Hightech Agenda: Bundesregierung veröffentlicht Roadmap zur Förderung von Quantensensoren
enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie geplant, Hauptaugenmerk liegt zunächst auf medizinischer Sensorik, etwa für Krebsdiagnosen
Quantensensoren sollen präzise Messungen ermöglichen, die neben Früherkennung von Krankheiten auch für Umweltmonitoring oder Navigation entscheidend sein können
Experten: Quantensensoren werden für Medizin, Navigation sowie Zeitmessung bereits großflächig genutzt, wobei der DACH-Raum auch für weitere Anwendungen gut aufgestellt ist; Roadmap solide aufgebaut, es wird sich aber zeigen, ob sie das vielfältige Feld ausreichend abdeckt
Quantensensoren gelten als vielversprechend in der Medizin, Raumfahrt und überall dort, wo präzise Messungen wichtig sind. Nun hat die Bundesregierung eine Roadmap dazu vorgestellt, wie die Entwicklung von Quantensensoren in Forschung und Industrie vorangetrieben werden soll [I]. Die Roadmap lag dem SMC vorab vor. Zunächst liegt der Fokus auf Anwendungen in der Medizin, etwa in der Früherkennung und Klassifizierung von Tumoren. Ab 2031 kommen weitere Anwendungsfelder wie Navigation oder Überwachung von sich ändernden Umweltbedingungen hinzu. Die vorgestellten Initiativen zielen auf europäische Zusammenarbeit und sollen einen schnellen Transfer von Forschung zu Anwendung ermöglichen. Die Roadmap wurde im Rahmen der Hightech Agenda Deutschland (HTAD) federführend vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) entwickelt [II]. Mit der HTAD will die Bundesregierung die landeseigene technologische Wettbewerbsfähigkeit für relevante Technologien stärken. Für Deutschland ist es strategisch wichtig, die Entwicklung der Quantensensorik frühzeitig voranzutreiben, um in diesem Technologiefeld keine neue Abhängigkeit von anderen Anbietern entstehen zu lassen. Beteiligte aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft können die Roadmap bis zu den HTAD-Tagen im Herbst 2026 in einer Konsultationsphase kommentieren und ergänzen. Für 2027 plant die Bundesregierung einen HTAD-Gipfel, auf dem sie Bilanz über die Fortschritte und Ergebnisse der Roadmap ziehen will.
Die HTAD ist eine Innovations- und Technologieagenda der Bundesregierung. Im Fokus stehen sechs „Schlüsseltechnologien“: künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, Mikroelektronik, Biotechnologie, Fusion und klimaneutrale Energieerzeugung sowie Technologien für klimaneutrale Mobilität. Zusammen mit der Roadmap für Quantensensoren hat die Bundesregierung auch Pläne für Quantencomputing und Quantenkommunikation entwickelt, die das SMC in einem eigenständigen Angebot von Experten einschätzen lässt.
„Ich leite eine Forschungsgruppe für Quantentechnologie und bewerbe mich regelmäßig auf Fördermittel, sehr wahrscheinlich auch aus kommenden Programmen der Bundesregierung. Ich war aber an der Erstellung der Roadmap nicht beteiligt und sehe daher keinen Interessenkonflikt.“
„Ich habe mehrere Patente im Bereich der Quantentechnologie. Außerdem bin ich an mehreren von der Industrie finanzierten und öffentlich geförderten Projekten in Zusammenarbeit mit der Industrie beteiligt. Und ich bin Mitbegründer und Gesellschafter zweier Start-up-Unternehmen im Bereich der Quantentechnologie.“
„Ich habe an der HTAD-Konsultation des BMFTR zur Quantensensorik teilgenommen. Außerdem bin ich (geringfügig) an dem Start-up ‚AQLS - Advanced Quantum Light Sources‘ beteiligt. Dessen Haupthandlungsfeld ist allerdings Quantenkommunikation und (noch) nicht die Quantensensorik. Das heißt: kein direkter Interessenkonflikt.“
„Ich besitze mehrere Patente im Bereich der Quantentechnologie und auch im Bereich der Quantensensorik. Ich hatte in der Vergangenheit von der Industrie finanzierte und öffentlich geförderte Projekte in Zusammenarbeit mit der Industrie. Außerdem bin ich Mitbegründer und Gesellschafter zweier Start-up-Unternehmen im Bereich der Quantentechnologie (NVision Quantum Technologies und QC Design).“
Literaturstellen, die vom SMC zitiert wurden
[I] Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) (18.05.2026): HTAD-Tage: Wir stellen die Roadmaps vor. Abgerufen am 19.05.2026.
[II] Bundesregierung (2026): Hightech Agenda Deutschland. Abgerufen am 19.05.2026.
Prof. Dr. Friedemann Reinhard
Leiter der Gruppe Quantentechnologie, Universität Rostock
Angaben zu möglichen Interessenkonflikten
„Ich leite eine Forschungsgruppe für Quantentechnologie und bewerbe mich regelmäßig auf Fördermittel, sehr wahrscheinlich auch aus kommenden Programmen der Bundesregierung. Ich war aber an der Erstellung der Roadmap nicht beteiligt und sehe daher keinen Interessenkonflikt.“
Prof. Dr. Fedor Jelezko
Leiter des Instituts für Quantenoptik, Universität Ulm
Angaben zu möglichen Interessenkonflikten
„Ich habe mehrere Patente im Bereich der Quantentechnologie. Außerdem bin ich an mehreren von der Industrie finanzierten und öffentlich geförderten Projekten in Zusammenarbeit mit der Industrie beteiligt. Und ich bin Mitbegründer und Gesellschafter zweier Start-up-Unternehmen im Bereich der Quantentechnologie.“
Dr. Sven Ramelow
Leiter der Arbeitsgruppe Nichtlineare Quantenoptik, Institut für Physik, Humboldt-Universität zu Berlin, und Leiter des Joint Lab „Integrated Nonlinear Quantum Optics“, Ferdinand-Braun-Institut, Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH), Berlin
Angaben zu möglichen Interessenkonflikten
„Ich habe an der HTAD-Konsultation des BMFTR zur Quantensensorik teilgenommen. Außerdem bin ich (geringfügig) an dem Start-up ‚AQLS - Advanced Quantum Light Sources‘ beteiligt. Dessen Haupthandlungsfeld ist allerdings Quantenkommunikation und (noch) nicht die Quantensensorik. Das heißt: kein direkter Interessenkonflikt.“
Prof. Dr. Martin Plenio
Leiter des Instituts für theoretische Physik, Universität Ulm
Angaben zu möglichen Interessenkonflikten
„Ich besitze mehrere Patente im Bereich der Quantentechnologie und auch im Bereich der Quantensensorik. Ich hatte in der Vergangenheit von der Industrie finanzierte und öffentlich geförderte Projekte in Zusammenarbeit mit der Industrie. Außerdem bin ich Mitbegründer und Gesellschafter zweier Start-up-Unternehmen im Bereich der Quantentechnologie (NVision Quantum Technologies und QC Design).“