CO2-Entnahme an Land: Wie groß sind Potenziale und Risiken in Deutschland?
nach vier Jahren Forschung erste umfassende Analyse landbasierter CO2-Entnahmeoptionen in Deutschland veröffentlicht
sogenannte unvermeidbare Restemissionen werden auf 60 bis 130 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente geschätzt, für die es Entnahme- und Speichermöglichkeiten brauchen wird
Fachleute im Briefing: Es wird eine Kombination aus naturbasierten und technischen Methoden brauchen, für die Risiken abgewogen, ethische Fragen beantwortet und die langfristige Wirksamkeit sichergestellt werden müssen.
Am 09.12.2025 wurde der erste Bericht des Forschungsprogramms CDRterra veröffentlicht (siehe Primärquelle) – eine umfassende Bestandsaufnahme und Bewertung der landbasierten CO2-Entnahmemethoden in Deutschland. Mehr als 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus über 30 Institutionen arbeiteten vier Jahre in zehn verschiedenen interdisziplinären Projekten [I], um zu klären, welche Rolle die Entnahme des Treibhausgases aus der Atmosphäre an Land für das Erreichen der Klimaneutralität spielen kann, welche Potentiale und Risiken mit den einzelnen Methoden verbunden sind und inwiefern die Entnahme technisch machbar, ökologisch verträglich und gesellschaftlich akzeptiert ist.
Deutschland hat sich verpflichtet, bis zum Jahr 2045 die sogenannte Treibhausgasneutralität zu erreichen [II]. Alle dann noch nicht vermeidbaren Emissionen müssen durch CO2-Entnahme aus der Atmosphäre kompensiert werden. Hierzu zählen verschiedene Methoden wie die direkte Entnahme aus der Luft (DACCS), die Abscheidung bei der Nutzung von Bioenergie (BECCS) und Aufforstung [III]. Allerdings ist nicht klar, wie und in welchem Umfang eine hinreichende Nutzung überhaupt möglich ist. Während es mit dem Report „The State of Carbon Dioxide Removal“ bereits globale Untersuchungen gibt [IV], die in verschiedenen Szenarien weltweit vier bis neun Gigatonnen CO2-Entnahme pro Jahr Mitte des Jahrhunderts sieht, fehlte eine solche Analyse bisher für Deutschland. Ein Aridane-Report aus dem Jahr 2023 sieht für Deutschland Restemissionen von 62 bis 127 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten im Jahr 2045 [V]. Die Speicheroptionen und -potentiale in den Meeren untersucht das vergleichbare Forschungsprojekt CDRmare. Der nun erscheinende Bericht CDRterra wurde vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert.
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Das Transkript können Sie hier als PDF herunterladen.
„Ich habe keine Interessenkonflikte."
„Interessenskonflikte bestehen keine .“
„Interessenskonflikte sehe ich keine.“
„Interessenkonflikte bestehen nicht.“
Primärquelle
CDRterra Synthesefactsheet (2025): Potenziale und Risiken der landbasierten CO₂-Entnahme in Deutschland: was wir jetzt wissen – und was zu tun ist. DOI: 10.5281/zenodo.17277505.
Literaturstellen, die vom SMC zitiert wurden
[I] CDRterra: Die Forschungsverbünde. Webseite des Forschungsprogramms. Abgerufen am 26.11.2025.
[II] Gesetze im Internet (2024): Bundes-Klimaschutzgesetz (KSG). Stand:15.07.2024.
[III] Science Media Center (2018): Das Kohlendioxid muss raus. Fact Sheet. Stand: 21.12.2018.
[IV] Smith SM et al. (2024): The State of Carbon Dioxide Removal 2024 – 2nd Edition. Webseite des Projektes. DOI: 10.17605/OSF.IO/F85QJ (2024).
dazu
Science Media Center (2024): Wo stehen wir bei der CO2-Entnahme aus der Atmoshäre? – Aktualisierung der globalen Bestandsaufnahme. Press Briefing. Stand: 04.06.2024.
[V] Merfort A et al. (2023): Analyse: Energiewende auf Netto-Null: Passen Angebot und Nachfrage nach CO2-Entnahme aus der Atmosphäre zusammen? Kopernikus-Report Ariadne.
Prof. Dr. Christian Baatz
Juniorprofessor für Klimaethik, Nachhaltigkeit und Globale Gerechtigkeit, Philosophische Fakultät, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Angaben zu möglichen Interessenkonflikten
„Ich habe keine Interessenkonflikte."
Prof. Dr. Sabine Fuss
Leiterin der Arbeitsgruppe Nachhaltiges Kohlenstoffmanagement, Leiterin der Forschungsabteilung Klimaökonomie und Politik - MCC Berlin, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Berlin, und Professorin für Nachhaltiges Ressourcenmanagement und Globaler Wandel, Humboldt-Universität Berlin
Angaben zu möglichen Interessenkonflikten
„Interessenskonflikte bestehen keine .“
Prof. Dr. Julia Pongratz
Inhaberin des Lehrstuhls für Physische Geographie und Landnutzungssysteme und Direktorin des Department für Geographie, Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), und Mitglied im Expertenrat für Klimafragen und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats für Natürlichen Klimaschutz der Bundesregierung
Angaben zu möglichen Interessenkonflikten
„Interessenskonflikte sehe ich keine.“
Dr. Jessica Strefler
Leiterin der Arbeitsgruppe Integrated Assessment Modelling, Abteilung Transformationspfade, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Potsdam
Angaben zu möglichen Interessenkonflikten
„Interessenkonflikte bestehen nicht.“