Medizin und Lebenswissenschaften

Statements

10. April 2020

Live-Umfrage zum Schutzverhalten der Bevölkerung vor SARS-CoV-2

  • Die Risikowahrnehmung, Ängste und Sorgen gehen im Vergleich zu den Vorwochen leicht zurück, befinden sich aber immer noch auf einem relativ hohen Niveau.

  • Die Sorge vor der Überlastung des Gesundheitssystems – eine zentrale Begründung der Maßnahmen – ging im Vergleich zur Vorwoche zurück.

  • Die Maßnahmen sind immer noch gut akzeptiert, aber mehr Befragte als vergangene Woche nehmen die Maßnahmen als übertrieben wahr.

  • Die seit drei Wochen sinkende Risikowahrnehmung geht auch mit einer steigenden Wahrnehmung einher, dass die Maßnahmen übertrieben sind.

  • Ein Effekt der sinkenden Risikowahrnehmung auf das Befolgen der Maßnahmen zeigt sich nicht. Wissen ist hier der stärkste Einflussfaktor.

  • Mobilitätsdaten aus Mobiltelefonen zeigen einen kleinen Anstieg in der Bewegungshäufikeit der Bevölkerung; diese gehen einher mit einer steigenden Wahrnehmung, dass die Maßnahmen übertrieben sind (kleiner Effekt). Absolut gesehen sind die Maßnahmen jedoch noch gut akzeptiert.

  • Die rückläufigen Tendenzen in der Risikowahrnehmung und Sorge sind derzeit klein, jedoch deutet das Gesamtmuster auf eine einsetzende Gewöhnung und möglicherweise langfristig sinkende Bereitschaft hin, die Maßnahmen vollumfänglich und konsequent mitzutragen.

  • Die Bereitschaft, in der Öffentlichkeit eine Maske zu tragen ist vor allem bei Älteren hoch. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass sie sich einen Schutz vor Ansteckung erhoffen. Allerdings ist Fakt, dass eine Maske vor allem vor der Übertragung auf andere schützt, nicht vor Ansteckung

  • 68 Prozent halten es für eine wirksame Schutzmaßnahme, in der Öffentlichkeit Masken zu tragen

  • 28 Prozent geben an, in der Öffentlichkeit Masken zu tragen

  • Einer verpflichtenden Regelung stimmen immerhin 46 Prozent zu.

  • Eine freiwillige, datenschutzkonforme Tracing-App ist moderat akzeptiert, verstärktem Testen und häuslicher Quarantäne von Personen, die mit Infizierten Kontakt hatten, wird stark zugestimmt.

  • 56 Prozent sind eher bereit oder bereit, sich eine datenschutzkonforme App zu installieren; allerdings würden sich 14 Prozent eine solche App auf keinen Fall runterladen.

  • 94 Prozent der Personen, die eine solche App nutzen würden, wären eher bereit oder bereit, ihre Kontaktdistanzhistorie mit dem Gesundheitsamt zu teilen. Die daraus folgende häusliche Quarantäne von Personen, die mit einem Infizierten Kontakt haben, ist sehr gut akzeptiert.