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29.10.2021

Keine neuen Meeresschutzgebiete in der Antarktis

Anlass

Die Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR) ist zu keiner Einigung über neue Meeresschutzgebiete im Südpolarmeer gekommen. Wie schon in den vergangenen Jahren blockieren Russland und China die Einführung neuer Schutzgebiete. Beide Länder betreiben in der Gegend Fischerei, vor allem auf antarktischen Krill und Seehecht. An der CCAMLR beteiligen sich 24 Länder und die EU und ihre Beschlüsse müssen einstimmig gefasst werden. Die Entscheidung wurde somit wieder einmal vertagt – was bedeutet das für die Antarktis und den globalen Meeresschutz?

Die drei antarktischen Meeresschutzgebiete, die auf der Konferenz diskutiert wurden, haben insgesamt eine Fläche von rund vier Millionen Quadratkilometern, was etwa einem Prozent der globalen Meeresfläche entspricht. Sie liegen im Weddellmeer (im Gespräch seit 2016), in der Ostantarktis (im Gespräch seit 2011) sowie westlich der antarktischen Halbinsel (eine Karte der Schutzgebiete finden Sie unter [I]). Die Schutzgebiete würden einen wertvollen Beitrag zum langfristigen Schutz der antarktischen Ökosysteme leisten. Einen Erfolg konnte die CCAMLR 2016 verbuchen, als sie ein 1,5 Millionen Quadratkilometer großes Gebiet im Rossmeer unter Schutz stellte. Es ist das weltweit größte bestehende Meeresschutzgebiet.

Die CCAMLR hat den Auftrag, die Meereslebewesen der Antarktis zu schützen und reguliert die Fischerei im Südpolarmeer schon heute vergleichsweise streng. Auch wegen dieser Regulierungen sind die antarktischen marinen Ökosysteme noch relativ intakt. Durch den Klimawandel erwärmt sich das Südpolarmeer jedoch schnell – deutlich schneller als die meisten anderen Bereiche der Weltmeere, was die lokalen Ökosysteme bedroht. Umso relevanter werden Schutzgebiete, die als Rückzugsort für Meereslebewesen dienen und die Widerstandsfähigkeit der Ökosysteme stärken.

Der Schutz und die nachhaltige Nutzung der Ozeane ist eines der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele [II]. Um dieses zu erreichen, sollten bis Ende 2020 zehn Prozent der weltweiten Meeresfläche geschützt werden. Aktuell stehen aber nur etwa sieben Prozent der Weltmeere unter Schutz. Viele der bestehenden Schutzgebiete existieren zudem nur auf dem Papier und werden tatsächlich stärker befischt als nicht geschützte Gebiete.

Rückt das Zehn-Prozent-Ziel durch die erneute Absage der CCAMLR an neue Schutzgebiete in weite Ferne? Welche Relevanz haben die angestrebten antarktischen Meeresschutzgebiete für die dortigen Ökosysteme sowie als Maßnahme gegen und als Anpassung an den Klimawandel? Und was muss passieren, damit die verhandelnden Parteien in der CCAMLR in Zukunft doch noch zu einer Einigung kommen könnten? Zu diesen Fragen liefern Expertinnen und Experten hier ihre Einschätzungen.

Übersicht

     

  • Dr. Rainer Froese, Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Marine Evolutionsökologie, Forschungsbereich Marine Ökologie, Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (GEOMAR), Kiel
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  • Prof. Dr. Nele Matz-Lück, Ko-Direktorin am Walther-Schücking-Institut für Internationales Recht, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
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  • Prof. Dr. Bettina Meyer, Professorin am Institut für Chemie und Biologie des Meeres, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, und Gruppenleiterin am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI), Bremerhaven, und Wissenschaftliches Mitglied am Helmholtz-Institut für Funktionelle marine Biodiversität an der Univ. Oldenburg (HIFMB)
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  • Prof. Dr. Thomas Brey, Leiter der Sektion Funktionelle Ökologie, Fachbereich Biowissenschaften, Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI), Bremerhaven, und Stellvertretender Direktor, Helmholtz-Institut für Funktionelle marine Biodiversität an der Univ. Oldenburg (HIFMB), und Deutscher Repräsentant im Wissenschaftsausschuss der Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR)
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Statements

Dr. Rainer Froese

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Marine Evolutionsökologie, Forschungsbereich Marine Ökologie, Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (GEOMAR), Kiel

„CCAMLR gilt als eine der besseren regionalen Fischereimanagement-Organisationen, mit relativ wenig Fischerei und relativ geringen Fangmengen. Leider wächst der Druck, mehr Fischerei zuzulassen, insbesondere auf Krill als Futter für Aquakultur. Die Antarktis leidet bereits sehr stark unter dem Klimawandel. Als Verantwortliche müssten wir alles tun, um die Auswirkungen auf die Lebewesen dort abzumildern. Fischerei auf Krill entnimmt die wichtigste Nahrungsquelle für viele Lebewesen wie Wale oder Pinguine. Diese müssen als Folge längere Wege zurücklegen, um genug Nahrung für sich und ihren Nachwuchs zu finden. Der durch Klimawandel verursachte Stress wird nicht abgemildert, sondern verstärkt. Die Krillbestände sind bereits rückläufig. Jede Fischerei darauf sollte eingestellt werden.“

Auf die Frage, wie sich die Schutzgebiete im Südpolarmeer auf die dortigen Ökosysteme auswirken würden:
„Die angestrebten Schutzgebiete würden zumindest dort die Fischerei einschränken.“

Auf die Frage, wie realistisch es noch ist, dass das in den UN-Nachhaltigkeitszielen festgesetzte Zehn-Prozent-Ziel zum Meeresschutz in Zukunft erreicht wird:
„Die Meeresschutzziele sind bisher nur zum Teil und nur auf dem Papier erreicht worden. In den meisten ausgewiesenen Schutzgebieten gibt es keinen Schutz vor Fischerei (sogenannte ‚Paper Parks’ sind Meeresschutzgebiete, die nur auf dem Papier existieren und in der Realität keinen Schutz von Ökosystemen und Ressourcen bieten; Anm. d. Red).“

Prof. Dr. Nele Matz-Lück

Ko-Direktorin am Walther-Schücking-Institut für Internationales Recht, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

„Die Fischerei im Südpolarmeer wird in erster Linie durch das Übereinkommen über die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis und die dadurch gegründete Kommission (CCAMLR; Anm. d. Red.) geregelt. Die Kommission beschließt unter anderem Fangmengen für verschiedene wirtschaftlich relevante Arten (Krill und Fische) unter Einbeziehung wissenschaftlicher Expertise. Die Einhaltung von Standards wird durch verschiedene Maßnahmen sichergestellt (zum Beispiel Beobachter an Bord und Berichtspflichten). Die Kommission hat aber keine Möglichkeiten, effektiv gegen illegale Fischerei (so genanntes IUU Fishing) vorzugehen. Angesichts wachsenden Drucks auf marine Ökosysteme in der Antarktis durch den Klimawandel stellt die Überfischung durch genehmigte und illegale Fischereiaktivitäten eine Bedrohung dar. Das Umweltschutzprotokoll zum Antarktisvertrag enthält ein Moratorium bezüglich der Ausbeutung nicht-lebender Ressourcen des Meeresbodens in Form von zum Beispiel Öl und Gas.“

„Die angestrebten Schutzgebiete stellen objektiv große Bereiche des Ozeans unter Schutz und können so als Rückzugsgebiete dienen. Die Lage entspricht dem Netzwerkcharakter, an verschiedenen Stellen des Südpolarmeers Schutzgebiete einzurichten und dadurch Forschung an der Effektivität der Schutzmaßnahmen zu ermöglichen.“

„Die Antarktis ist durch die Versauerung und Erwärmung besonderem Druck ausgesetzt, während sie gleichzeitig einen bedeutsamen Faktor der Klimastabilität darstellt. Industrielle Fischerei erhöht den Druck auf Bestandteile des Ökosystems, zum Beispiel Krill, ohne dass die Folgen im Zusammenhang mit dem Klimawandel abschließend erforscht wären. Ein Netzwerk von Meeresschutzgebieten ist zumindest ein Ansatz, um den Druck durch menschliche Eingriffe auf besonders sensible Ökosysteme stellenweise zu reduzieren. Meeresschutzgebiete allein werden die negativen Auswirkungen des Klimawandels auf die Antarktis und den übrigen Planeten aber nicht aufhalten.“

„Meiner Einschätzung nach sollte weiter versucht werden, die Gegner (der antarktischen Meeresschutzgebiete; Anm. d. Red.) zum Einlenken zu bewegen. Auch in dem langen Prozess um das Meeresschutzgebiet im Rossmeer gab es schließlich Kompromisse und Zustimmung.“

Auf die Frage, wie realistisch es noch ist, dass das in den UN-Nachhaltigkeitszielen festgesetzte Zehn-Prozent-Ziel zum Meeresschutz in Zukunft erreicht wird:
„Das Festhalten an einer Zahl ist für den politischen Prozess sicherlich sinnvoll. Wichtiger ist aber, wie das Schutzniveau ausgestaltet ist, zum Beispiel ob Fischerei eingeschränkt oder verboten ist, und ob die Einhaltung sichergestellt werden kann. Auch kommt es rechtlich darauf an, wo sich diese Gebiete befinden und wer dementsprechend die Regelungs- und Durchsetzungskompetenz besitzt. Für die Hohe See gibt es keine abschließenden Regelungen zu marinen Schutzgebieten, weil die Verhandlungen zu einem Abkommen zum Schutz biologischer Vielfalt in Bereichen außerhalb nationaler Hoheitsgewalt nicht abgeschlossen sind. Ich bezweifle, dass in Zukunft zehn Prozent der Meere effektiv unter Schutz gestellt werden, sodass verschiedene Tätigkeiten einschließlich der Ausbeutung von Ressourcen untersagt und Verstöße geahndet werden.“

Prof. Dr. Bettina Meyer

Professorin am Institut für Chemie und Biologie des Meeres, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, und Gruppenleiterin am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI), Bremerhaven, und Wissenschaftliches Mitglied am Helmholtz-Institut für Funktionelle marine Biodiversität an der Univ. Oldenburg (HIFMB)

„Die Fischerei im Südpolarmeer ist durch CCAMLR eine der am besten regulierten Fischereien weltweit. Die Krillbiomasse ist alle fünf bis sechs Jahren großen Schwankungen unterworfen. Langzeituntersuchungen der letzten zehn bis zwanzig Jahre haben gezeigt, dass die Krillfischerei in Jahren geringer Krillbiomasse einen negativen Einfluss auf den Rekrutierungserfolg von Pinguin-Kolonien haben kann [1].“

„Für die Etablierung von Meeresschutzgebieten ist eine substanzielle Datenlage zur Beurteilung verschiedener Habitate in dem angedachten Meeresschutzgebiet notwendig. Verschiedene Länder und ihre Institutionen haben spezifische Schwerpunktgebiete, auf denen ihre Forschung stattfindet. Das Alfred-Wegener-Institut hat zum Beispiel die meisten Daten für den Antrag zum Weddellmeer-Meeresschutzgebiet geliefert. Das Weddellmeer-Meeresschutzgebiet kann in der Zukunft ein wichtiges Rückzugsgebiet für Eis-assoziierte Arten darstellen, wenn nördlich und westlich der antarktischen Halbinsel die Meereisbedeckung im Winter weiter zurückgeht. Dies gilt zum Beispiel auch für den Krill.“

Auf die Frage, wie gut die Chancen stehen, dass die Meeresschutzgebiete im Südpolarmeer in Zukunft noch durchgesetzt werden:
„Diese Entscheidung kann meines Erachtens nur noch auf höchster Ebene erfolgen. Wenn zum Beispiel Obama sich mit Putin nicht über das Rossmeer-Meeresschutzgebiet verständigt hätte, wäre dies höchstwahrscheinlich bis heute nicht akzeptiert worden.“

„Durch die ‚United Nations Decade of Ocean Science for Sustainable Development‘ erhöht sich der Druck in den Diskussionen zum Thema Meeresschutzgebiete bei der CCAMLR. In dieser Hinsicht habe ich Hoffnung, dass sich in den nächsten Jahren auch auf höchster Ebene etwas bewegen könnte.“

Prof. Dr. Thomas Brey

Leiter der Sektion Funktionelle Ökologie, Fachbereich Biowissenschaften, Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI), Bremerhaven, und Stellvertretender Direktor, Helmholtz-Institut für Funktionelle marine Biodiversität an der Univ. Oldenburg (HIFMB), und Deutscher Repräsentant im Wissenschaftsausschuss der Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR)

„Die Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR) hat auch auf ihrer 40. Jahrestagung in Hobart, Australien, die Einrichtung weiterer großer Meeresschutzgebiete in der Antarktis nicht beschlossen. Die 25 Mitgliedsländer konnten sich nicht darauf verständigen, dass die drei Vorschläge für Meeresschutzgebiete in der Ost-Antarktis, an der Antarktischen Halbinsel und im Weddellmeer auf ausreichender wissenschaftlicher Grundlage beruhen und im vorgeschlagenen Umfang notwendig sind.“

„Die eigentliche Aufgabe von CCAMLR ist ‚der Erhalt und die sinnvolle Nutzung‘ lebender Ressourcen der Antarktis. CCAMLR reguliert also die antarktische Fischerei, die hauptsächlich den Krill und den Schwarzen Seehecht betrifft. Dies geschieht auf der Basis des Vorsorgeprinzips und des ökosystembasierten Managements. Meeresschutzgebiete sind eine von vielen möglichen Managementmaßnahmen. Der Schwerpunkt der Arbeit von CCAMLR liegt aber auf dem direkten Management der Fischerei.“

„Die Kommission beschließt auf der Basis der Empfehlungen des Wissenschaftsausschusses von CCAMLR Maßnahmen für jeden Bestand. Diese reichen von ‚closed fishery‘ – das heißt keinerlei Befischung – bis zu exakten jährlichen Fangquoten. Die Kommission entscheidet auch über die Fangsaison und über die erlaubten Fangtechniken. Besonders wichtig ist dabei, dass Seevögel, Pinguine und Robben durch die Fischerei nicht beeinträchtigt werden. Die strengen Auflagen werden durchgesetzt: Jedes Fischereischiff hat einen Beobachter eines anderen CCAMLR-Mitglieds an Bord, die Fangmengen müssen umgehend an CCAMLR gemeldet werden, und jede noch so kleine Regelverletzung – zum Beispiel Verlust von Fanggeräten – muss an CCAMLR berichtet werden und wird genau untersucht. Es gibt kaum eine Fischerei auf der Welt, die umfassender reguliert wird. Das eigentliche Problem ist aber illegale Fischerei auf den schwarzen Seehecht. Dagegen hat CCAMLR keine direkte Handhabe, denn der Antarktische Ozean ist ein internationales Gewässer. CCAMLR versucht auf der politischen Ebene zu erreichen, dass kein Staat diese gut organisierten und gut vernetzten Aktivitäten unterstützt.“

„Die vorgeschlagenen Antarktischen Meeresschutzgebiete wären ein wichtiger Baustein eines globalen Netzwerks von Schutzgebieten, das alle wichtigen marinen Ökosysteme abdecken sollte. Zudem wären sie der entscheidende Schritt hin zum Erreichen des Ziels, zehn Prozent der Meeresfläche unter Schutz zu stellen.“

„Jedes der Antarktischen Meeresschutzgebiete ist in sich besonders. Zum Beispiel ist das Gebiet um die Halbinsel hochproduktiv (Plankton, Krill, Fisch) und das Weddellmeer ist im südwestlichen Teil dauerhaft von Meereis bedeckt. Das ist auch ein wesentliches Argument für seinen Schutz. Sollte das antarktische Meereis im Zuge des Klimawandels stark abnehmen, wäre das südwestliche Weddellmeer ein Rückzugsort für alle Arten, die auf das Eis angewiesen sind.“

„Dass die drei Meeresschutzgebiete auch dieses Jahr nicht beschlossen wurden, ist kurzfristig kein Drama, denn diese Gebiete sind ja nicht unmittelbar durch menschliche Aktivitäten bedroht. Der antarktische Kontinent ist unbewohnt, es gibt keine kommerzielle Schifffahrt, Tourismus beschränkt sich auf kleine Gebiete an der Halbinsel, der Abbau von Rohstoffen ist verboten und die Fischerei ist durch CCAMLR gut kontrolliert.“

„Allerdings wären Meeresschutzgebiete aus Sicht des Vorsorgeprinzips auch heute schon sinnvoll, weil sie die zukünftige Nutzung – zum Beispiel durch Fischerei – des Gebiets einschränken würden. Und genau das ist meines Erachtens der entscheidende Grund dafür, dass sich die 25 CCAMLR-Mitglieder nicht auf diese Meeresschutzgebiete verständigen können. Die Nationen, die in der Antarktis Fischerei betreiben und auch in Zukunft betreiben wollen, sind der Ansicht, dass die vorgeschlagenen Gebiete vor allem durch ihre Größe die zukünftige Entwicklung der Fischerei – die ja noch niemand kennt – zu sehr einschränken. Vor allem Russland und China machen sehr deutlich, dass sie diesen Vorschlägen nicht zustimmen werden.“

„Die Fronten sind also verhärtet. Die Befürworter halten eisern an ihren Vorschlägen fest, die Gegner lehnen sie ebenso entschlossen ab. Da CCAMLR alle Beschlüsse einstimmig fassen muss, bewegt sich nichts. Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder wird der Knoten auf höchster politischer Ebene durchschlagen, oder aber Befürworter und Gegner nehmen sich die Aufforderung der japanischen Delegation zu Herzen: ‚Nehmt die inhaltliche Diskussion wieder auf, nur so kann ein gemeinsamer Weg gefunden werden.‘ Das könnte funktionieren: Wir gehen alle einen Schritt zurück, oder auch zwei, werden bescheidener in unseren Forderungen – auch wenn es schmerzt – und haben mehr Geduld. Dann können wir uns hoffentlich in einigen Jahren über funktionierende antarktische Meeresschutzgebiete freuen.“

Angaben zu möglichen Interessenkonflikten

Prof. Dr. Thomas Brey: „Keine."

Alle anderen: Keine Angaben erhalten.

Literaturstellen, die von den Experten zitiert wurden

[1] Watters GM et al. (2020): Long-term observations from Antarctica demonstrate that mismatched scales of fisheries management and predator-prey interaction lead to erroneous conclusions about precaution. Scientific Reports.

Literaturstellen, die vom SMC zitiert wurden

[I] Deutsche Stiftung Meeresschutz (19.10.2021): Neuer Anlauf für Antarktis-Schutzgebiete. Mit einer Karte der antarktischen Meeresschutzgebiete.

[II] United Nations: Conserve and sustainably use the oceans, seas and marine resources for sustainable development. Sustainable Development Goal 14.

Weitere Recherchequellen

Science Media Center (2018): Meeresschutzgebiete oft intensiver befischt als ungeschützte Regionen. Research in Context. Stand: 20.12.2018.

Science Media Center (2018): Nur noch rund 13 Prozent der Weltmeere sind unberührt. Press Briefing. Stand: 26.07.2018.