UN Report: Globale Bestandsaufnahme wandernder Süßwasserfischarten
50 Fischarten in Europa müssten zusätzlich geschützt werden – weltweit sogar 325 weitere Arten
globale Bestandsaufnahme wandernder Süßwasserfische wird auf der 15. Vertragsstaatenkonferenz der Bonner Konvention vorgestellt
Expertin und Experten sehen mangelnde Datenlage in einigen Regionen der Welt und gehen davon aus, dass noch mehr Wanderfischarten schutzbedürftig sind; fehlende Durchgängigkeit sei ein entscheidendes Problem für Arten weltweit
Viele wandernde Tiere wie Vögel und Säugetiere werden durch international koordinierte Schutzmaßnahmen geschützt. Wandernde Süßwasserfische stehen demgegenüber weniger prominent im Fokus internationaler Schutzbemühungen. Forschende kommen nun allerdings zu dem Schluss, dass weltweit deutlich mehr wandernde Süßwasserfischarten schutzbedürftig sind als bislang angenommen. Wie die Forschenden schreiben, erfüllen weltweit 325 wandernde Arten Schutzkriterien des Übereinkommens zum Schutz wandernder Tierarten (Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals, CMS). Die Ergebnisse der globalen Bestandsaufnahme wurden am 24.03.2026 auf der 15. Vertragsstaatenkonferenz (COP 15) im brasilianischen Campo Grande offiziell vorgestellt und beraten.
Laut den Forschenden sind in den Anhängen der CMS-Konvention bislang lediglich 23 Arten wandernder Süßwasserfische gelistet (siehe Hintergrundinformationen). Darunter der Europäische Aal, der sein Leben im Süßwasser verbringt und zur Fortpflanzung ins Meer wandert, sowie 19 Arten aus der Ordnung der Störe und Löffelstöre. Von den 325 Arten, die die Schutzkriterien der CMS erfüllen, kommen 205 in Asien vor; in Europa identifizierten die Forschenden 50 schutzwürdige Arten, insbesondere im Einzugsgebiet der Donau.
Lehrstuhlinhaber Fachgebiet Wasserbau und Hydraulik, Technische Universität Darmstadt
„Dass weltweit über 300 wandernde Süßwasserfischarten zusätzlichen Schutz benötigen, überrascht aus wissenschaftlicher Sicht leider kaum. Flüsse gehören heute zu den am stärksten fragmentierten Ökosystemen der Erde – mit unzähligen Stauanlagen, Wehren und anderen Querbauwerken. Der Report macht deutlich, dass wandernde Fischarten entlang der Gewässernetze oft über viele Länder hinweg migrieren. Deshalb sind sie besonders schwierig zu schützen – sie benötigen internationale Abkommen und koordinierte Maßnahmen entlang ganzer Flusssysteme. Die rund 50 europäischen Arten, die im Bericht als Kandidaten für verstärkten Schutz genannt werden, zeigen, dass auch in den stark regulierten Flusssystemen Europas erheblicher Handlungsbedarf besteht. Eine Aufnahme dieser Arten in die CMS-Anhänge würde vor allem politische Aufmerksamkeit schaffen und die internationale Zusammenarbeit stärken – etwa durch gemeinsame Schutzprogramme, abgestimmtes Monitoring und koordinierte Renaturierungsmaßnahmen.“
„Die europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) hat das Thema ökologische Durchgängigkeit erstmals systematisch in die Gewässerbewirtschaftung integriert – siehe hierzu auch den Anhang V der WRRL [V].“
„In Deutschland wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten Bestandsanalysen zur Durchgängigkeit insbesondere an Wehren und Wasserkraftanlagen durchgeführt und zudem tausende Maßnahmen umgesetzt – etwa Fischaufstiegsanlagen, Umgehungsgerinne oder der Rückbau kleiner Wehre. Trotz dieser Fortschritte bleibt die Fragmentierung unserer Fließgewässer ein zentrales Problem: Wasserkraftanlagen und Staustufen sind weiterhin bedeutende Barrieren für wandernde Fischarten – nicht nur bei den großen Flüssen, sondern auch in deren Oberläufen oder bei vielen kleinen Zuflüssen stellen die Fragmentierungen wesentliche Hindernisse für die Fische dar, um wertvolle Habitate zu erreichen.“
„Aus Sicht der Forschung ist es entscheidend, nicht nur einzelne Bauwerke zu optimieren, sondern ganze Wanderkorridore auf Einzugsgebietsebene wiederherzustellen. Besonders effektiv sind Strategien, die Durchgängigkeit mit Renaturierung kombinieren – etwa durch wieder angebundene Auen, strukturreiche Flussabschnitte und naturnahe Abflussregime.“
„Der Ausbau erneuerbarer Energien ist wichtig, darf aber nicht dazu führen, dass Flüsse weiter fragmentiert werden. Die Herausforderung besteht darin, Energiegewinnung und Gewässerökologie besser miteinander zu vereinbaren. Moderne Wasserkraftanlagen können durch Fischaufstiegsanlagen, Fischschutzsysteme und angepasste Betriebsweisen deutlich fischfreundlicher gestaltet werden. Neben Querbauwerken wirken auch weitere Stressoren auf Wanderfische – darunter Gewässerverschmutzung oder ein verändertes Abflussregime durch Klimawandel, beispielsweise Niedrigwasser.“
„Neue Nutzungen wie Flusswärmepumpen müssen frühzeitig ökologisch bewertet werden, damit zusätzliche Belastungen für ohnehin gefährdete Fischpopulationen vermieden werden. Hierzu laufen aktuell in Europa Forschungsprojekte mit dem Ziel, Potenziale und Umweltwirkungen besser einschätzen und bewerten zu können und Handlungsvorgaben für die Praxis zu erarbeiten.“ ( Hierzu auch [VI] ; Anm. d. Red. )
„Wanderfische kennen keine politischen Grenzen – deshalb muss ihr Schutz entlang ganzer Flusssysteme organisiert werden. Institutionen wie die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins oder die Internationale Kommission zum Schutz der Donau zeigen, dass grenzüberschreitendes Gewässermanagement funktionieren kann. Erfolgreiche Strategien setzen auf gemeinsame Ziele, abgestimmte Monitoringprogramme und koordinierte Maßnahmen zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit. Ein besonders wirksamer Ansatz ist die Planung ökologischer Wanderkorridore auf Einzugsgebietsebene – also vom Oberlauf bis zur Mündung.“
„In der Gesamtschau lässt sich feststellen: Der Schutz wandernder Fischarten kann nur gelingen, wenn Wasserbau, Naturschutz, Energiepolitik und Fischereimanagement enger und überregionaler als bisher zusammenarbeiten.“
Leiter der Abteilung Fischökologie und Evolution, Wasserforschungsinstitut Eawag, Dübendorf, Schweiz
„Es überrascht mich nicht, dass 325 Arten mehr als die ursprünglich angegebenen 23 Arten zu den wandernden Süßwasserarten gehören, die eines verstärkten Schutzes bedürfen. Wanderarten sind im Allgemeinen gefährdeter als standorttreue Arten: Sie benötigen nicht nur einen, sondern zwei alternative Lebensräume, die ihren Bedürfnissen entsprechen, sowie einen Durchgang zwischen diesen. Während Zugvögel oder Meeresarten um Hindernisse herum alternative Routen auf ihren Wanderwegen finden können, sind wandernde Süßwasserfische meist auf die Bewegung durch Flüsse angewiesen. Dort gibt es oft keine alternativen Routen für die Bewegung stromaufwärts oder stromabwärts, wenn ein Hindernis errichtet wird.“
„Arten, die grenzüberschreitend wandern, lassen sich am besten durch länderübergreifende Zusammenarbeit schützen. Dies gilt sowohl für die Gewinnung der erforderlichen Erkenntnisse über Wanderungsmuster als auch für das Management. Die Forschung zu wandernden Fischen wurde traditionell eher lokal betrieben, doch in den letzten Jahrzehnten haben internationale Kooperationen – insbesondere zur Wanderung mariner Arten – eine Fülle neuer Erkenntnisse über die Wanderungsmuster von Meeresfischen hervorgebracht. Beispiele hierfür sind das Ocean Tracking Network (OTN) und das European Tracking Network (ETN), in denen Forscher Daten von weltweit eingesetzten Hydrofonempfängern (Unterwassermikrofon; Anm. d. Red.) austauschen, die mit akustischen Sendern markierte Fischarten orten. Ein solcher entscheidender Datenaustausch ist nur durch kompatible Systeme und zentrale Datenbanken möglich.“
„Während die Wanderungen von Süßwasserfischen in solchen länderübergreifenden Ortungsnetzwerken bislang eher vernachlässigt wurden, zeichnen sich nun erste Ansätze für den Aufbau solcher Netzwerke ab. Im vergangenen Jahr haben wir ein großes Netzwerk von Hydrofonempfängern im Einzugsgebiet von Rhein und Aare in der Schweiz aufgebaut, das wir kürzlich über den deutsch-französischen Rhein hinweg erweitert haben, um eine Verbindung zu einem bestehenden Netzwerk in den Niederlanden herzustellen. Dies ermöglicht es beispielsweise niederländischen Forschern und Verantwortlichen, Daten darüber zu erhalten, wie weit flussaufwärts im Rhein die Fische schwimmen, die sie vor Ort in den Niederlanden markieren. Umgekehrt können Forschern und Verantwortliche in der Schweiz so überwachen, wie weit die Fische, die sie in der Schweiz markieren, flussabwärts im Rhein schwimmen. Gleichzeitig können Verantwortliche, private Beratungsunternehmen und Forscher in der Schweiz, in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden das Netzwerk nutzen, um Daten über alle Fische zu erhalten, die sie im Flusssystem markieren möchten, wobei dies derzeit auf Arten beschränkt ist, die größer als etwa 15 Zentimeter sind.“
Abteilung für Gewässerökologie und Evolution, Universität Bern, Schweiz, und Abteilung Fischökologie und Evolution, Wasserforschungsinstitut Eawag, Dübendorf, Schweiz
„Ich bin fest davon überzeugt, dass die Zahl von 325 Arten eine Unterschätzung der tatsächlichen Anzahl wandernder Süßwasserfischarten darstellt, die eines verstärkten Schutzes bedürfen. Betrachtet man die Listen, sowohl die der vorrangigen Süßwasserfischarten für die Aufnahme in die CMS-Anhänge als auch den Anhang A, so wird sofort deutlich, dass in weiten Teilen der Tropen – insbesondere in Afrika – erhebliche Daten- und Wissenslücken bestehen.“
„Allein das Tana-Seebecken im Nil-Einzugsgebiet beherbergt mehr als zehn endemische potamodrome Karpfenartige (Karpfenartige, die auf ein bestimmtes geographisches Gebiet begrenzt sind und grosse jährliche Wanderungen innerhalb des Süsswassers durchführen; Anm. d. Red.) der Gattung Labeobarbus (afrikanische Karpfenfische; Anm. d. Red.). Diese Arten legen auf ihren Wanderungen zwischen dem Tana-See, in dem sie fressen und wachsen, und verschiedenen Flüssen, in denen sie laichen, große Entfernungen zurück. Sie sind Schlüsselarten im Ökosystem, bilden die Hauptfischerei an diesem Großen See und sind rapide im Rückgang begriffen. Dennoch ist keine dieser Arten unter den 325 Arten aufgeführt.“
„Allgemeiner betrachtet ist Labeobarbus eine Gattung mit mehr als 120 großwüchsigen Arten, die im Nil-, Kongo- und Sambesi-System sowie in vielen kleineren Einzugsgebieten vorkommen. Viele, wenn nicht sogar die meisten davon sind potamodrom und viele leben in Flusssystemen, die stark von Wasserkraftwerken und anderen menschlichen Einflüssen beeinträchtigt sind. Tatsächlich gilt mindestens eine dieser Arten aus Ostafrika als ausgestorben. Doch die einzigen drei Arten, die unter den 325 Süßwasserarten in dem Bericht aufgeführt sind, stammen aus dem südlichen Afrika, für das der Bericht über Daten verfügte. Der Mangel an einfach verfügbaren Daten war und ist also ein schwerwiegender Grund für die begrenzte Aufmerksamkeit, die dem Ausmaß des Problems geschenkt wird.“
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„In der Schweiz schreibt das revidierte Gewässerschutzgesetz von 2011 vor, dass die negativen Auswirkungen der Wasserkraftnutzung auf Gewässer verringert werden müssen. Bestehende Anlagen, die die Fischwanderung behindern, die natürliche Sedimenttransportdynamik stören oder künstliche Schwankungen im Abfluss in Gewässern verursachen wie die Pumpspeicherung, müssen bis 2030 ökologisch aufgewertet werden. Ein Großteil dieser Maßnahmen wird bereits umgesetzt, wenn auch mit erheblicher Verzögerung, und eine biologisch fundierte Priorisierung fehlt derzeit.“
„Allerdings wird eine Barriere wie ein Wehr oder ein Damm, wie sie beispielsweise durch ein Wasserkraftwerk entsteht, wahrscheinlich immer die Fischbewegungen beeinflussen. Es ist möglicherweise unrealistisch anzunehmen, dass eine technische Lösung das Problem vollständig beseitigen könnte, wenn wir weiterhin CO2-armen Strom aus Wasserkraftwerken erzeugen wollen. Verschiedene Fischarten weisen aber unterschiedliche Bewegungs- und Wanderungsmuster auf und sind von Barrieren in unterschiedlichem Maße betroffen.“
„Um die Vielfalt der Fischarten zu schützen, die innerhalb von Flussnetzen wandern, bräuchten wir daher einen deutlich stärker auf die Biodiversität ausgerichteten Überblick über die bestehenden Bewegungsmuster von Fischen in Flüssen. Dies würde im Idealfall bedeuten, dass der Betrieb von Wasserkraftwerken beispielsweise saisonal flexibel gestaltet würde, um den Durchgang bei Bedarf für jede Fischart zu ermöglichen, und nicht unbedingt ganzjährig für alle Arten. Es wäre auch wichtig, bei der Priorisierung der zeitlichen Abfolge und des Umfangs technischer Ausgleichsmaßnahmen einen biodiversitätsbewussten Ansatz zu verfolgen, da derzeit die Rate des lokalen Aussterbens potamodromer Arten (Wanderfische, die ihren gesamten Lebenszyklus im Süßwasser verbringen; Anm. d. Red.) in der Schweiz die Rate übersteigt, mit der die Konnektivität durch technische Ausgleichsmaßnahmen wiederhergestellt wird.“
„Der Bau von Wasserkraftwerken und anderen Stauanlagen in größeren Flüssen hat nicht nur zu einer Einschränkung der Durchgängigkeit für wandernde Fische im Flussnetz geführt, sondern auch zu einer Verringerung des Sedimenttransports und zu großflächigen Veränderungen des Lebensraums. Ferner wurden kleine Populationen isoliert, von denen viele langfristig nicht überlebensfähig sind.“
„Durch die zunehmende Tiefe stromaufwärts von Barrieren nimmt die Fließgeschwindigkeit ab, was zu einer höheren Ablagerung von feinen Partikeln wie Sand und Schluff (feines Lockersediment, dass eine geringere Korngröße als Sand hat; Anm. d. Red.) führt. Dadurch entsteht ein eher seenähnlicher Lebensraum, in dem rheophile Arten, das heißt Fischarten, die in schneller fließenden Gewässern gedeihen, möglicherweise keine geeigneten Lebensbedingungen mehr vorfinden und – beziehungswiese oder – von Fischarten verdrängt werden, die eher für Seen und Teiche charakteristisch sind. Die Kombination aus eher seenartigen Raubfischen wie Hecht und Zander mit einer Verzögerung der Wanderungsgeschwindigkeit von stromabwärts wandernden Junglachsen und -forellen kann zu einem sehr starken Anstieg des Sterberisikos durch Prädation führen.“
„Da es in den meisten Flüssen mehrere Hindernisse gibt, summiert sich die mit der Überwindung dieser Hindernisse verbundene Sterblichkeit – sei es durch Raubtiere oder durch mechanische Verletzungen – über mehrere Hindernispassagen hinweg. Beispielsweise müssen Aale, die vom Bodensee in die Nordsee wandern, etwa 20 Wasserkraftwerke passieren. Bei einer Sterblichkeitsrate von fünf Prozent pro Wasserkraftwerk würden nur etwa ein Drittel der Aale die Nordsee erreichen. Bei einem Sterberisiko von 10 Prozent pro Wasserkraftwerk würden nur etwa 12 Prozent der Aale die Nordsee erreichen.“
„Zudem wirkt sich der Klimawandel wechselseitig auf Wanderfische aus. Alle wandernden Organismen müssen den Zeitpunkt ihres Aufbruchs aus einem Lebensraum auf den optimalen Ankunftszeitpunkt in ihrem nächsten Lebensraum abstimmen. Als Auslöser hierfür dienen beispielsweise die Tageslänge oder die Temperatur. Durch den Klimawandel kann sich jedoch die Synchronisation zwischen Tageslänge und Temperatur in einem Lebensraum und der saisonalen Entwicklung der Bedingungen im nächsten Lebensraum verändern, was zu einer Fehlanpassung des Wanderzeitpunkts führen kann. Die mit dem Klimawandel verbundenen erhöhten Flusstemperaturen können die Fische in der Flussumgebung zusätzlich unter Hitzestress setzen.“
„Die Fischwanderung ist nicht nur für die wandernden Arten wichtig, sondern auch für das Funktionieren des Ökosystems. Wenn große Mengen an Fischen in ein Ökosystem wandern, bringen sie möglicherweise Ressourcen für andere Organismen in diesem Ökosystem mit. Dies kann durch Nährstoffe geschehen – am bekanntesten ist dies beim Pazifischen Lachs, der nach dem Laichen stirbt und Nährstoffe aus dem Meer in Süßwasserökosysteme abgibt –, durch Eier oder als Beute für Raubtiere. Es ist daher wahrscheinlich, dass die gesamte Funktionsweise aller Flüsse, in denen in der Vergangenheit erhebliche Fischwanderungen stattfanden, in den letzten Jahrhunderten dramatisch verändert wurde.“
„Viele Fischarten sind Teilwanderer, wobei nur ein Teil der Population wandert und der andere Teil sesshaft bleibt. Diese Arten können sich durch Selektion gegen Wanderer zu eher sesshaften Arten entwickeln, die dann zwar als Art fortbestehen, aber eine wichtige Ökosystemfunktion verlieren.“
„Schließlich kommen die meisten bisher realisierten Ausgleichsmaßnahmen nur den größeren Fischarten zugute, während viele der kleinen benthischen Arten (Arten, die am Gewässergrund leben; Anm. d. Red.), die eine wichtige Rolle in Flussökosystemen spielen, Ausgleichsmaßnahmen wie Fischtreppen oft nicht effektiv nutzen können. Dies führt zu einer faktischen Aufsplitterung ehemals großer, miteinander verbundener Populationen in viele kleine und isolierte Populationen.“
„In der Ökologie gilt als allgemeine Regel, dass bei kleinen und isolierten Populationen die Aussterberate aus verschiedenen Gründen steigt. Viele der kleinen und isolierten Flussfischpopulationen, die derzeit noch in der fragmentierten Landschaft der Schweizer Flüsse existieren, sind möglicherweise langfristig nicht überlebensfähig, selbst wenn sie lokal geeignete Lebensraumbedingungen vorfinden. Es besteht wahrscheinlich eine große Aussterbeschuld (extinction debt), die zu einem weiteren Verlust von Fischarten in den Schweizer Flüssen führen wird, sofern die Vernetzung für alle Arten nicht erheblich verbessert wird.“
kommissarische Direktorin, Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), Berlin, und Leiterin der Forschungsgruppe Aquatische Ökogeographie sowie Professorin für Aquatische Ökogeographie, Humboldt-Universität zu Berlin.
„Dass 325 Arten identifiziert wurden, ist nicht überraschend – das zeigt eine schon lange bestehende, systematische Schutzlücke. Wandernde Süßwasserfische gehören global zu den am stärksten rückläufigen Wirbeltiergruppen, mit einem Rückgang von 81 Prozent seit 1970. Sie werden aber politisch und institutionell deutlich unterschätzt, übersehen oder ignoriert. Kurz gesagt: Wanderfische haben bisher eine schwache Lobby, obwohl sie Schirmarten für vielfältige Artengemeinschaften und Lebensräume sowie deren reiche Ökosystemleistungen auch für uns Menschen wichtig sind.“
„Die geringe Zahl von bislang 23 CMS-gelisteten Arten erklärt sich aus drei strukturellen Defiziten: unzureichende Daten zu Wanderverhalten und grenzüberschreitender Verbreitung, große Wissenslücken im IUCN-Status – viele Arten sind dort in der Kategorie ‚Data Deficient‘ zu finden sowie geringe Beteiligung wichtiger Anrainerstaaten an der CMS.“
„Für Europa und den hier identifizierten 50 Arten zeigt der Report vor allem ein Umsetzungsdefizit: Die wissenschaftliche Evidenz ist vorhanden, aber Flusssysteme sind durch Wanderhindernisse stark fragmentiert, beispielsweise Dämme zum Aufstau und zur Wasserkraftnutzung. Eine CMS-Listung würde hier vor allem internationale Koordination, verbindlichere Maßnahmen zur Wiederherstellung von Konnektivität und stärkere politische Priorisierung stärken [III].“
„Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) [V] hat die ökologische Durchgängigkeit als zentrales Ziel etabliert und in Europa wichtige Fortschritte angestoßen, etwa durch den Bau von Fischwanderhilfen und den Rückbau einzelner Barrieren. Aber viele Fischwanderhilfen funktionieren nicht ausreichend, zu viele Querbauwerke verbleiben. Der strukturelle Zustand vieler Flüsse bleibt unzureichend, was vor allem daran liegt, dass Maßnahmen häufig nur lokal und projektbezogen umgesetzt werden, anstatt systematisch auf Ebene ganzer Flussnetze zu wirken.“
„Aus unserer Forschung wissen wir, dass Flüsse als vernetzte Systeme funktionieren [1] [2]. Sie sollten daher nicht nur längsdurchgängig sein, sondern eben auch mit Nebengewässern und der Aue verbunden sein. Man nennt das longitudinale und laterale Konnektivität. Dazu kommen noch weitere dieser Dimensionen, die gemeinsam betrachtet werden müssen. Vor diesem Hintergrund bietet die Wiederherstellungsverordnung (WVO) [3/VI] erstmals die Chance, diese systemische Perspektive verbindlich zu verankern, etwa durch das Ziel, wieder mehr frei fließende Flussabschnitte zu schaffen und Barrieren gezielt zu entfernen. Entscheidend ist dabei, Maßnahmen auf Einzugsgebietsebene der Flüsse zu priorisieren und insbesondere Querbauwerke zu identifizieren, deren Entfernung den größten ökologischen Nutzen bringt. Allerdings sollen unter der WVO ‚obsolete‘ Barrieren entfernt werden, die also keinem Zweck mehr dienen. Das sind aber nicht unbedingt die Bauwerke, deren Entfernung die größte ökologische Wirkung hat.“
„Effiziente Strategien sind aus fachwissenschaftlicher Sicht vor allem der Rückbau von Schlüsselbarrieren, die Sicherung bisher noch frei fließender Abschnitte, die Wiederanbindung von Auen und Nebenarmen sowie die Wiederherstellung natürlicher Abfluss- und Temperaturregime. Diese integrierte, netzwerkbasierte Herangehensweise ist auch zentral für Konzepte wie ‚global Swimways‘, die den Schutz und die Wiedervernetzung von Wanderkorridoren im gesamten Flusssystem betonen.“
„Ein zentraler Fakt wird häufig übersehen: Wasserkraft ist zwar erneuerbar, aber nicht umweltfreundlich. Der globale Ausbau der Wasserkraft steht in einem fundamentalen Zielkonflikt mit dem Schutz wandernder Fischarten. Dämme fragmentieren Flusssysteme und unterbrechen zentrale Wanderkorridore, während gleichzeitig veränderte Abfluss-, Temperatur- und Sedimentregime wichtige Umweltreize für Fortpflanzung und Entwicklung zerstören. Fließ- werden zu Standgewässern. Bereits heute sind über 60 Prozent der langen Flüsse weltweit fragmentiert und zahlreiche weitere Staudammprojekte sind geplant, was den Druck auf wandernde Arten weiter verschärft.“
„Technische Lösungen wie Fischaufstiegsanlagen können diese Probleme nur begrenzt kompensieren, da ihre Wirksamkeit häufig niedrig ist und viele Arten sie nicht erfolgreich nutzen. Zudem müssen Fische nicht nur hinaufschwimmen, sondern auch wieder herunter. Dafür gibt es bisher kaum funktionierende Lösungen. Fische folgen der Hauptströmung und geraten so direkt in die Turbinen. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass statistisch jeder fünfte Fisch bei der Passage von Wasserkraftturbinen stirbt [3]. Und da es in den meisten Flüssen nicht nur eine Wasserkraftanlage gibt, multipliziert sich diese Sterblichkeit. Das kann dramatische Folgen für die betreffenden Populationen haben und bis zu ihrem völligen Verschwinden führen.“
„Eine Vereinbarkeit von Wasserkraftnutzung und Biodiversitätsschutz ist daher nur unter ganz klaren Rahmenbedingungen möglich: Durch strikte Ausschlussgebiete in ökologisch intakten Flüssen und Flussabschnitten, sowie Modernisierung bestehender Anlagen nur bei gleichzeitiger Gewährleistung ökologischer Durchgängigkeit. Politisch sollten aber eher Anreize für das Schleifen von bestehenden Anlagen geschaffen werden. Neubauten sind aufgrund der beschriebenen negativen Effekte fast immer kritisch. Jede Planung muss das Einzugsgebiet betrachten, nicht nur den lokalen Standort.“
„Gleichzeitig wirken weitere Stressoren kumulativ auf die Bestände ein, darunter Verschmutzung, klimawandelbedingte Veränderungen von Temperatur- und Abflussregimen sowie der Verlust von Auen- und Laichhabitaten. Aber auch nicht-nachhaltige Fischerei kann je nach Region eine Rolle spielen. In ihrer Kombination verstärken diese Faktoren die negativen Effekte der Fragmentierung erheblich und tragen zum globalen Rückgang wandernder Süßwasserfische bei.“
„Ganz grundsätzlich: Flüsse sind Brennpunkte von vielschichten Zielkonflikten bei Schutz und Nutzung. Interessengruppen aus Schifffahrt, Energieerzeugung, Industrie und Landwirtschaft sind häufig einflussreicher als die Schutzseite, zeitgleich haben sie auch untereinander Interessenskonflikte. Die Abstimmung zwischen Staaten, deren Politik und Behörden, kommt dann noch hinzu – doch Wanderfische kennen keine nationalen Grenzen. Der Schutz von Wanderfischen erfordert deshalb in der Regel internationale Kooperation. Effektiver Schutz in großen Flusssystemen wie Donau oder Rhein braucht eine gemeinsame Priorisierung von Wanderkorridoren, koordinierte Maßnahmenprogramme auf Ebene ganzer Einzugsgebiete sowie ein standardisiertes Monitoring und einen systematischen Datenaustausch. Ebenso entscheidend sind institutionelle Mechanismen, etwa im Rahmen der CMS, die diese Zusammenarbeit politisch verankern und langfristig absichern.“
„Die Forschung zeigt klar, dass isolierte Einzelmaßnahmen in einzelnen Ländern weitgehend wirkungslos bleiben, wenn sie nicht entlang des gesamten Flusssystems abgestimmt sind. Wanderkorridore funktionieren nur als durchgängige Netzwerke – jede verbleibende ‚Schlüsselbarriere‘ kann die Wirkung umfangreicher Maßnahmen zunichtemachen. Effiziente Strategien setzen deshalb auf die Entwickelung sogenannter Swimways, also zusammenhängender ökologischer Migrationskorridore, das Entfernen oder die Wiederherstellung der Durchgängigkeit von ökologisch besonders problematischen Barrieren sowie eine stärkere Integration von Biodiversitäts-, Energie-, Landwirtschafts-, Verkehrs- und Wasserpolitik.“
Leiter des Departments Fließgewässerökologie sowie Leiter des Themenbereichs „Wasserressourcen und Umwelt“, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), Magdeburg, und Professor für Angewandte Fließgewässerökologie, Technischen Universität Dresden
„Dass Wanderfische zu der weltweit am stärksten gefährdeten Tiergruppe gehören und nun die hohe Zahl an 325 Süßwasserfischarten als Kandidaten für einen verstärkten Schutz identifiziert wurden, wundert nicht. Mehrere Millionen Querbauwerke in den Fließgewässernetzwerken weltweit verhindern die Durchgängigkeit und damit die für diese Fische essenzielle Wanderung.“
„Durchgängigkeit ist ein wichtiger Eckpfeiler zum Erreichen des guten ökologischen Zustandes von Fließgewässern – ein Ziel der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Es wurden in den letzten Jahrzehnten Fischtreppen gebaut oder Querbauwerke teils gänzlich entfernt. Dies hat zu deutlichen Verbesserungen der Durchgängigkeit geführt. Dennoch ist die Aufgabe immer noch gewaltig: In Europa gibt es im Schnitt ein Querbauwerk auf 1,4 Kilometer Fließstrecke. Viele davon sind nicht durchgängig und einige der errichteten Fischtreppen sind nicht oder nur eingeschränkt brauchbar, beispielsweise weil sie zu wenig Wasser führen. Da Wanderfische bei ihrer Migration oft viele Barrieren überwinden müssen, addieren sich die Verluste.“
Beispiel Lachs: Die Fische leben im Meer und wandern zum Laichen in die Oberläufe der Fließgewässer, wo sie ihre Eier in den kiesigen Gewässerboden einschlagen. Ist das Lückensystem im Kiesgrund verstopft, werden die Eier nicht mit ausreichend Sauerstoff versorgt und können sich nicht entwickeln. Der Eintrag von Feinsediment durch Bodenerosion aus anliegenden Feldern und verstärktes Algenwachstum durch Nährstoffbelastung sind häufige Gründe dafür. Es ist also nicht nur die fehlende Durchgängigkeit, die den Fischen zu schaffen macht, sondern auch die schlechten Bedingungen vor Ort.“
Durchgängigkeit, intakte Gewässerstruktur sowie eine maximal geringe Belastung durch Schad- und Nährstoffe sind wichtige Grundlagen für intakte Fließgewässer. Erhalt beziehungsweise Wiederherstellung dieser Grundlagen helfen nicht nur den Wanderfischen, sondern auch der aquatischen Biodiversität insgesamt. Und mehr: Sie tragen zu einer guten Wasserqualität bei. Die Gefährdung der Wanderfische ist ein Symptom und damit ein Indikator des schlechten Zustands der Fließgewässer insgesamt.“
Wasserkraft ist ein häufiger Grund für den Ausbau von Querbauwerken in Fließgewässern. Besonders bei Klein- und Kleinstwasserkraftanlagen ist der Nutzen in Form von CO
2-neutraler Energiegewinnung allerdings gering und der Schaden am Gewässer hoch. Der Bau solcher Anlagen erfordert eine gründliche Abwägung von Kosten und Nutzen. Die CMS-Listung verpflichtet die Mitgliedsstaaten zum Schutz der gelisteten Fischarten und schafft Bewusstsein für die hohen ökologischen Kosten des Gewässerverbaus.“
„Ich habe keinen Interessenkonflikt.“
„Es besteht kein Interessenkonflikt im Zusammenhang mit dem UN-Report“.
„Es besteht kein Interessenkonflikt im Zusammenhang mit dem UN-Report“.
„Ich habe in der Vergangenheit mit dem Autor des Berichts zu diesem Thema publiziert, im vorliegenden Fall jedoch nicht an der Erstellung des Berichts mitgewirkt.“
„In meinem Fall gibt es keine Interessenkonflikte.“
Die Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals (CMS), auch bekannt als Bonner Konvention [IV], trat 1983 in Kraft und schafft den Rahmen für den internationalen Schutz gefährdeter und grenzüberschreitend wandernder Arten. Das Übereinkommen wird im Rahmen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen umgesetzt und enthält zwei Anhänge: In Anhang 1 werden wandernde Arten gelistet, die als vom Aussterben bedroht gelten und für die seitens der Vertragsstaaten strenge Schutzpflichten bestehen; in Anhang 2 werden Arten mit sogenanntem ungünstigem Erhaltungszustand sowie solche gelistet, deren Erhaltungszustand sich durch internationale Zusammenarbeit verbessern ließe. Mit Stand März 2022 haben 132 Länder und die Europäische Union das Abkommen unterzeichnet. Die Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Mexiko sowie die Russische Föderation und die Volksrepublik China zählen nicht zu den Unterzeichnerstaaten.
Primary source
Hogan Z et al. (2025): Global Assessment of migratory freshwater fishes. Convention on Migratory Species (CMS). CMS-Sekretariat, Bonn.
Weiterführende Recherchequellen
Ocean Tracking Network (OTN): Das OTN ist eine globale Plattform für Meeresforschung, Datenmanagement und Partnerschaften mit Sitz an der Dalhousie University in Halifax, Nova Scotia, Kanada.
European Tracking Network (ETN): Das ETN ist ein in Europa ansässiges Netzwerk für Gewässerforschung, Datenmanagement und wissenschaftliche Zusammenarbeit. Innerhalb des ETN beobachten Forschende hunderte Arten in Süßwasserökosystemen und den Ozeanen.
Literaturstellen, die von den Expert:innen zitiert wurden
[1] Altanov VY et al. (2025): A systematic map of hydropower impacts on megafauna at the land-water interface. Biological Conservation. DOI: 10.1016/j.biocon.2025.111092.
[2] He F et al. (2024): Hydropower impacts on riverine biodiversity. Nature Reviews Earth & Environment. DOI: 10.1038/s43017-024-00596-0.
[3] Radinger J et al. (2021): Evident but context-dependent mortality of fish passing hydroelectric turbines. Conservation Biology. DOI: 10.1111/cobi.13870.
Literaturstellen, die vom SMC zitiert wurden
[I] Hogan Z (2011): Review of migratory freshwater. Convention on Migratory Species (CMS). CMS-Sekretariat, Bonn.
[II] Sayer CA et al. (2025): One-quarter of freshwater fauna threatened with extinction. Nature. DOI: 10.1038/s41586-024-08375-z.
[III] He F et al. (2026): The untapped potential of CMS for migratory freshwater fishes. Nature Reviews Biodiversity. DOI: 10.1038/s44358-025-00115-z.
[IV] Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (2025): Bonner Konnvention. Website. Stand: 15.05.2025.
[V] Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2000 zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik.
[VI] Science Media Center (2025): Neue Koalition: Kommt künftig mehr Strom und Wärme aus Wasserkraft? Statements. Stand: 25.04.2025.
Prof. Dr. Boris Lehmann
Lehrstuhlinhaber Fachgebiet Wasserbau und Hydraulik, Technische Universität Darmstadt
Information on possible conflicts of interest
„Ich habe keinen Interessenkonflikt.“
Dr. Jakob Brodersen
Leiter der Abteilung Fischökologie und Evolution, Wasserforschungsinstitut Eawag, Dübendorf, Schweiz
Information on possible conflicts of interest
„Es besteht kein Interessenkonflikt im Zusammenhang mit dem UN-Report“.
Prof. Dr. Ole Seehausen
Abteilung für Gewässerökologie und Evolution, Universität Bern, Schweiz, und Abteilung Fischökologie und Evolution, Wasserforschungsinstitut Eawag, Dübendorf, Schweiz
Information on possible conflicts of interest
„Es besteht kein Interessenkonflikt im Zusammenhang mit dem UN-Report“.
Prof. Dr. Sonja Jähnig
kommissarische Direktorin, Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), Berlin, und Leiterin der Forschungsgruppe Aquatische Ökogeographie sowie Professorin für Aquatische Ökogeographie, Humboldt-Universität zu Berlin.
Information on possible conflicts of interest
„Ich habe in der Vergangenheit mit dem Autor des Berichts zu diesem Thema publiziert, im vorliegenden Fall jedoch nicht an der Erstellung des Berichts mitgewirkt.“
Prof. Dr. Markus Weitere
Leiter des Departments Fließgewässerökologie sowie Leiter des Themenbereichs „Wasserressourcen und Umwelt“, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), Magdeburg, und Professor für Angewandte Fließgewässerökologie, Technischen Universität Dresden
Information on possible conflicts of interest
„In meinem Fall gibt es keine Interessenkonflikte.“