Klimaschutz auf der Bremse? Warum 2025 wenig Emissionsminderungen bringt
Bundesregierung hat aufgrund größerer Treibhausgaseinsparungen in der Vergangenheit Emissionsziele für 2025 schon im Sommer etwas gelockert
ohne diese Änderung würden Emissionsziele dieses Jahr nur knapp eingehalten
Forscher sehen in den zu erwartenden geringen Emissionsminderungen im Jahr 2025 keine Trendumkehr, sondern vielmehr die Korrektur von Sondereffekten der vergangenen Jahre, und sprechen sich für ambitionierte Maßnahmen im kommenden Klimaschutzplan aus
Nachdem in den beiden zurückliegenden Jahren die Treibhausgasemissionen Deutschland deutlich gesunken sind, könnten der Rückgang dieses Jahr deutlich geringer ausfallen. Darauf deuten die Schätzung der AG-Energiebilanzen für das Jahr [I]. Demnach rechnet die AG Energiebilanzen für das Gesamtjahr 2025 mit einem sehr geringen Rückgang des Energieverbrauchs (–0,1 Prozent). Der Treibhausgasausstoß könnte dennoch um circa 6 Millionen Tonnen zurückgegangen sein, schätzt die AG Energiebilanzen, weil in Deutschland deutlich weniger Kohle verfeuert wurde – dafür aber mehr Erdgas. Für den Energiesektor zeigen Berechnungen vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffversorgung (ZSW) [II] sowie Daten der Fraunhofer-EnergyCharts, dass 2025 mehr Strom aus fossilen Brennstoffen erzeugt wurde als 2024 [III] [IV] – während die Stromerzeugung aus Erneuerbaren nur wenig wuchs [V].
Für das Klimaziel Deutschlands muss das keine direkten Folgen haben: In den zurückliegenden Jahren wurden mehr Treibhausgase eingespart als geplant. Das bis zur Klimaneutralität verbleibende Emissionsbudget schrumpfte also langsamer. Das Bundesumweltministerium hat daher die Emissionsziele bis 2030 etwas gelockert. Für 2025 kann Deutschland daher statt 643 nun bis zu 661,8 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid-Äquivalente (CO2äq) emittieren und trotzdem das Emissionsziel einhalten [VI]. Allerdings würde dieses ohne die Änderung möglicherweise nur knapp erreicht. Nun stellt sich die Frage, ob 2025 auch künftig nicht mehr so schnell sinken werden wie seit 2020 – und welche Auswirkungen dies auf die Planung künftiger Klimaschutzprogramme haben könnte. Das SMC hat Forschende gebeten einzuschätzen, warum die Emissionsminderungen 2025 geringer ausfallen als in den Vorjahren und ob es sich um einen Ausrutscher oder den Beginn eines Trends handelt, und welche zusätzlichen Maßnahmen dann im kommenden Klimaschutzprogramm erforderlich wären.
Mitbegründer, New Climate Institute, Köln
Politische Rahmenbedingungen
„Die Bundesregierung setzt das Erreichen der gesetzlich festgelegten Klimaschutzziele aufs Spiel. Schon mit den von der Vorgängerregierung umgesetzten Maßnahmen würde der Zielwert für 2030 nicht erreicht werden. Wenn die amtierende Bundesregierung also die Klimaschutzziele einhalten will, muss sie mehr Klimaschutzmaßnahmen als die Vorgängerregierung umsetzten, nicht weniger. Das Gegenteil ist aber der Fall.“
„Die Bundesregierung erhöht allein schon mit der Diskussion über abgeschwächte Klimaschutzmaßnahmen die Treibhausgasemissionen. Jede Investitionsentscheidung ist eine Wette auf die Zukunft. Mit der hohen medialen Präsenz der Pläne der Bundesregierung für weniger Förderung für erneuerbare Energien, Abschwächung der Regeln für Emissionen von Autos, Ersetzen des Gebäudeenergiegesetzes beeinflusst sie schon jetzt Investitionsentscheidungen, bevor überhaupt irgendetwas beschlossen ist.“
Entwicklungen 2025
„Der Zubau von Solaranlagen fällt 2025 etwas geringer aus als 2024; im Gegensatz zu dem Trend der vorherigen Jahre, in denen der Zubau stark angestiegen ist. Anscheinend sind Projektentwickler verunsichert. Der Verkauf von Heizungen (jeglicher Art) ist im Jahr 2025 eingebrochen, da Verbraucherinnen und Verbraucher verunsichert sind, wie es mit der Heizungsförderung weitergeht.“
„Besorgniserregend ist der gestiegene Verbrauch von Gas im Jahr 2025. Zwar ist das hauptsächlich auf Witterungsverhältnisse zurückzuführen, es zeigt aber auch, dass Maßnahmen zur Reduzierung von Gas noch nicht ausreichend greifen.“
Anforderungen an das Klimaschutzprogramm
„Was zum Erreichen der Klimaschutzziele nötig ist, ist hinlänglich bekannt. Der Expertenrat für Klimafragen hat dies klar in seinem Gutachten vom Sommer 2025 beschrieben. Seitdem ist aber kein Umlenken der Bundesregierung zu erkennen.“
„Der Rat war klar in der Liste der Hausaufgaben: Mehr Maßnahmen im Verkehrs- und Gebäudesektor, klare Regeln, wie der Europäische Emissionshandel für diese Sektoren umgesetzt werden soll, eine Strategie für Emissionen der Forstwirtschaft und eine klare Definition, wie hoch der Anteil der technischen Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre langfristig sein soll. Außerdem mahnte der Rat flankierende Maßnahmen zur Erhöhung der Sozialverträglichkeit und flankierende industriepolitische Maßnahmen an, die Grundvoraussetzungen für eine langfristig akzeptierte Klimapolitik sind.“
„Dem Nutzen von Emissionsminderungen aus dem außereuropäischen Ausland, wie es im Koalitionsvertrag vorgesehen und nun von der EU beschlossen wurde, stand der Rat zurecht skeptisch gegenüber. Der Rat riet ebenfalls, dass Klimapolitik breit in der Regierung eingebettet sein sollte, zum Beispiel über ein Klimakabinett. Das Gegenteil hat die Regierung beschlossen, indem Kompetenzen für Klimaschutz und Energie auf zwei unterschiedliche Ministerien aufgeteilt wurden, die dazu noch von unterschiedlichen Parteien geführt werden. Konflikte waren hier vorprogrammiert und sind nun auch direkt aufgetreten.“
Senior Researcher, Abteilung Zukünftige Energie- und Industriesysteme, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie
Warum die Emissionsminderungen 2025 geringer ausfallen
„Nach den vorliegenden Daten ist davon auszugehen, dass die Treibhausgasemissionen in Deutschland in diesem Jahr nur leicht sinken werden, voraussichtlich um etwa ein Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zwischen 2021 und 2024 waren die Treibhausgasemissionen in Deutschland noch deutlich stärker gesunken, und zwar um insgesamt rund 15 Prozent. Dieser starke Rückgang war allerdings nur in Teilen auf Klimaschutzmaßnahmen zurückzuführen, wie insbesondere auf den Ausbau erneuerbarer Energien in der Stromerzeugung.“
„Ein erheblicher Teil dieses starken Rückgangs wurde durch Sondereffekte verursacht, also durch Entwicklungen, die nicht auf konkreten Klimaschutzbemühungen basieren und bei denen klar war, dass sie sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht dauerhaft fortsetzen würden. So waren die Wintermonate der Jahre 2022 bis 2024 deutlich milder als im langjährigen Durchschnitt und auch als im Jahr 2021, was zu einem verminderten Heizenergiebedarf geführt hat. Auch ein deutlicher Rückgang der energieintensiven industriellen Produktion in Deutschland seit dem Jahr 2021 – nicht zuletzt infolge der gestiegenen Energiepreise und der Zunahme des globalen Wettbewerbsdrucks – hat in den letzten Jahren zu dem Rückgang der Treibhausgasemissionen beigetragen. Und schließlich ist Deutschland seit 2023 ein Nettostromimporteur. Dass Deutschland also mittlerweile – anders als noch 2021 – mehr Strom aus dem Ausland bezieht, als es Strom ins Ausland verkauft, ist neben dem Ausbau erneuerbarer Energien ein wichtiger Grund, warum in Deutschland weniger Strom aus Gas- und Kohlekraftwerken produziert wurde als noch 2021.“
Rolle von Sondereffekten
„Einige dieser Sondereffekte haben sich im laufenden Jahr 2025 nicht fortgesetzt, sondern wiesen eine gegenläufige Entwicklung auf. Insbesondere in den ersten drei Monaten des Jahres waren die Außentemperaturen niedriger als in den Vorjahren, weswegen in Gebäuden mehr Erdgas und Mineralöl für die Raumwärmeerzeugung eingesetzt wurden. Gleichzeitig hat der Stromimportsaldo abgenommen, wodurch dieses Jahr wieder etwas mehr Strom aus fossilen Kraftwerken in Deutschland selbst erzeugt wird, als im vergangenen Jahr. In den vorherigen Jahren ging die fossile Stromerzeugung in Deutschland durch den stetigen Zuwachs an Erneuerbaren-Energien-Anlagen sowie steigende Nettostromimporte noch deutlich zurück.“
„Hinzu kommt in diesem Jahr ein weiterer Sondereffekt: In den ersten vier Monaten des Jahres lagen außerordentlich schwache Windverhältnisse vor, wodurch deutlich weniger Windstrom erzeugt wurde als in den ersten Monaten der Vorjahre. Aus diesem Grund wird der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch trotz eines fortgesetzten bedeutenden Ausbaus von Wind- und Photovoltaik-Anlagen in diesem Jahr wohl nur geringfügig höher liegen als 2024. Anders als in den Vorjahren ging damit kaum ein emissionsmindernder Effekt von zusätzlicher Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien aus.“
Auf die Frage, ob das Jahr 2025 ein Wendepunkt sein könnte:
„Ich sehe die für dieses Jahr erwarteten sehr begrenzten Minderungen der Treibhausgasemissionen dementsprechend nicht als Beginn eines Trends, sondern eher als eine Art ‚Korrektur‘ der für den Klimaschutz vorteilhaften Sondereffekte der vorangegangenen Jahre. In den kommenden Jahren rechne ich zumindest im langjährigen Trend wieder mit einem stärkeren Rückgang der Treibhausgasemissionen. Ob dieser Rückgang stark genug sein wird, um das Klimaziel für 2030 zu erreichen, wird im Wesentlichen von den klimapolitischen Weichenstellungen der aktuellen Bundesregierung abhängen. Von entscheidender Bedeutung wird dafür das Ambitionsniveau und die Impulswirkung des Nationalen Klimaschutzprogramms sein, dass bis zum Ende des ersten Quartals 2026 vorgelegt werden soll.“
Auf die Frage, inwiefern die aktuellen Entwicklungen noch mit den Prognosen des Expertenrats für Klimafragen vom Sommer 2025 übereinstimmen:
„Ich sehe in den Entwicklungen der letzten Monate keine Anhaltspunkte, die die Einschätzungen des Expertenrats für Klimafragen vom Sommer 2025 in Zweifel ziehen würden. Entscheidend für die Entwicklung der Treibhausgasemissionen bis 2030 und insbesondere darüber hinaus wird sein, welche Rahmenbedingungen die Politik in den kommenden Monaten und Jahren für den Klimaschutz setzen wird. Diese Rahmenbedingungen sind gegenwärtig in einigen für den Klimaschutz besonders wichtigen Bereichen sehr unsicher, wie insbesondere bei der Heizungsmodernisierung und den Sanierungsmaßnahmen im Gebäudebestand, aber auch bei der Elektromobilität und der Elektrifizierung von Industrieprozessen. Die Bundespolitik sollte diese Unsicherheiten möglichst durch das Setzen klarer und dem Klimaschutz dienender Rahmenbedingungen abbauen.“
Anforderungen an das kommende Klimaschutzprogramm
„Das kommende Klimaschutzprogramm der Bundesregierung wird entscheidend sein für die Frage, ob Deutschland sein Klimaschutzziel für 2030 einhalten wird und ob es gelingen wird, die Weichen in Richtung Klimaneutralität bis 2045 zu stellen. Ohne zusätzliche und klare klimapolitische Impulse vor allem im Bereich Gebäude und Mobilität wird Deutschland meiner Einschätzung nach sein Klimaschutzziel für das Jahr 2030 verfehlen.“
„Wir sehen beispielsweise, dass die Neuzulassungen von Elektroautos in Deutschland bisher deutlich hinter den Zahlen zurückbleiben, die aktuelle Studien für das Erreichen des 2030-Klimaziels für erforderlich halten. Das gleiche gilt für den Austausch fossil betriebener Heizungen durch Wärmepumpen und Fernwärmeanschlüsse. Trotz gestiegener Verkaufszahlen bei Elektroautos und Wärmepumpen in den vergangenen Monaten bedarf es in diesen Bereichen einer weiteren Beschleunigung der Elektrifizierung. Verschiedene Politikinstrumente sind hierfür denkbar.“
Handlungsbedarf im Klimaschutzprogramm
„Im Bereich der Gebäudeheizungen würde voraussichtlich bereits ein Verzicht auf das aktuell diskutierte Aufweichen oder sogar Abschaffen der Vorgaben des aktuellen Gebäudeenergiegesetzes helfen. Bei diesen Vorgaben geht es um Mindestanteile für die Nutzung erneuerbarer Energien in neu installierten Heizungssystemen. Unterlegt man dieses Gesetz mit einem nachvollziehbaren und einfachen Förderrahmen, dann würden in den nächsten Jahren klare Rahmenbedingungen hinsichtlich des klimafreundlichen Austauschs von Heizungen greifen.“
„Bei der Elektromobilität ist als haushaltsschonende Alternative zu der geplanten Wiedereinführung einer finanziellen Förderung des Elektroauto-Kaufs auch ein so genanntes Bonus-Malus-System denkbar. Ein solches System würde den Kauf von Verbrenner-Autos verteuern und ermöglicht dem Staat über die so eingenommenen Mittel eine Förderung des Kaufs von Elektroautos.“
Sozialverträglichkeit der Maßnahmen
„Dringend geboten ist dabei, dass die Maßnahmen für das Klimaschutzprogramm seitens der Bundesregierung sehr stark auf ihre Verteilungswirkung hin geprüft werden. Insbesondere ist darauf zu achten, dass der dringend notwendige ambitionierte Klimaschutz auf keinen Fall für bestimmten Bevölkerungsgruppen eine unzumutbare Belastung darstellen wird. Es gibt mittlerweile zahlreiche Vorschläge für klimapolitische Maßnahmen mit sozialer Komponente. Von Verbesserungen im öffentlichen Verkehr und einem Ausbau umweltfreundlicher Fernwärme in Ballungsgebieten profitieren beispielsweise überdurchschnittlich Menschen mit relativ geringem Einkommen. Und die Förderung von Elektroautos, Heizungstausch und Gebäudesanierungen könnte zukünftig deutlich stärker als bisher darauf ausgerichtet sein, denjenigen Menschen Fördermittel bereitzustellen, die sich diese Maßnahmen ohne Förderung nicht leisten könnten. Ergänzt werden sollten diese Maßnahmen nach Möglichkeit durch ein Klimageld, das dabei hilft, die laufenden Kosten der Energieversorgung zu reduzieren.“
Energetische Sanierungen im Gebäudesektor
„Im Gebäudesektor ist neben dem Heizungstausch eine deutliche Erhöhung der energetischen Sanierungsraten ein wichtiger Baustein für erfolgreichen Klimaschutz. Ein wirksames Instrument zur Förderung dieser Sanierungen kann die staatliche Unterstützung für die Einrichtung so genannter ‚One-Stop-Shops‘ sein. Dabei handelt es sich um Anlaufstellen, die für die Durchführung von Gebäudesanierungen kontaktiert werden können und die sich um die Organisation der vielen Aufgaben kümmern, die sich bei einem Sanierungsvorhaben ergeben. One-Stop-Shops können auf diese Weise helfen, die Durchführung energetischer Gebäudesanierungen deutlich zu vereinfachen und damit attraktiver zu machen. Damit adressieren sie die vielen nicht-technischen Hemmnisse, die gerade für den Gebäudebereich typisch sind.“
„Die Industrie benötigt in besonderem Maße eine ausreichende Planungssicherheit für potenzielle Investitionen in klimafreundliche Produktionsrouten. Denn neue Anlagen in der Industrie haben häufig eine Nutzungsdauer von mehreren Jahrzehnten und sind mit sehr hohen Investitionen verbunden. Das kommende Klimaschutzprogramm sollte daher insbesondere der energieintensiven Industrie zuverlässige Perspektiven für klimafreundliche Investitionen geben. Dazu könnte eine Ausweitung und Verstetigung bestehender Förderprogramm für entsprechende Investitionen zählen beispielsweise im Rahmen der sogenannten CO2-Differenzverträge, aber auch und gerade die Einführung neuer Instrumente wie ein ‚grünes‘ öffentliches Beschaffungswesen, das für die Unternehmen eine Perspektive für zukünftig sichere Absatzmärkte schaffen kann.“
EEG-Novelle und langfristige Klimaschutzziele
„Der weitere und gegenüber den letzten Jahren noch beschleunigte Ausbau der Windenergie und der Photovoltaik ist von überragender Bedeutung für das Erreichen des deutschen Klimaziels für 2030 sowie für Klimaneutralität bis 2045. Verschiedene Studien der letzten Monate und Jahre legen dabei nahe, dass ein Ausbau der erneuerbaren Energien ungefähr entsprechend der aktuell im EEG hinterlegten Ziele notwendig sein wird, um das Klimaziel bis 2030 erreichen zu können und den Weg in Richtung Treibhausgasneutralität zu ebnen, für den eine sektorübergreifende Elektrifizierung die entscheidende Rolle spielt.“
„Zwar ist es möglich, dass die Stromnachfrage im Jahr 2030 weniger hoch ausfallen wird, als in vielen Studien der letzten Jahre unterstellt. Somit ließe sich möglicherweise tatsächlich auch mit einem geringeren Erneuerbaren-Ausbau das im EEG für 2030 verankerte Ziel eines Erneuerbaren-Anteils von 80 Prozent an der Stromnachfrage erreichen. Allerdings bedeutet der geringere Zuwachs beim Stromverbrauch im Wesentlichen, dass die Fortschritte bei der Elektrifizierung im Verkehr, in den Gebäuden und in der Industrie deutlich langsamer verlaufen sind, als ursprünglich erhofft.“
„Mit der langsameren Elektrifizierung gehen Mehremissionen einher, da beispielsweise mehr Gas- und Ölheizungen weiterbetrieben und mehr Verbrenner-Autos gefahren werden. Um trotz dieser Mehremissionen das Klimaziel für 2030 einhalten zu können, dürften geringere Emissionen im Bereich der Stromerzeugung zwingend notwendig sein. Ein Beibehalten der derzeit im EEG festgelegten Ausbauziele für Wind und Photovoltaik bei geringerer Stromnachfrage könnte im Stromsektor zu solch zusätzlichen Emissionseinsparungen führen.“
„Sollten vom kommenden Klimaschutzprogramm der Bundesregierung keine starken neuen Impulse für die Elektrifizierung im Verkehr, im Gebäudesektor und in der Industrie ausgehen und gleichzeitig der Ausbau von Windenergie und Photovoltaik gebremst werden, so wäre dies ein sicheres Rezept für das Verfehlen der Klimaziele.“
„Es bestehen keine Interessenkonflikte.“
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Weiterführende Recherchequellen
Science Media Center (2025): CO2-Entnahme an Land: Wie groß sind Potenziale und Risiken in Deutschland? Press Briefing. Stand: 09.12.2025.
Science Media Center (2025): EU-Klimaziele: Internationale Gutschriften als ein Baustein? Statements. Stand: 21.11.2025.
Science Media Center (2025): Emissionsbudget bis 2030: Reaktionen zum Gutachten des Expertenrates Klimafragen. Statements. Stand: 15.05.2025.
Literaturstellen, die vom SMC zitiert wurden
[I] Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen AGEB (17.12.2025): Energieverbrauch wird 2025 stagnieren. Pressemitteilung.
Weitere Informationen zu Erdgas- Kohle- oder Mineralölverbrauch für die vier Quartale 2025 siehe unter Daten und Fakten / Zusatzinformationen.
[II] Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) (10.12.2025): Erneuerbare Energien decken fast 2025 fast 56 Prozent des Stromverbrauchs. Pressemitteilung.
[III] EnergyCharts (2025): Gesamte Nettostromerzeugung Stromerzeugung aus Fossilen Quellen 2025 (nur fossile Kraftwerke). Stand: 17.12.2025.
[IV] EnergyCharts (2025): Gesamte Nettostromerzeugung in Deutschland 2024 (nur fossile Kraftwerke). Stand: 17.12.2025.
[V] Umweltbundesamt UBA (11.12.2025): Erneuerbare Stromerzeugung mit verhaltenem Wachstum. Vermehrte Nutzung erneuerbarer Energien im Wärme- und Verkehrssektor. Pressemitteilung.
[VI] Deutsche Bundestag (2025): Klimaschutzbericht 2025. Tabelle 4: Angepasste Jahresemissionsgesamtmenge 2025 bis 2030, in Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Unterrichtung durch die Bundesregierung, Drucksache 21/1250.
Dr. Niklas Höhne
Mitbegründer, New Climate Institute, Köln
Dr. Sascha Samadi
Senior Researcher, Abteilung Zukünftige Energie- und Industriesysteme, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie
Information on possible conflicts of interest
„Es bestehen keine Interessenkonflikte.“