Neugeborenenscreening in der D-A-CH-Region – Heute und in Zukunft
Ab 15. Mai 2026 wird das Neugeborenenscreening (NGS) in Deutschland um vier zusätzliche Untersuchungen erweitert – Vitamin-B12-Mangel sowie die Stoffwechselerkrankungen Homocystinurie, Propionazidämie und Methylmalonazidurie [I]. Seit den 60er-Jahren werden in Deutschland, Österreich und der Schweiz flächendeckende NGS durchgeführt. Dadurch können seltene genetische Erkrankungen wie Phenylketonurie oder Mukoviszidose vor Symptomeintritt entdeckt und frühzeitig behandelt werden. Im Laufe der Zeit wurde das NGS kontinuierlich um zusätzliche Untersuchungen auf neue Erkrankungen erweitert.
Derzeit werden in Deutschland und Österreich über 20, in der Schweiz elf genetische Erkrankungen vom NGS erfasst. Am zweiten oder dritten Tag nach der Geburt werden den Kindern dafür einige Tropfen Blut entnommen, die anschließend getrocknet und dann mittels verschiedener enzymatischer und immunologischer Testverfahren oder Massenspektrometrie untersucht werden.
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Literaturstellen, die vom SMC zitiert wurden
[I] Gemeinsamer Bundesausschuss (15.05.2025): Früherkennung: G-BA erweitert Neugeborenen-Screening auf Vitamin-B12-Mangel und weitere Stoffwechselerkrankungen. Pressemitteilung.
[II] Ziegler A et al. (2025): Expanded Newborn Screening Using Genome Sequencing for Early Actionable Conditions. JAMA. DOI: 10.1001/jama.2024.19662
[III] Reimers R et al. (2025): Clinical utility and cost-effectiveness of BeginNGS newborn screening by genome sequencing and standard newborn screening for severe childhood genetic diseases: an adaptive, international and comparative clinical trial. BMJ Open. DOI: 10.1136/bmjopen-2024-098609.
[IV] Carli D et al. (2025): A Genomic Sequencing Approach to Newborn Mass Screening. JAMA Network Open. DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2025.38198.
[V] Lunke S et al. (2025): Feasibility, acceptability and clinical outcomes of the BabyScreen+ genomic newborn screening study. Nature Medicine. DOI: 10.1038/s41591-025-03986-z.
[VI] Alex K et al. (2025): Empfehlungen zu ethischen, rechtlichen, sozialen und medizinischen Rahmenbedingungen für ein genomisches Neugeborenen-Screening-Programm in Deutschland. Stellungnahme der Projektgruppe NEW_LIVES „Genomic NEWborn screening programs – Legal Implications, Value, Ethics and Society”. Universität Heidelberg. DOI: 10.11588/fmk.2025.26.111791.
Prof. Dr. Matthias Baumgartner
Leiter der Abteilung Metabolismus, Universitäts-Kinderspital Zürich , Schweiz
Dr. Vassiliki Konstantopoulou
Medizinische Leitung des Neugeborenenscreening- und Stoffwechsellabors in der Abteilung für Pulmologie, Allergologie & Endokrinologie, Medizinische Universität Wien, Österreich
Prof. Dr. Christian Schaaf
Direktor des Instituts für Humangenetik, Universitätsklinikum Heidelberg
Prof. Dr. Eva Winkler
Direktorin des Instituts für Medizin- und Datenethik sowie Leiterin des Jellinek Zentrum für Ethik, Universität Heidelberg, und stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrates