Chatbots als Erstkontakt bei medizinischen Fragen
Chatbots sind so gut wie immer und überall verfügbar, anonym, empathisch und ihre Antworten gut verständlich. 45 Prozent der Befragten in einer repräsentativen Umfrage in Deutschland gaben an, Gesundheitsfragen zunächst mit einem Sprachmodell zu besprechen. Dabei ist eigentlich bekannt, dass Chatbots kein Ersatz für professionelle medizinische Beratung sind: Nutzende geben sensible Gesundheitsdaten preis und die Qualität der Antworten ist ungewiss. Betroffene scheinen aber die Lücke zwischen der wahrgenommenen Nützlichkeit und der tatsächlichen klinischen Wirksamkeit und Sicherheit hinzunehmen. Es scheint also ein Bedarf zu bestehen, den das deutsche Gesundheitssystem nicht bedient.
Gleichzeitig haben Sprachmodelle auch das Potenzial, überlastetem medizinischen Personal die Arbeit zu erleichtern: Sie können beispielsweise helfen, die Dringlichkeit von Beschwerden einzuschätzen und Befunde in einfacher Sprache erklären. Das könnte unnötige Arztbesuche ersparen und die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung verbessern.
Auf unserem Youtube-Kanal können Sie das Video in der Sprecheransicht oder Galerieansicht anschauen.
Das Transkript können Sie hier als PDF herunterladen.
Alle: Keine Angaben erhalten.
Literaturstellen, die vom SMC zitiert wurden
[I] Ramaswamy A et al. (2026): ChatGPT Health performance in a structured test of triage recommendations. Nature Medicine. DOI: 10.1038/s41591-026-04297-7.
Prof. Dr. Kerstin Denecke
Co-Leiterin des Instituts für Patient-centered Digital Health, Berner Fachhochschule (BFH), Schweiz
Prof. Dr. Elena Link
Junior-Professorin für Wissenschaftskommunikation am Institut für Publizistik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Dr. Felix Mühlensiepen
Leiter der Nachwuchsgruppe User Experience in Digital Health, Koordinator des Zentrums für Versorgungsforschung, Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane, Rüdersdorf bei Berlin