wissen und technologischen Stand zu Kosten von unter 100 Dollar sozusagen vermeiden? Die Figure finden Sie jetzt sozusagen kombiniert als SPM 7 zusammen auch mit Anpassungsmaßnahmen. Das ist das, was Politik, was Öffentlichkeit interessiert. Es gibt auch mehr und mehr Analysen darüber, ich habe im Chat die Frage gesehen: "Warum gibt es welche Hindernisse in welchen Ländern, welche Enabling Conditions braucht es?" Aber am Ende ist der IPCC da, um wissenschaftlich zusammenzufassen, also die Wissenschaft im IPCC, was der Wissensstand ist. Und das hat immer eine Handlungsdimension und ruft auch zum Handeln auf. Gemessen an den Zielen, die wir uns vernünftigerweise gesetzt haben, aber der Ball liegt natürlich dann im Feld der Politik. Um nochmal zu der Eingangsfrage zurückzukommen: Ja, man [könnte] viele der Hauptmessages aus dem AR5-Bericht, heute so auch noch sagen, aber das ist kein Grund dafür, nicht wissenschaftlich zu untersuchen, was passiert. Das mag bei dem Arbeitsgruppen-III-Bericht dann manchmal so erscheinen, es ist sehr wenig passiert, aber auf der Ebene von Politik, von der Ebene von technologischem Forschung ist schon einiges passiert. Es ist eben durch den größeren Energieverbrauch aufgefressen worden. Wenn die Temperatur steigt, steigen die Risiken. Da gibt es einen riesigen Forschungsbedarf und das Klimasystem reagiert anders und da ergeben sich neue Fragen. Also insofern macht das Sinn, ganz egal, wie Politik darauf reagiert.
Moderator [00:39:19] Ja, Herr Garschagen.
Matthias Garschagen [00:39:19] Ich möchte nur an einer Stelle kurz nachlegen oder nachschärfen. Es ist ja nicht so, dass wir die Dringlichkeit bis 2030 jetzt stärker betonen und wir sie nur betonen, sondern die Dringlichkeit ist angestiegen. Wir betonen es deutlicher, weil die Dringlichkeit angestiegen ist und das hat damit zu tun, dass die letzten Jahre einfach wir nicht so vorangekommen sind, wie wir das gerne wollten. Wenn Sie einen Marathon in einer gewissen Zeit laufen möchten und Sie laufen die ersten 30 Kilometer langsamer, als Sie es für den Schnitt bräuchten, müssen Sie die letzten Kilometer schneller laufen. Da ist eine andere Dringlichkeit drin, als wenn Sie die ersten 30 Kilometer schneller laufen. Das ist die Situation, in der wir sind. Das heißt, wir sollten weniger darüber sprechen "Hat der IPCC das jetzt anders betont als vormals?". Die Dringlichkeit hat sich geändert, und deshalb betonen wir es anders. Wir betonen es nicht anders, weil wir uns wünschen, das anders zu betonen, sozusagen. Das ist, glaube ich, ein ganz wichtiger Unterschied, wenn man es vergleicht zu den vorherigen Berichten.
Moderator [00:40:19] Vielleicht passt die Frage einer Kollegin ganz gut. Sie schreibt, dass die Summary für Policymakers auch sehr klar vorbringen oder betonen, dass noch immer mehr Geld in fossile Energien fließt als zum Beispiel in Anpassung und auch in Emissionsminderungsmaßnahmen. Und Ihre Frage: "Traut sich der IPCC inzwischen stärker politische Maßnahmen zu bewerten?" Herr Garschagen nickt.
Matthias Garschagen [00:40:43] Ich sage das mal für den Klimawandelanpassungsbereich, ich glaube Herr Geden kann es dann für den Klimaschutzbereich sagen. Im Klimaanpassungsbereich ist es auch wiederum so, es ist ja nicht so, dass der IPCC jetzt anders formuliert oder anders arbeitet, als es vorher getan wurde. Aber es hat sich etwas entscheidendes getan in der Klimawandelanpassung zumindest und das wird in diesem Teil C sehr schön zusammengebracht, Anpassung und Mitigation, hat sich unheimlich viel getan in der Welt in den letzten Jahren seit dem letzten Synthesebericht. Es findet Anpassung statt, und zwar viel, viel mehr als zum Ende des letzten Berichtszyklus. Und das wird wissenschaftlich ausgewertet. Es findet also auch mehr wissenschaftliche Literatur dazu statt, wie Anpassung vonstattengeht. So, und diese Literatur, die steigt exponentiell an oder ist jetzt im Laufe dieses Assessment-Zyklus exponentiell angestiegen. Und aus dieser Literatur lernen wir sehr deutlich, was funktioniert gut, aber auch was funktioniert nicht gut? Wo sind sozioökonomische Veränderungen nicht auf den Weg gebracht worden, die es uns erlauben, Risiken und Verwundbarkeiten vor allem zu minimieren? Wo läuft Anpassung schlecht? Wir sprechen über dieses Maladaptation. Wo werden momentan Anpassungen geplant und umgesetzt, die eigentlich langfristig das Risiko eher noch erhöhen? Denken Sie an einen kurzfristig gedachten Küstenschutz in Küstenstädten zum Beispiel, die es vielleicht erlauben, weil es jetzt opportun scheint, für die nächsten zwei, vier Dekaden Küstenstädte hochwasserfest zu machen, wir dann aber hinter einer vermeintlich sicheren Schutzmauer weitere Werte anbauen, weiter Städte anwachsen lassen und in 80 Jahren wir ein riesiges Problem haben. Solche Dinge sind sehr, sehr stark in der Literatur aufbereitet worden, beobachtet worden, erforscht worden in den letzten Jahren und die erlauben es uns sehr klar und deutlich, das auch aufzubereiten und darauf hinzuweisen mit einer sehr klaren und deutlichen Sprache. Also da würde ich sagen, da hat sich einfach auch in der Wissenschaft vieles getan, wie wir aus sozioökonomischer Sicht, aus politikwissenschaftlicher Sicht, aus soziologischer Sicht Anpassungsprozesse auch beforschen und sehr deutlich auch auf momentan schwierige Entwicklungen hinweisen können. Das für den Bereich der Klimawandelanpassung.
Moderator [00:42:58] Herr Geden, weil Herr Garschagen gesagt hat, vielleicht können Sie zum WG III, aus Perspektive des WG III noch etwas sagen?
Oliver Geden [00:43:03] Ich glaube, das ist fast ähnlich wie im Anpassungsbereich. Es gibt einfach auch mehr zu untersuchen, weil mehr passiert und dann schreibt man auch mehr darüber. Es gibt auch mehr Literatur, die man auswerten kann und dann guckt man natürlich bei der Zusammenfassung schon, wo steht jetzt die Debatte und wie kann man in möglichst kurzen Worten auch den entscheidenden Punkt machen? Wir schauen im Klimaschutz immer sehr stark darauf, wie sich die Erneuerbaren, die Electric Vehicles entwickeln? Wie sehen die Kosten aus? Wie sehen die sozusagen Raten aus mit den neu gebaut wird und vergessen dann manchmal, dass das fossile Energiesystem ja immer noch da ist und im Grunde genommen auch nicht kleiner wird. Und gucken wir, dass es vielleicht eine Entwicklung der letzten Jahre seit Paris sehr stark auf Financial Flow ist und auch wie man sozusagen Anleihemärkte grüner machen kann. Und bei diesem Satz, den die Kollegin zitiert hat, geht es eben darum, zu zeigen, im Verhältnis zu dem, was wir nach wie vor in fossile Infrastruktur stecken, ist es immer noch sehr wenig und sogar Mitigation und Adaptation zusammengenommen. Später in Teil C geht es auch noch mal darum: Wohin gehen diese Flows, die eigentlich in die richtige Richtung gehen? Gehen sie dann auch in die richtigen Projekte? Wie verhalten sich eigentlich die Investitionen im Klimaschutz versus Adaptation? Und in welchen Länder passiert das eigentlich? Also ich glaube nicht, dass der IPCC mutiger wird, aber er hat schlichtweg mehr zu erzählen in diesem Bereich, weil auch on the ground mehr passiert.
Moderator [00:44:38] Herr Krinner, Sie haben angedeutet, etwas zur Long-term-Perspektive sagen zu wollen.
Gerhard Krinner [00:44:42] Das ist eigentlich ein schönes Beispiel für Synthese. Dieses Beispiel, das Matthias [Garschagen] vorhin gegeben hat für den Küstenschutz. Working Group I sagt ganz klar, Meeresspiegelanstieg ist unvermeidbar, wird weitergehen über Jahrhunderte, Jahrtausende. Aber was wir wissen ist, dass durch die Reduktion von Treibhausgasemissionen die Schnelle des Anstiegs des Meeresspiegels begrenzt werden kann und das erlaubt uns, wenn wir diese Schnelle des Anstiegs stark begrenzen, sich effektiver anzupassen. Anpassung muss langfristig geplant werden und ist nicht mehr möglich, wenn es zu schnell geht.
Moderator [00:45:29] Jetzt haben wir von diesen Finanzierungsfragen gesprochen. Es kamen auch ein paar Fragen zum Thema Gerechtigkeit aus verschiedensten Perspektiven: "Welche Rolle spielt die Generationengerechtigkeit bei der politischen Bearbeitung der Klimakrise?" oder auch "Wie intensiv waren die Diskussionen zur Notwendigkeit einer sozial gerechten Klimapolitik?" Eine Kollegin illustriert ihre Wahrnehmung, dass der Wille gewachsen sei, den Blick auf die Ungleichheiten und politische Widersprüche zu lenken. Stimmt diese Wahrnehmung? Herr Garschagen?
Matthias Garschagen [00:46:03] Der Wille, das zu tun, ist ja nicht so, dass der IPCC in den vorherigen Assessment Cycles das wissentlich ausgeblendet hätte oder wie auch immer. Ich glaube einfach, die Ungerechtigkeiten springen uns inzwischen dermaßen ins Gesicht. Und die Literatur dazu ist dermaßen präsent, die das belegt, die das aufzeigt, dass es einfach einen anderen Stellenwert hat. Und natürlich ist es so, wenn wir das noch mal einbetten in die große Verschiebung, wenn wir uns anschauen, was ist über die letzten drei, vier Assessment Cycles eigentlich passiert und was ist in der Wissenschaft passiert? Wir haben schon eine sehr deutliche Akzentverschiebung gehabt dahingehend, dass wir anfangs in der Klimawissenschaft eigentlich uns fast ausschließlich mit der Charakterisierung des Problems beschäftigt haben. Was kommt da auf uns zu, welche Risiken und so weiter? Das ist auch nach wie vor ein wichtiges Feld und wir haben auch eben besprochen, da gibt es auch nach wie vor weiter ansteigende Literatur zu und das ist auch gut und wichtig so. Wir verstehen das immer genauer. Nur sind dann natürlich zusätzlich auch Lösungen mit in den Blick gerückt und auch die wissenschaftliche Bearbeitung von Lösungen. Ungleichheiten sind ein ganz interessantes Feld, was über beide Bereiche hinweg geht eigentlich. Ungleichheiten sind ein riesiger Treiber für die Probleme, die wir haben. Wenn wir über die Verwundbarkeiten gegenüber Klimawandel sprechen, dann haben wir eine unheimlich große Ungleichheit, die wir dieses Mal sehr genau auch aufbereitet haben. Die verwundbarsten Länder der Welt haben eigentlich historisch am wenigsten dazu beigetragen natürlich, das ist schon bekannt. Wir haben es noch mal sehr genau auch auf Basis von Daten aufbereitet. Gleichzeitig sind es aber diejenigen, die vielleicht die wenigsten Ressourcen haben, jetzt mit diesem Problem umzugehen. Und gleichzeitig sehen wir, dass wir zwar viele Bekenntnisse auf dem Papier haben, mit dieser Ungleichheit weltweit umzugehen und das anzugehen, dass wir aber auch da wiederum von dem Papier zum tatsächlichen Handeln deutliche Lücken haben. Die Ziele, die sich die Weltgemeinschaft gesetzt hat, gerechter mit dieser Frage umzugehen. Austausch und Finanzströme und so weiter aufzugleisen, um gerade den verwundbarsten, den ärmsten Ländern da unter die Arme zu greifen. Die Ziele sind auf dem Papier da, sind aber noch nicht mit Maßnahmen ausreichend hinterlegt. Und die Notwendigkeit, je mehr wir jetzt schludern, wird natürlich größer. Das heißt, diese Anpassungslücken für arme und verwundbare Länder, die wachsen rapide an, weil wir im Klimaschutz und auch in der Klimawandelanpassung nicht so vorankommen wie wir das gerne müssten. Risiken steigen an, gleichzeitig steigt sozusagen die Unterstützungsleistung nicht im gleichen Maße an. Das heißt auch hier wiederum: Wir betonen das deshalb so stark, weil das Problem so stark ist und weil das Problem wissenschaftlich eigentlich recht gut verstanden ist. Das ist sozusagen der Punkt daran.
Moderator [00:48:37] Herr Geden.
Oliver Geden [00:48:40] Man kann das ähnlich beschreiben für Klimaschutz. Vor zehn Jahren hat man Gerechtigkeitsthemen eher noch behandelt unter dem Thema 'Welche Länder haben aus historischer Verantwortung jetzt die größte Verantwortung für Minderungen? Auch die großen Kapazitäten?' Das ist auch etwas, was in der Klimarahmenkonvention eine große Rolle spielt in der Differenzierung in der alten [Konstellation ] Entwicklungsländer versus entwickelte Länder. Und je stärker das Thema Klimaschutz gemainstreamt wird, desto stärker wird es mit anderen gesellschaftlichen Fragen verbunden. Das ist eigentlich ein positives Zeichen. Und diese Fairness-Fragen werden dann auch differenzierter. Der Arbeitsgruppenbericht III und das haben Sie jetzt hier zum Beispiel A1.5 reflektiert, hat dann begonnen zu sagen: 'Naja, diese Kategorisierung ist ja ein bisschen einfach zu sagen 'Land A hat im Pro-Kopf-Verbrauch, Land B hat einen anderen', sondern auch innerhalb von Gesellschaften zu gucken, wo entstehen eigentlich die Emissionen. Und mit dieser Aussage, für wie viel Prozent der Emissionen eines Landes sind die 10 Prozent der reichen Haushalte verantwortlich und wie verhält sich das zu den niedrigsten 50 Prozent und zwar auch in vielen Entwicklungsländern? Und das geht nur, wenn es die entsprechende Literatur gibt. Und die sozialwissenschaftliche Literatur ist immer auch von politischen Debatten mitgeprägt. Es findet ja nicht mehr Elfenbeinturm statt. Das heißt, da haben sie immer neue Entwicklungen und neue Perspektiven. Und eine andere, die auch genannt wurde in Deutschland, wenn es dann darum geht, Maßnahmen umzusetzen, also zum Beispiel Kohleausstieg oder Gebäudedämmung, und dann kommen natürlich sozialpolitische Fragen und arbeitsmarktpolitische Fragen und industriepolitische Fragen sofort mit rein, sobald man es versucht ernsthaft umzusetzen und sobald mögliche gesellschaftliche Prioritäten kollidieren. Das findet sich dann in der Literatur wieder. Das findet sich dann in den Berichten wieder und damit auch in der Summary for Policymakers. Und gleichzeitig haben Delegationen auch unterschiedliche Sichtweisen darauf, die von ihren Ländern geprägt sind. Und insofern ringt man dann eben manchmal länger über solche Sätze, gerade wenn es nicht nur um das Klimasystem geht, um das physikalische, sondern diese Schnittstelle zu Politik und Gesellschaft dann auch deutlicher wird. Weil dann ja heute in der Zeitung stehen wird 'Der IPCC hat gesagt a, b, c.'. Das antizipieren Regierungen, die über solche Zusammenfassungen mitverhandeln, ja auch. Wie wird es dann in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden? Und das bringt mich noch einmal zu dem Plädoyer von meinem Kollegen Gerhard Krinner: Bitte dann auch in den kommenden Tagen in den Longer Report gucken, wo manches differenzierter steht oder ausführlicher und wo sich vielleicht auch Dinge verbergen, von denen wir drei jetzt noch gar nicht wissen, welche Bedeutung die in der Zukunft haben könnten. Weil, um ein Beispiel zu nehmen: Was macht der Synthesebericht Neues? In AR5 (dem vorangegangenen Sachstandsbericht von 2014, Anm. d. Red) ist das Konzept der 'remaining Carbon Budgets' eigentlich erst entstanden? Da spielte in WG I eine Rolle, aber keine so große Rolle in WG III, eigentlich gar keine. Und erst nachdem die Synthese Bericht AR5 fünf kam die damals berühmten 'Uns bleiben noch 1.000 Gigatonnen für zwei Grad' und überhaupt darüber konzeptionell so nachzudenken, es gibt ein 'remaining Carbon Budget' hat sich durch diesen Synthesetbericht durchgesetzt. Und ich bezweifle mal, dass man das an dem Tag schon wusste, dass das so sein würde, weil das sah eigentlich nur wie eine unschuldige Rechnung aus. Und es könnte sein, dass auch aus diesem Synthesebericht, ohne dass wir das jetzt schon wissen, sich Handlungsperspektiven oder kognitive Perspektiven zumindestens ergeben, die wir jetzt noch gar nicht antizipieren kann. Ich hoffe, das ist kein leeres Versprechen. Aber bei AR5 war das ähnlich. Es gab Dinge, die in der Zusammenführung neu entstanden sind und sich dann auch durchgesetzt haben.
Moderator [00:52:29] Herr Garschagen, mit der Bitte um eine kurze Ergänzung.
Matthias Garschagen [00:52:31] Das möchte ich absolut unterstreichen. Und ich glaube, was sind so Kandidaten für solche Themen, die glaube ich, eine unheimliche Relevanz entwickeln werden? Attributionsforschung zum Beispiel ist so ein Feld, da sind wir wesentlich weiter als im AR5. Das spielt eine große Rolle, wenn Sie das lesen, auch dann sehr stark in dem zugrunde liegenden Bericht. Wir können inzwischen sehr genau oder wesentlich genauer als noch vor achteinhalb Jahren Einzelereignisse und Schäden zuordnen dem Klimawandel. Das entfaltet schon eine politische Relevanz, wird eine viel, viel stärkere politische Relevanz entwickeln. Das ist gekoppelt an diese Frage von Loss und Damage. Auch da ist die Wissenschaft unheimlich stark vorangegangen. Und genau das ist angelegt, jetzt sozusagen im Synthesebericht. Welche politische Relevanz das erst noch entfalten wird in den nächsten zwei, drei Jahren, werden wir sehen. Aber ich würde das absolut unterstreichen und sagen, was Herr Geden sagt und das lässt sich für viele, viele Themen, die hier angelegt sind, mit beobachten. Und das wird spannend sein, die nächsten Jahre darauf zu schauen.
Moderator [00:53:26] Eine Kollegin hat schon vor einer Weile eine Frage eingestellt, die aber auch gut jetzt hätte bei ihren beiden Ausführungen erst formuliert werden können. Denn sie fragt: Inwiefern kann der IPCC dafür sorgen, dass Best Practice Beispiele in der Anpassung an zukünftige Klimabedingungen oder auch Maßnahmen, die wenig Wirkung zeigen, an Regierungen weitergeleitet werden, ohne dass es Einspruch gibt, weil sich bestimmte Stakeholder bloßgestellt fühlen könnten? Herr Garschagen, ich habe sie Luft holen sehen.
Matthias Garschagen [00:53:59] Ja, genau. Ich glaube, das geht so ein Stück weit zurück auf diese Frage "Wie kommen wir ins Handeln? Und was wissen wir auch übers Handeln?' Und ich würde schon sagen, dass natürlich Entscheidungsträger jetzt vor allem darauf bauen, deshalb auch dieser Bereich C und dass sozusagen die Maßnahmen und die Synthese dessen so so wichtig, schon natürlich darauf bauen, wo man eigentlich die meisten Synergien in dem, was wir so tun. Also um ein Beispiel zu nennen Wenn wir über Aufforstung nachdenken, über gut gemachte Aufforstung, Wiederverwertung von Mooren und so weiter, dann sind das Dinge, die idealerweise zu Hochwasserretentionsflächen führen und so Kohlenstoffsenken und zu Gebieten, wo wir Biodiversität schonen, wo wir vielleicht noch so was wie Naherholung hinbekommen. Also das sind so die Maßnahmen. Deshalb nehmen wir auch relativ genau jetzt auf einzelne Maßnahmen, wenn Sie sich Abbildung Nummer sieben anschauen zum Beispiel, auch ein und das ist, glaube ich, ganz relevant. Da schauen schon Entscheidungsträger natürlich sehr stark darauf. Das wird uns nicht überall gelingen. Das ist, glaube ich, auch ein wichtiger Punkt. Deshalb weisen wir auch im Bericht an, vor allem auch im langen Bericht, auch auf mögliche Konflikte hin. Aber das eben herauszustellen. Was kann getan werden? Wir müssen verschiedene Krisen, die wir so sehen, und verschiedene Probleme, die wir so sehen. Biodiversitätkrise, Armutskrise, Energiekrise, Klimaschutz. Das muss zunehmend zusammengedacht werden. Und da hat sich einfach auch die Welt, glaube ich, deutlich weiter entwickelt, auch im Vergleich zum letzten Synthesebericht. Im letzten Jahr im Übrigen im Vergleich zur Verabschiedung der einzelnen Sachstandsbericht hat sich im letzten Jahr einiges getan und ich denke schon, dass in der Politik auch das Verständnis gewachsen ist in der Zeit, dass wir Krisen idealerweise nicht gegeneinander ausspielen, sondern gemeinsam angehen. Und dafür sind eben synergetische Maßnahmen so wichtig. Also das würde ich schon sagen, da wird, denke ich schon, viel Relevanz drin liegen für Entscheidungsträger. Natürlich ist das jetzt nichts, was man nehmen kann als so eine Art Cook Book, wo man jetzt, wenn Sie Landrat sind, irgendwo in Niederbayern, wo Sie dann sagen können: 'Jetzt habe ich hier gesehen, das muss so zu machen'. Das muss natürlich kontextualisiert werden. Aber auf der globalen Ebene sich das anzuschauen, das ist unheimlich relevant natürlich auch für die globalen Klimaverhandlungen, für die NDCs, alles das, was Oliver Geden auch angesprochen hat.
Gerhard Krinner [00:55:59] Herr Krinner, an Sie noch vielleicht, bevor wir dann in die Schlussrunde kommen, die Frage eines Kollegen, der sagt: 'Wenn es immer wieder durchklingt, dass die IPCC-Berichte, vor allem genaueres Wissen durch die Wissenschaft präsentieren und es immer vor allem auch darum geht, diese immer wieder und immer wieder zu wiederholen, damit die Gesellschaft sich bewegt. Müssten dann, und das die Frage, IPCC-Berichte nicht sehr viel öfter veröffentlicht werden oder reicht der Aufmerksamkeitshebel der alljährlichen Klimagipfel?
Gerhard Krinner [00:56:30] Also, sehr viel öfter dieselben Arten von Berichten, wie wir sie heute machen, ist absolut unmöglich. Und ich glaube nicht, dass es einen Sinn hätte. Natürlich wäre es möglich, regelmäßige Updates zu geben über neue Entwicklungen im Klimabereich und neue Daten. Die werden auch von anderen Organisationen gegeben. Was beim IPCC wirklich wichtig ist, ist, dass wir über die den Zustand, was die Wissenschaft genau weiß, berichten. Und da ist eine Frequenz von fünf, sechs, sieben Jahren eigentlich genug. Ich glaube nicht, dass wir das erhöhen müssen. Es gibt eben diese Updates, beispielsweise für Klimadaten von der Weltmeteorologie-Organisation, die kommen jedes Jahr.
Oliver Geden [00:57:20] Nur kurz es gibt ja auch noch Sonderberichte. Jetzt im Laufe des Jahres wird entschieden werden, wie lange dauert der nächste Zyklus? Das ist politisch durchaus auch umstritten. Wird der vor dem nächsten oder übernächsten Global Stocktake enden oder wird es dahinter gehen? Und welche Sonderberichte wird es geben? Einer ist schon festgelegt, Climate Change and Cities, die anderen noch nicht. Auch nicht, wie viele es geben wird. Aber man löst dieses Problem dann über Spezial-Berichte. Das würde keinen Sinn machen, diese vollen Berichte, wie wir sie jetzt haben - vielleicht macht man irgendwann nicht mehr diese vollen Berichte - in kürzeren Abständen zu veröffentlichen. Da stimme ich Herrn Krinner zu. Aber es gibt die Sonderberichte, die, wenn man den 1,5-Grad-Bericht sich anschaut, aber auch den Land-Bericht und auch den zur Kryosphäre, durchaus viel Auffassung hat.
Moderator [00:58:06] Ja, Herr Garschagen.
Matthias Garschagen [00:58:07] Wobei es schon, glaube ich, zwischen dem, das kürzer zu machen und den jetzigen achteinhalb Jahren liegt ja eine ganze Menge an Zeitspanne. Es wird natürlich schon eine spannende Diskussion werden, das muss man jetzt mal sehen im nächsten halben Jahr, wie wir noch genauer abstimmen können, die Veröffentlichung der IPCC-Berichte. Dann auch den Abschluss eines Synthese-Zyklus oder eines Berichts-Zyklus mit diesen Global Stocktakes. Nochmal kurz zur Erklärung: Die meisten von ihnen werden das wissen, aber diese Global Stocktakes sind wirklich im Pariser Abkommen der vorgesehene Mechanismus, in regelmäßigen Abständen alle fünf Jahre als Weltgemeinschaft zu schauen 'Wie sind wir unterwegs in der Zielerreichung des Pariser Abkommens, in beiden Feldern Klimaschutz und Klimawandelanpassung' und das genaue auch dann noch genauer auch zeitlich aufeinander abzustimmen. Weltklimaratsberichte sind natürlich da ein ganz, ganz zentrales Element. Diese Information auch für den Global Stocktake dort auch zur Verfügung zu stellen oder zumindest eine wichtige Quelle an Information zu sein. Das wird spannend sein, ob wir da nicht doch ein Stück weiter zusammenkommen, dann lägen wir irgendwann zwischen den jährlichen und dem jetzt achtjährigen. Aber das muss man mal schauen.
Moderator [00:59:11] Ich möchte jetzt zum Abschluss noch mal ganz kurz die Runde wieder in alphabetischer Reihenfolge machen. Wir haben viele, viele Punkte angesprochen. Aber ich würde gerne jetzt von Ihnen noch mal in kondensierter Form wissen, in wenigen Worten: Was ist denn jetzt die zentrale Botschaft, die in die Welt geht aus diesem Bericht? Was sind die Punkte, die aus Ihrer Sicht in der Berichterstattung heute und in den kommenden Tagen nicht fehlen dürften? Herr Garschagen, das Alphabet sieht sie zuerst vor.
Matthias Garschagen [00:59:39] Ja, ich denke tatsächlich, diese dieser Punkt: Wir sehen den Klimawandel auch hier bei uns im Übrigen viel, viel stärker als vor achteinhalb Jahren. Wir spüren die Auswirkungen. Wir wissen, dass die Auswirkungen mit jedem bisschen Erwärmung massiv ansteigen werden. Und gleichzeitig haben wir es noch selber in der Hand, dagegen vorzugehen und das Allerschlimmste abzuwenden. Aber dieses Fenster schließt sich und da sind wirklich die nächsten Jahre entscheidend. Im übrigen auch, und das ist auch das Schöne an der Synthese, eben im Übrigen auch damit zu sagen, welche Anpassungsmaßnahmen werden eigentlich unter höheren Temperaturen gar nicht mehr funktionieren. Und das zeigt eigentlich diese Dringlichkeit. Wir haben es noch selber in der Hand. Sie haben es leider verpennt die letzten Jahre. Noch haben wir es selber in der Hand, aber dieses Fenster, dass wir es selber in der Hand haben, das Schlimmste abzuwenden, schließt sich rapide. Und das muss wirklich jetzt endlich verstanden werden und muss in konkretes Handeln auch überführt werden. Mutig vorangehen.
Oliver Geden [01:00:33] Jetzt kann ich schon nicht mehr viel sehr Neues erzählen, sondern dasselbe noch einmal anders formulieren. Aber ich möchte einmal für den Bereich, für den ich auch zuständig war, formulieren. Eben diesen Overshoot-Teil. Wir müssen anfangen, uns ernsthaft mit der Welt jenseits von 1,5 Grad zu beschäftigen, weil wir auf die zusteuern. Das sagt der Synthesebericht auch recht deutlich. Und was das für das Klimasystem selbst heißt, was das für Impacts, Risiken, Anpassung heißt und es auch für den Klimaschutz heißt. Aber sich damit zu beschäftigen, Herr Krinner hat es ja schon gesagt - es ist kein Kliff, von dem wir dann abstürzen - bedeutet eben nicht, dass wir uns davon dann paralysieren lassen sollen oder dürfen. Selbst wenn wir drübergehen, selbst wir das nicht wieder auf 1,5 [Grad ]brächten. Jedes Zehntel Grad wird wichtig sein, auf welchem Niveau auch immer. Wir müssen es erst mal schaffen, den Temperaturanstieg zu stoppen, das System zu stabilisieren, zumindest was den Temperaturanstieg angeht. Und das bedeutet, wir müssen auf Netto-Null-Emissionen. Das bleibt das richtige Ziel. Und dafür ist es wichtig, dass wir drastische Emissionsminderungen sehen und zwar auch schon bis 2030. Weil irgendwann bestimmte Dinge nicht mehr möglich sein werden in der Zielerreichung. Und, dass wir zuallererst und vermutlich im Global Stocktake und danach für ddas 1,5 Grad Ziel diskutiert werden müssen.
Moderator [01:02:01] Herr Krinner, ich weiß, dass als Letzter in der Runde das immer ganz gemein ist, eine solche Frage zu beantworten. Aber natürlich interessiert mich trotzdem auch ihr Input noch.
Gerhard Krinner [01:02:09] Es ist ganz klar: Ich kann eigentlich bloß bestätigen, was meine beiden Kollegen hier gesagt haben. Im Jahr 2030 wird es für jedes einzelne Jahr schon eine Wahrscheinlichkeit von 40 bis 60 Prozent haben, dass wir 1,5 Grad überschreiten. In einem einzelnen Jahr. Das heißt aber nicht, dass es das Ende der Welt ist. Jedes Zehntel Grad weitere Erwärmung sollte verhindert werden. Und die Impacts die sind wirklich langfristig. Und wir müssen verhindern, dass es immer schneller geht. Klimawandel zu begrenzen, heißt Net Zero, das ist ganz klar. Nur bei Net Zero wird die die Erwärmung stabilisiert auf dem Level, auf das wir dann erreicht haben.
Moderator [01:02:52] Danke schön für diese Schlussrunde. Die letzte Frage, die beantworte ich dann. Eine Kollegin oder ein Kollege fragt, ob dieses Briefing 'unter 1' stattfindet. also zitiert werden darf. Nicht nur darf, sondern es ist ausdrücklich unser Ziel und unser Wunsch, dass Sie fleißig aus diesem Briefing zitieren. Wobei wichtig ist, dass Sie das Embargo berücksichtigen. Also bitte vor 14:00 alles schön für sich behalten und danach dann gerne ausgiebig und viel in Ihre Beiträge, auf die Webseiten, in die Zeitung. Das Video und das Transkript zu dieser Veranstaltung finden Sie nach Ablauf der Sperrfrist auf unserer Webseite. Wenn Sie es vorher brauchen und auch mit einer zunächst nur maschinell erarbeiteten Version des Transkript einverstanden oder zufrieden sind, schicken Sie gerne Mail an redaktion@sciencemediacenter.de. Auch wenn Sie einen ausschließlich ein Audiomitschnitt wollen, können Sie das per Mail an uns richten. Ich danke Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, für Ihr Interesse. Auch bis zum Schluss ist es nicht weniger geworden. Die Zahl war stabil, der Menschen, so weit ich das sehen kann. Viel Erfolg und viel Spaß bei der Berichterstattung heute. Herr Garschagen, Herr Geden, Herr Krinner, vielen Dank, dass Sie sich, obwohl das so so lange gedauert hat, sich die Zeit genommen haben, gleich hier zu Beginn der Woche mit uns zusammenzusitzen und uns einfach diesen interessanten Einblick in den Synthesisreport zu bringen. Vielen Dank und einen guten Start in die Woche an alle.

