Ölverschmutzung im Ozean
Vor der Küste des Oman ist der Tanker Caroline Bezengi, der der sogenannten russischen Schattenflotte zugerechnet wird, nach einer Havarie im Juni auf Felsen aufgelaufen. Das Schiff liegt vor den Hallaniyat-Inseln. Nach Auswertungen von Satellitenbildern tritt Öl aus; die sichtbare Verschmutzung hat sich zuletzt deutlich ausgeweitet. Die Ursache der Havarie ist bislang nicht abschließend geklärt.
Berichten zufolge hatte der unter EU-Sanktionen stehende Tanker russisches Rohöl im Schwarzmeerhafen Noworossijsk geladen und war in Richtung Indien unterwegs. An Bord sollen sich 800.000 Barrel Rohöl befunden haben. Fragen zur Verantwortung für die Bergung sind bislang nicht vollständig geklärt. Oman hat inzwischen Maßnahmen zur Eindämmung der Verschmutzung eingeleitet. Der beschädigte Tanker bleibt jedoch vor Ort und damit eine potenzielle Quelle für weiteren Ölaustritt.
Der Fall zeigt die Risiken, die von größeren Ölaustritten im Meer ausgehen können. Tankerunfälle und Havarien von Bohrplattformen erhalten dabei häufig große mediale Aufmerksamkeit. Langfristig gelangt jedoch auch über andere menschliche Aktivitäten Öl in die Meere, etwa durch den regulären Schiffsverkehr, Abwässer und diffuse Einträge. Hinzu kommen natürliche Ölquellen am Meeresboden.
Die aktuellen Ereignisse vor Oman nimmt das Science Media Center Germany daher zum Anlass, die Hintergründe und Folgen von Öl im Meer genauer zu betrachten: Was passiert mit Öl, wenn es ins Meer gelangt? Welche Maßnahmen stehen nach einem Ölunfall zur Verfügung? Und wer ist für die Bekämpfung einer möglichen Ölverschmutzung in Nord- und Ostsee zuständig?
Das Fact Sheet kann hier als pdf heruntergeladen werden.

[1] World Ocean Review (2010): Die Verschmutzung der Meereslebensräume durch Öl. In Kapitel 4: Endstation Ozean – von der Verschmutzung der Meere. World Ocean Review 1: Mit den Meeren leben.
[2] World Ocean Review (2014): Von der Verölung der Ozeane. In Kapitel 1: Öl und Gas aus dem Meer. World Ocean Review 3: Rohstoffe aus dem Meer.
[3] National Academies of Sciences (2003): Oil in the Sea III – Inputs, Fates, and Effects.
[4] National Academies of Sciences (2022): Oil in the Sea IV – Inputs, Fates, and Effects.
[5] Nicodem DE et al. (2001): Photochemistry of petroleum. Progress in Reaction Kinetics and Mechanism. DOI: 10.3184/007967401103165262.
[6] Prince RC (2015): Oil spill dispersants: boon or bane? Environmental science & technology. DOI: 10.1021/acs.est.5b00961.
[7] National Commission on the BP Deeptwater Horizon Oil Spill and Offshore Drilling (2011):
Deep Water – The Gulf Oil Disaster and the Future of Offshore Drilling. Report to the President. ISBN: 978-0-16-087371-3
[8] Camilli R et al. (2010): Tracking Hydrocarbon Plume Transport and Biodegradation at Deepwater Horizon. Science. DOI: 10.1126/science.1195223.
[9] French-McCay DP et al. (2021): Oil fate and mass balance for the Deepwater Horizon oil spill. Marine Pollution Bulletin. DOI: j.marpolbul.2021.112681.
[10] Havariekommando – Central Command for Maritime Emergencies. Webseite.
[11] VPS-System: Vorsorgeplan Schadstoffunfallbekämpfung der deutschen Küstenländer und des Bundes. Webseite.
[12] Bonn Agreement: Working together for cleanes seas. Webseite.
[13] HELCOM: Response to spills. Webseite der HELCOM Response Working Group.
[14] European Maritime Safety Agency EMSA
Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (2011): Öl im Meer - Risiken, Vorsorge und Bekämpfung. Tagungsband.
Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP: Global Marine Oil Pollution Information Gateway. Webseite.
American Society für Microbiology (2020): How Microbes Clean up Oil: Lessons From the Deepwater Horizon Oil Spill.
Xue J et al. (2015): Marine Oil-Degrading Microorganisms and Biodegradation Process of Petroleum Hydrocarbon in Marine Environments: A Review. Current Microbiology. DOI: 10.1007/s00284-015-0825-7.