COVID-19: Impfskepsis häufig überwindbar – außer bei grundsätzlicher Ablehnung
große britische Studie gibt Aufschluss über Impfverhalten und -bereitschaft während der Pandemie und danach
Ergebnisse zeigen einen allgemeinen Rückgang der Impfskepsis, „Härtefälle“ bleiben aber unerreicht
Fachleute betonen nicht nur die Bedeutung der Kommunikation, sondern auch den einfachen Zugang zu Impfungen für alle
Die meisten Menschen mit anfänglichen Vorbehalten gegenüber der COVID-19-Impfung ließen sich im Laufe der Impfkampagne doch noch impfen. Das zeigt eine britische Studie im renommierten Fachjournal „The Lancet“ mit Daten von mehr als 1,1 Millionen befragten Erwachsenen in England (siehe Primärquelle).
Zu Beginn der Impfkampagne war die Zurückhaltung demnach zunächst groß. Im Januar 2021 äußerten noch acht Prozent der Befragten Zweifel an der Impfung. Anfang 2022 lag dieser Wert bei nur noch gut einem Prozent. Während der Omikron-Welle stieg die Impfskepsis kurzzeitig wieder leicht an. Die häufigsten Gründe für das anfängliche Zögern waren Sorgen über mögliche Nebenwirkungen und Zweifel an der Wirksamkeit der Impfstoffe. Menschen mit diesen Bedenken änderten ihre Meinung jedoch oft und ließen sich später impfen, heißt es in der Studie. Anders war es bei Personen, die der Impfung grundsätzlich misstrauten. Wer angab, Impfstoffe generell abzulehnen, den Herstellern nicht zu vertrauen oder wer COVID-19 als geringes Risiko einschätzte, blieb häufiger ungeimpft.
Senior Research Fellow am Institut für Politikwissenschaft und Leiterin des Projekts KNOW-VACC, Universität Wien, Österreich
Impfskepsis in der Gesellschaft
„Impfskepsis ist bekanntermaßen kein neues Phänomen, doch die aktuellen Infektionsgeschehnisse bezüglich Masern, Keuchhusten und Influenza zeigen, wie akut das Thema nach wie vor ist, und mit welchen finanziellen, gesellschaftlichen und emotionalen Kosten Infektionen verbunden sind. Sie zeigen auch, welchen Stellenwert Impfungen haben, um diesen entgegenzuwirken. Allgemein hängt die Impfbereitschaft in Deutschland und Österreich stark vom Vertrauen in staatliche Institutionen, Wissenschaft und Gesundheitsapparate ab und korreliert stark mit Unterstützung von Rechtsaußen-Parteien. Sicherheitsbedenken, mit Fokus auf mögliche Nebenwirkungen, sind hier sehr ausgeprägt und wichtigster Faktor für Impfskepsis.“
Unterschiede je nach Impfung
„Wir müssen allerdings zwischen verschiedenen Impfungen differenzieren: Bei saisonalen Impfungen gegen Influenza und COVID-19 beobachten wir den Effekt der Impfmüdigkeit und nicht notwendigerweise -skepsis. Ein weiterer, möglicherweise wichtiger Aspekt ist: in den akuten Phasen der Pandemie ging es Menschen unter anderem darum, sich durch die Impfung ein ,normales Leben‘ zu ermöglichen. Das heißt, Einschränkungen zu vermeiden, während nun das Risiko einer COVID-19-Erkrankung für viele nicht mehr in Relation steht zu dem Aufwand, den man für eine Impfung aufbringen muss. Bei COVID-19-Impfungen ist zusätzlich relevant, dass deren Wahrnehmung verwoben ist mit Wahrnehmungen anderer politischer Instrumente, die in der COVID-19-Pandemie eingesetzt wurden, wie zum Beispiel Masken und Schulschließungen. Mit der politischen Erklärung eines Endes der Pandemie im Jahr 2024 endete daher für viele symbolisch auch die Notwendigkeit, sich impfen zu lassen.“
„Dementsprechend sollten politische Kampagnen nicht nur Informationen anbieten, sondern auch Vertrauen schaffen. Zudem müssen die Angebote zur Impfung optimiert und diese leichter zugänglich gemacht werden: Öffnungszeiten von Ordinationen, öffentliche Impfstellen, Betriebe und Arbeitgeber (gerade in besonders belasteten Sektoren wie dem Gesundheitswesen) spielen hier Schlüsselrollen für niederschwellige Angebote. Für Risikogruppen wie Schwangere, auf die die vorliegende Studie hinweist, braucht es zusätzliche Ressourcen in der Kommunikation und den Einsatz von unterstützenden Gesundheitsanbietern wie Hebammen und GynäkologInnen. Dass diese Gruppen auch teils von Impfskepsis betroffen sind oder ungenügend Ressourcen zur Verfügung haben, wirkt erschwerend [1].“
„Im Gegensatz zu den erwähnten saisonalen Impfungen beobachten wir bei Kinderimpfungen ein noch fundamentaleres Problem: Es gibt einen gewissen Anteil an Familien, die diese nicht für sicher halten und/oder für die deren Kosten-Nutzen-Rechnung sich zum Nachteil auswirkt. Das bedeutet: Eltern tendieren zu eigentümlichen und teils kulturell bedingten Vorstellungen davon, wie wertvoll eine Impfung für ihr Kind ist [2]. Der gesellschaftliche Stellenwert ist dabei selten im Vordergrund.“
Barrieren bei Zugang und Kommunikation
„Es ist wichtig, zwischen saisonalen und Kinderimpfungen zu unterscheiden, diese benötigen jeweils unterschiedlichen Kampagnen, wobei in beiden Fällen zwei Faktoren wichtig sind. Erstens: Desinformation entgegenzuwirken (wie wir aktuell auch in den USA beobachten). Und zweitens: Impfungen möglichst niederschwellig anzubieten. Zum anderen weist die vorliegende Studie auf einen wichtigen Aspekt hin, betreffend Gruppen, die Impfangebote später wahrgenommen haben. Es lässt sich zwar nicht direkt aus den Daten ableiten, dass dies Folge von Diskriminierung im Gesundheitssystem ist, doch könnte institutionelles Misstrauen – etwa bedingt durch negative Erfahrungen oder wahrgenommene Ungleichbehandlung etwa aufgrund von Ethnizität oder persönlichem Hintergrund – eine Rolle spielen. Ob sich diese Beobachtungen auf andere Länder oder gesundheitliche Kontexte übertragen lassen, bleibt offen. Dennoch wird dadurch deutlich, wie sich geschlechtsspezifische und migrationsbezogene Unterschiede in Wahrnehmungen und Zugängen zur Gesundheitsversorgung systematisch auswirken.“
„Studien aus Österreich zeigen, dass Menschen hierzulande vor allem aufgrund von Bedenken über Nebenwirkungen sowie einem geringen Vertrauen in die Regierung und Institutionen allgemeiner zu Impfskepsis neigen [3]. Mit Blick auf Deutschland zeigt sich, dass Menschen mit Migrationsgeschichte seltener geimpft waren als Personen ohne diese. Strukturelle Zugangsbarrieren im Gesundheitssystem könnten also eine Rolle spielen. Bug et al. (2023) identifizieren dementsprechend soziodemografische Faktoren und niedrigschwellige Zugänge zur Impfung, wie bereits erwähnt, als besonders wichtig [4]. Eine Querschnittsstudie mit Fokus auf München fand ebenfalls Unterschiede in den Impfabsichten zwischen Personen mit und ohne Migrationshintergrund. Personen mit Migrationsgeschichte äußerten niedrigere Impfbereitschaft, selbst wenn Wissen und Haltung tendenziell hoch waren [5].“
„Darüber hinaus liegt ein aktueller Mixed-Methods-Review vor, der 46 Studien über Impfskepsis unter MigrantInnen in Europa beleuchtet. Dabei spielen neben soziokulturellen Faktoren auch institutionelles Misstrauen, Gesundheitsinformationen, acculturation-Prozesse (Anpassungsprozesse von Personen oder sozialen Gruppen an eine Kultur; Anm. d. Red.) und strukturelle Barrieren eine Rolle [6]. Diese Ergebnisse deuten ebenfalls darauf hin, dass sich Impfskepsis bei Migranten nicht nur auf ein individuelles ,Misstrauen‘ zurückführen lässt, sondern ein Zusammenspiel aus persönlichen Erfahrungen sowie kulturellen und systemischen Faktoren gegeben ist.“
Einfluss auf andere Impfungen
„Es gibt Hinweise darauf, dass die COVID-19-Pandemie auch die Einstellungen zu anderen Impfungen beeinflusst hat, in welche Richtung ist jedoch nicht eindeutig geklärt. In zwei mir bekannten europäischen Studien (zu Finnland und Deutschland) nahmen Personen während der Pandemie positivere Einstellungen zur Influenza-Impfung und medizinischem Personal an, beziehungsweise waren positive Einstellungen zur COVID-19-Impfung auch mit stabilen bis positiven Einstellungen gegenüber den Influenza- und Pneumokokken-Impfungen assoziiert [7] [8]. Gleichzeitig zeigt eine Arbeit aus den USA, dass nicht überall klare, dauerhafte Veränderungen im Routine-Impfverhalten (in diesem Fall bezogen auf Kinderimpfungen) messbar sind [9].“
Direktor des Harald-zur-Hausen-Instituts für Virologie, Universitätsklinikum Erlangen, und Sprecher des Bayerischen Vakzinezentrums, und ehemals Mitglied der Ständigen Impfkommission
Einordnung der Studienergebnisse
„Das spannende an der Studie ist für mich, dass die Angaben zur initialen Einstellung zur Impfung mit dem nachfolgenden tatsächlichen Impfverhalten abgeglichen wird. Dabei zeigt sich, dass nach einer anfänglichen Skepsis der Nutzen der Impfung von der Mehrheit der anfänglich Skeptischen erkannt wurde. Insgesamt scheint auch der Anteil der generell Impfskeptischen in der Studie niedriger zu sein, als deren Präsenz in den sozialen Medien erwarten lässt. Allerdings lässt sich aufgrund des Studiendesigns nicht ausschließen, dass die besonders Impfskeptischen nicht an der Studie teilgenommen haben und es deshalb zu Untererfassungen gekommen ist.“
„Die Ergebnisse zu den prinzipiellen Beweggründen für die Impfskepsis und zur Offenheit für Anpassungen bei einer neuen Informationslage dürften auch für andere Länder relevant sein. Ansonsten gab es aber viele Unterschiede in der Kommunikation in den verschiedenen Ländern und gerade die Diskussion um die Impfpflicht dürfte die Einstellung zur Impfung unterschiedlich geprägt haben.“
Impfskepsis bei Älteren
„Die Studie identifiziert Bevölkerungsgruppen, bei denen Impfskepsis häufiger anzutreffen ist. Für mich überraschend war, dass gerade bei den über 75-Jährigen, die durch COVID-19 besonders gefährdet waren, häufiger eine anhaltende Impfskepsis gefunden wurde. Hier brauchen wir möglicherweise neue Wege, die Älteren zu erreichen.“
Kommunikation über COVID-19-Impfstoffe
„Rückblickend gibt es Vieles, was wir aus der Kommunikation zur Wirksamkeit und Sicherheit der COVID-19-Impfstoffe lernen können und die Studie weist darauf hin, dass auch viele Impfskeptische offen für neue Erkenntnisse sind. Obwohl die COVID-19-Impfung Millionen von Todesfällen verhindert hat [10] [11], wird die Diskussion heute dominiert von begrenzter Wirkdauer der COVID-19-Impfung und überwiegend spekulativen Sicherheitsrisiken von mRNA-Impfstoffen. Ich denke, in der Kommunikation ist es nicht gut gelungen, die sich entwickelnden Erkenntnisse zur Wirksamkeit der COVID-19-Impfungen verständlich darzulegen und berechtigte Fragen der Bevölkerung zu beantworten. Im Bemühen um eine einfache Darstellung wurde einiges auch falsch kommuniziert. So wurde immer wieder gesagt, dass die Impfung nicht vor Infektion mit der Omikron-Variante schützt, wohl aber vor schwerer Erkrankung. Tatsächlich liegt jedoch der Schutz in einer großen Meta-Analyse vor einer Infektion mit der Omikron-Variante nach der dritten Impfung bei circa 40 Prozent [12]. Außerdem wurde der angeblich fehlende Schutz vor Infektion gleichgesetzt mit einem fehlenden Schutz vor Übertragung.“
„Tatsächlich besteht der Schutz vor Übertragung aber nicht nur aus dem 40-prozentigen Schutz vor Infektion, sondern wird noch durch eine Reduktion der Infektiösität der Geimpften verstärkt, die sich trotz Impfung infizieren. Diese Reduktion der Infektiösität liegt bei circa 30 Prozent [13]. Drei Impfungen reduzieren daher das Übertragungsrisko insgesamt um 60 Prozent. Aufgrund des exponentiellen Charakters der Virusausbreitung hat auch eine moderate Senkung des Übertragungsrisikos einen großen Effekt auf die Anzahl der gleichzeitig auftretenden Infektionsereignisse. Der durch die Reduktion der Übertragungsrate erzielte Zeitgewinn ermöglichte während der Pandemie weitere Impfungen und half, Überlastungen des Gesundheitssystems zu vermeiden.“
„Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Vergleich der Impfung mit anderen Maßnahmen zur Verzögerung der Ausbreitung von SARS-CoV-2. In der Zusammenschau der veröffentlichten Studien reduziert ein Lockdown die Übertragung um circa 50 Prozent [13] und das Tragen von Gesichtsmasken verhindert etwa elf Prozent der Übertragungen [14]. Impfungen können also genauso viel zur Eindämmung der Virusausbreitung beitragen wie ein Lockdown und müssen nicht täglich befolgt werden. Wir sollten daher aufpassen, bei der berechtigten Diskussion über begrenzte Wirkdauer und seltene Risiken der Impfstoffe, nicht das Kind mit dem Bade auszuschütten. Die rasche Entwicklung der COVID-19-Impfstoffe war der Wendepunkt bei der Bewältigung der Pandemie.“
Einfluss auf andere Impfungen
„Das Impfquotenmonitoring des Robert-Koch-Instituts in Deutschland zeigt, dass es nach der Pandemie zu einer Abnahme der Influenzaimpfraten bei den über 60-Jährigen gekommen ist. Ob das ein dauerhafter Effekt ist oder ob das eine vorrübergehende Impfmüdigkeit nach der Pandemie ist, ist schwer zu sagen. Eine Abnahme der Impfraten gegen Pneumokokken ist nach der Pandemie nicht festzustellen und die Impfraten gegen die Gürtelrose sind stark angestiegen. Auch die Impfraten bei Kindern sind recht stabil geblieben. Dies spricht eher gegen eine dauerhafte Veränderung der Einstellung zum Impfen bei dem allergrößten Teil der Bevölkerung.“
Mitglied am Institute for Planetary Health Behaviour (IPB), Universität Erfurt
Einordnung der Studienergebnisse
„Die aktuelle Studie ist aus meiner Sicht besonders wertvoll, weil sie zwei Welten miteinander verbindet, die sonst meist getrennt bleiben: Einerseits werden soziale und psychologische Einflussfaktoren auf Impfentscheidungen erhoben – also Einstellungen, Sorgen oder die Lebensumstände in sozial deprivierten versus förderlichen Umgebungen. Andererseits werden diese Angaben mit objektiven Gesundheitsdaten aus dem britischen Gesundheitssystem verknüpft, die reale Impfentscheidungen bis ins Jahr 2024 abbilden. Dadurch lässt sich sehr genau nachvollziehen, welche Einstellungen zum Verhalten in Beziehung stehen.“
„Die Stichprobe ist mit mehreren Hunderttausend Personen außergewöhnlich groß, aber sie ist nicht völlig frei von Verzerrungen. Teilnehmen konnten nur Menschen, die sich zunächst freiwillig auf eine Befragung eingelassen haben und später zusätzlich zustimmten, dass ihre Gesundheitsdaten verknüpft werden dürfen. Gerade Personen, die Institutionen, Wissenschaft oder staatlichen Stellen stark misstrauen – ein Kernmotiv vieler Impfgegner – dürften in solchen Datensätzen eher unterrepräsentiert sein. Die Studie unterschätzt daher womöglich die radikal impfkritischen Milieus.“
„Trotzdem liefert sie sehr wichtige Erkenntnisse darüber, wie unterschiedliche Formen von Skepsis, Risikoabwägung und Vertrauen mit realem Impfverhalten zusammenhängen. Wenn ich die Ergebnisse mit der Cosmo-Studie vergleiche, sehe ich ähnliche Grundmuster, etwa den Zusammenhang zwischen Vertrauen in Institutionen und Impfbereitschaft [15]. Gleichzeitig könnte die Rolle politischer Polarisierung, föderaler Zuständigkeiten und der spezifischen Protestkultur – wie wir sie etwa in den ,Querdenken‘-Bewegungen gesehen haben – hierzulande noch stärker ins Gewicht fallen als im britischen Kontext.“
Wirksamkeit öffentlicher Kommunikation
„Die Studie testet – wie die Autor:innen selbst betonen – keine konkreten Kommunikationskampagnen oder Interventionen. Dennoch erlaubt sie wichtige Rückschlüsse darauf, welche Art von Information im Verlauf der Pandemie tatsächlich wirksam war. Besonders aufschlussreich ist, dass viele der zunächst impfzögerlichen Personen, die sich später doch noch impfen ließen, zuvor genau jene Gründe genannt hatten, die sich durch bessere Information adressieren lassen: Unsicherheit über die langfristige Wirksamkeit der Impfstoffe, mögliche Nebenwirkungen oder fehlende Erfahrung mit der neuen Technologie.“
„In der Studie zeigt sich klar: Die Wahrscheinlichkeit, dass impfzögerliche Menschen ihre Entscheidung revidierten, war höher, wenn sie zu Beginn angegeben hatten, noch mehr und verlässlichere Informationen zu benötigen. Dass die Impfquote in genau dieser Gruppe im weiteren Verlauf anstieg, spricht dafür, dass Medien, Wissenschaft und Politik diese Informationslücken zumindest teilweise schließen konnten – etwa durch zunehmende Evidenz aus der Praxis, durch Sicherheitsdaten aus Millionen Impfungen und durch eine kontinuierliche öffentliche Berichterstattung.“
„Für die öffentliche Kommunikation lässt sich daraus ableiten: Besonders wirksam ist nicht moralischer Druck, sondern eine transparente, kontinuierliche und evidenzbasierte Informationsvermittlung. Wissenschaft sollte verständlich erklären, was man weiß – und auch, was man noch nicht weiß. Medien spielen eine zentrale Rolle dabei, diese Informationen einzuordnen und zugänglich zu machen. Politik wiederum sollte die Rahmenbedingungen schaffen, damit diese Informationen die Bevölkerung rechtzeitig erreichen und nicht durch widersprüchliche Signale untergraben werden.“
„Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie ist, dass Menschen in sozial benachteiligten Lebenslagen über die gesamte Pandemie hinweg schlechteren Zugang zu Impfungen hatten. Das zeigt, dass gute Kommunikation allein nicht ausreicht: Sie muss mit niedrigschwelligen, strukturell gerechten Zugängen zu Impfangeboten verbunden werden. Für zukünftige Impfkampagnen bedeutet das, Informationsarbeit und Versorgungspolitik immer gemeinsam zu denken.“
Mehrwert der Studie
„Die Studie geht einen wichtigen nächsten Schritt, weil sie erstmals psychologische und soziale Einstellungen direkt mit realem Impfverhalten verknüpft – über objektive Gesundheitsdaten. Für uns in Cosmo ist das besonders wertvoll, weil wir während der Pandemie vor allem auf Selbstberichte angewiesen waren: Wir haben Menschen gefragt, ob und wie oft sie geimpft wurden und wie wahrscheinlich sie zukünftige Impfungen in Anspruch nehmen würden. Studien wie diese erlauben es, solche Monitoring-Daten mit der tatsächlichen Realität abzugleichen.“
„In der Entwicklung sehen wir in beiden Datensätzen ein sehr ähnliches Muster. Zu Beginn der Impfkampagne, Anfang 2021, konnten sich in Deutschland nur etwa 50 bis 60 Prozent der Befragten vorstellen, sich impfen zu lassen. Das war eine Phase großer Unsicherheit – über Nebenwirkungen, Wirksamkeit und die neue Technologie. Im Verlauf der Zeit änderte sich das deutlich. In der Cosmo-Studie sehen wir, dass sich die Einstellungen gegenüber der Impfung bis zum Ende der Erhebungen 2022/2023 spürbar verbessert haben. Viele anfängliche Vorbehalte wurden durch reale Erfahrungen relativiert: Die Impfstoffe erwiesen sich als wirksam, schwere Nebenwirkungen blieben selten, und COVID-19-bedingte Krankenhausaufenthalte sowie Todesfälle gingen deutlich zurück.“
„Entsprechend sank der Anteil der konsequenten Impfverweigernden bis November 2022 auf etwa acht bis neun Prozent. In unseren Stichproben erreichten wir zuletzt über 80 Prozent Geimpfte. Das passt gut zu dem Bild, das auch die neue britische Studie zeichnet: Ein großer Teil der anfänglich Zögerlichen hat sich im Laufe der Zeit doch für eine Impfung entschieden, wenn sich ihre Befürchtungen nicht bestätigten.“
„Gleichzeitig zeigt sich aber auch eine Kehrseite dieser Entwicklung. Gegen Ende der Pandemie waren die Fronten stärker verhärtet als zuvor. Studien wie die von Henkel et al. (2023) belegen, dass der Impfstatus für manche Menschen Teil der politischen und sozialen Identität geworden ist – verbunden mit Erfahrungen von Ausgrenzung oder Stigmatisierung [16]. Die neue Studie macht deutlich: Impfentscheidungen sind nicht nur medizinische, sondern auch soziale Entscheidungen, und diese Dynamik wirkt über die Pandemie hinaus nach, indem sie unsere Erinnerungen prägen [17].“
Optimale Impfkommunikation
„Eine optimale Impfkommunikation gelingt vor allem dann, wenn wir sie stärker evidenzbasiert, zielgruppenspezifisch und langfristig denken. Die Studie macht deutlich, dass nicht jede Form von Impfskepsis gleich funktioniert: Während sich Informationsunsicherheit oft gut adressieren lässt, sind tief verankerte Ablehnungshaltungen, die auf Misstrauen gegenüber Institutionen oder Wissenschaft beruhen, deutlich schwerer zu erreichen.“
„Gerade deshalb ist es sinnvoll, Impfkommunikation frühzeitig und gemeinsam mit jenen Bevölkerungsgruppen zu entwickeln, in denen das Vertrauen gering ist. Co-kreative Ansätze – also Formate, in denen Betroffene selbst an der Gestaltung von Botschaften beteiligt sind – können helfen, Barrieren abzubauen und langfristig Vertrauen aufzubauen. Idealerweise geschieht das nicht erst in einer akuten Krisensituation, sondern in ruhigeren Zeiten, wenn gesellschaftliche Fronten weniger verhärtet sind.“
„Unsere eigenen Erfahrungen aus der Pandemie unterstreichen das. In einer experimentellen Poster-Intervention im Winter 2022 haben wir evidenzbasierte Informationen zu Impfstoffen, ihrer Entwicklung und Wirksamkeit getestet. Bei stark impfablehnenden Personen lösten diese Inhalte – selbst in sachlicher Form – nicht selten Wut und Ärger aus. Das zeigt, dass mehr Information allein bei bestimmten Gruppen nicht nur wirkungslos, sondern sogar kontraproduktiv sein kann.“
„Als besonders vielversprechend gilt bislang der persönliche, dialogische Ansatz: das aufwendige Eins-zu-eins-Gespräch zwischen Ärzt:innen und Patient:innen, etwa auf Basis von ,Motivational Interviewing‘. Diese Gesprächstechniken setzen nicht auf Überzeugung oder Druck, sondern auf Zuhören, Ambivalenzen und individuelle Entscheidungsfindung. Für Menschen mit tiefsitzender Skepsis ist das oft der einzige Weg, überhaupt wieder ins Gespräch zu kommen.“
Einfluss auf andere Impfungen
„Es gibt erste Hinweise darauf, dass COVID-19 die Einstellung zu anderen Impfungen verändert – das wissen wir auch aus unserer eigenen Forschung. In einer Studienreihe haben wir Menschen gebeten, ihre Fragen an die Hausärztin oder den Hausarzt zu formulieren: einmal zu einer fiktiven, zukünftigen neuen Impfung und einmal zur RSV-Impfung. Beide Studien nutzten offene Antworten, also keine vorgegebenen Kategorien, sondern die Sprache der Befragten selbst [18].“
„In diesen Texten zeigte sich ein bemerkenswerter ,Pandemie-Nachhall‘. Neben den klassischen, schon vor COVID-19 bekannten Fragen zu Sicherheit und Wirksamkeit tauchten neue Begriffe und Denkmuster auf, die eindeutig aus der Pandemie stammen – etwa Fragen nach der Zahl der benötigten Booster oder nach der Dauer des Schutzes. Diese Logik der wiederholten Auffrischung war vor 2020 bei Routineimpfungen kaum präsent.“
„Besonders auffällig war das bei Personen, die Impfungen sehr ablehnend gegenüberstanden und emotionalere Sprache verwendeten: Sie bezogen sich in ihren Antworten explizit auf Erfahrungen aus der COVID-19-Pandemie. Für diese Gruppe scheint COVID-19 zum zentralen Referenzpunkt geworden zu sein, an dem auch neue oder ganz andere Impfangebote gemessen werden.“
„Wie lange und für welche Impfungen dieser Effekt anhält, lässt sich derzeit noch nicht abschließend sagen. Genau deshalb sind kontinuierliche, methodisch hochwertige Erhebungen so wichtig. Nur so können wir beobachten, ob die Pandemie langfristig das Denken über Impfungen verändert hat – oder ob sich diese Effekte mit der Zeit wieder abschwächen.“
Leiterin der Abteilung Epidemiologie, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), Braunschweig
Einordnung der Studienergebnisse
„Es handelt sich um eine sehr ausführliche und aus meiner Sicht adäquat durchgeführte Analyse von Daten der React-1- und -2-Studien in England. In diesen Studien wurde wiederholt eine zufällige Auswahl von Menschen, die bei dem National Health Service (NHS, nationales Gesundheitssystem in Großbritannien; Anm. d. Red.) registriert sind, zwischen Mai 2020 und März 2022 zu unterschiedlichen Gesundheitsfragestellungen befragt. In React-1 wurde dabei mittels Abstrichen und nachfolgender Polymerase-Kettenreaktion (PCR) die aktuelle SARS-CoV-2-Positivität ermittelt und in React-2 mittels Antikörperuntersuchungen im Blut die zurückliegende Exposition mit SARS-CoV-2 erhoben. Ab Januar 2021 enthielten die Fragebögen der Teilnehmer:innen auch Fragen zum Impfstatus und Impfverhalten. Teilnehmer:innen, die angaben, dass sie die COVID-19-Impfung ablehnen würden, sie bereits abgelehnt hätten oder dies noch nicht entschieden hätten wurden als ‚vaccine-hesitant‘ klassifiziert. 3,3 Prozent aller Teilnehmer:innen wurden so über die Zeit als skeptisch gegenüber der COVID-19-Impfung kategorisiert. Dies variierte von 7,9 Prozent im Januar 2021 zu 1,1 Prozent am Anfang von 2022 und stieg dann wieder auf 2,3 Prozent im Februar 2022. Die Teilnehmer:innenzahl nahm insgesamt allerdings ab (von 151.608 zu 88.801). Jüngere Menschen, Menschen mit niedrigerer Ausbildung, Frauen und Menschen mit erhöhter Deprivation waren mit höherer Wahrscheinlichkeit auch skeptisch gegenüber der COVID-19-Impfung, während die meisten Vorerkrankungen wenig Einfluss auf die Skepsis hatten.“
„Die Gründe, aus denen die COVID-19-Impfung skeptisch betrachtet wurde, wurden in acht Kategorien unterteilt. Erstens, Fragen zur Wirksamkeit der Impfung und ihren Nebenwirkungen; zweitens, logistische Barrieren; drittens, geringe Risikowahrnehmung in Hinblick auf COVID-19; viertens, persönliche Gesundheitsbedenken; fünftens, Sorge in Hinblick auf den Impfstoff selbst und Reaktionen auf ihn; sechstens, Sorgen in Hinblick auf die Einschränkung der Fruchtbarkeit durch die Impfung; siebtens, gerade schwanger oder stillend und achtens, andere Gründe.“
„Dabei zeigten sich, dass unterschiedliche Bevölkerungsgruppen aus unterschiedlichen Gründen impfskeptisch waren. Männer waren häufiger unter jenen, die COVID-19 selbst für ein geringes Risiko hielten, während Frauen sich häufiger Sorgen in Hinblick auf Fruchtbarkeit machten. Jüngere Teilnehmer:innen berichteten häufiger über eine Angst vor Nadeln.“
„Die Studienautor:innen konnten ihre Ergebnisse mit tatsächlichen Impfdaten aus dem NHS-Register verlinken und dadurch zeigen, dass insbesondere jüngere Menschen und Menschen, die COVID-19 nicht als Risiko wahrnahmen oder eine generell negative Einstellung gegenüber Impfungen hatten, sich mit höherer Wahrscheinlichkeit tatsächlich nicht impften, wenn sie initial impfskeptisch waren.“
Übertragbarkeit auf Deutschland
„Erwartbar ist eine solche Erhebung von Impfskepsis abhängig von lokalen Bedingungen und der aktuellen epidemischen Lage. Es ist daher schwer, die Ergebnisse eins zu eins auf Deutschland zu übertragen. Mir ist für Deutschland keine ähnliche Untersuchung bekannt, die Impfverhalten und -einstellung in einer so großen Teilnehmer:innengruppe und in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen relativ hochfrequent über den Pandemiezeitraum darstellt. Dies liegt natürlich auch an dem grundsätzlichen Fehlen einer Studie mit der Größe von React-1 und React-2 in Deutschland, die dies in ähnlicher Frequenz erhoben hätte. Es gibt aber sowohl kleinere als auch präpandemische Untersuchungen zur Impfskepsis über die Zeit und auch Untersuchungen in Hinblick auf unterschiedliche Impfstoffe und Altersgruppen. Auch hier zeigt sich häufig, dass das Vertrauen in die Wirksamkeit und Sicherheit von Impfstoffen auch das Impfverhalten bestimmt und über die Zeit und in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen variabel ist.“
Mehrwert der Studie
„Die vorliegende Studie zeigt aus meiner Sicht, dass zum einen Impfskepsis etwas ist, was sich sowohl quantitativ als auch in der Ausprägung und den dahinterliegenden Gründen über den Zeitraum einer Epidemie ändert. Und zum anderen, dass dies gegebenenfalls durch klare Kommunikation zu Wirksamkeit und Nebenwirkungen der Impfung – sobald diese Informationen vorliegen – durch möglichst alle Teile des Gesundheitssystems reduziert werden kann.“
Optimale Impfkommunikation
„Die Studie regt auch dazu an, zielgruppen- und epidemiephasenspezifische Kommunikation bei Impfstrategien in Erwägung zu ziehen. Also tatsächlich in unterschiedlichen Phasen einer Epidemie auch unterschiedliche Gruppen hinsichtlich ihrer Fragen und Sorgen zu informieren und zu beraten. Dafür ist es aber natürlich auch relevant, die durch diese Studie jetzt im Nachhinein dargestellte Information möglichst aktuell vorliegen zu haben. Dies erfordert schnelle und agile Studieninfrastrukturen, die in der Lage sind, dies sowohl für Routine- als auch für Krisensituationen zu leisten.“
„Ich habe keine Interessenkonflikte.“
„Mein Arbeitgeber hat von Glaxo Smith Kline, Sanofi und Moderna Mittel für von mir durchgeführte Forschungsvorhaben oder für meine Beratungstätigkeit erhalten.“
„Ich habe Fördermittel von DAAD, BMFTR, EU4Health, EU Horizon und DFG für infektionsepidemiologische Forschung erhalten. Dies umfasst auch die Förderung für Modellierungsprojekte sowie Erhebungen in schnellen, infektionsepidemiologischen Kohorten wie MuSPAD. Ich war oder bin Mitglied in Beratungsgremien wie dem Expert:innenrat „Gesundheit und Resilienz“ (2024-2025), der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (ab 2024), Mitglied des Beirats für den Pakt für öffentliche Gesundheit des Bundesministeriums für Gesundheit (ab 2023) sowie (Vize)Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie. Im Rahmen dieser Tätigkeiten sind auch Stellungnahmen zu notwendigen Daten- und Forschungsinfrastrukturen für Krisen und Pandemien und Evidenzlücken bei der Ausarbeitung von Impfstrategien entstanden.“
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Primary source
Whithaker M et al. (2026): Profiling vaccine attitudes and subsequent uptake in 1,1 million people in England: a nationwide cohort study. The Lancet.
Literaturstellen, die von den Expert:innen zitiert wurden
[1] Lehner L et al. (2021): Beyond the “information deficit model” – understanding vaccine-hesitant attitudes of midwives in Austria: a qualitative study. BMC Public Health. DOI: 10.1186/s12889-021-11710-y.
[2] Hansl N et al. (2025): ‘My baby does not even drink water yet’: risk work in vaccination consultations. Health, Risk & Society. DOI: 10.1080/13698575.2025.2601968.
[3] Schernhammer E et al. (2022): Correlates of COVID-19 vaccine hesitancy in Austria: Trust and the government. Journal of Public Health. DOI: 10.1093/pubmed/fdab122.
[4] Bug M et al. (2023): COVID-19-Impfstatus bei Menschen mit ausgewählten Staatsangehörigkeiten: Ergebnisse der Studie GEDA Fokus. Journal of Health Monitoring. DOI: 10.25646/11088.
[5] Aktürk Z et al. (2021): COVID-19 vaccine hesitancy in people with migratory backgrounds: A cross-sectional study among Turkish- and German-speaking citizens in Munich. BMC Infectious Diseases. DOI: 10.1186/s12879-021-06940-9.
[6] Khuu E et al. (2025): Vaccine hesitancy among migrant populations in Europe: A mixed-methods systematic review. Vaccine. DOI: 10.1016/j.vaccine.2025.127954.
[7] Soveri A et al. (2023): Spillover effects of the COVID-19 pandemic on attitudes to influenza and childhood vaccines. BMC Public Health. DOI: 10.1186/s12889-023-15653-4.
[8] Born S et al. (2024): Changes in attitudes towards influenza and pneumococcal vaccination during the subsiding COVID-19 pandemic—Results of a longitudinal survey study among risk groups in Germany between 2021 and 2023. Vaccines. DOI: 10.3390/vaccines12091080.
[9] Higgins DM et al. (2023): The COVID-19 pandemic and parental attitudes toward routine childhood vaccines. Pediatrics. DOI: 10.1542/peds.2023-062927.
[10] Watson OJ et al. (2022): Global impact of the first year of COVID-19 vaccination: a mathematical modelling study. The Lancet Infectious Diseases. DOI: 10.1016/S1473-3099(22)00320-6.
[11] Meslé MMI et al (2023): Estimated number of lives directly saved by COVID-19 vaccination programmes in the WHO European Region from December, 2020, to March, 2023: a retrospective surveillance study. The Lancet Respiratory Medicine. DOI: 10.1016/S2213-2600(24)00179-6.
[12] Madewell ZJ et al. (2022): Household Secondary Attack Rates of SARS-CoV-2 by Variant and Vaccination Status An Updated Systematic Review and Meta-analysis. Jama Network Open: DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2022.9317.
[13] Murphy C et al. (2023): Effectiveness of social distancing measures and lockdowns for reducing transmission of COVID-19 in community-based settings. Philosophical Transactions of the Royal Society A. DOI: 10.1098/rsta.2023.0132.
[14] Boulos L et al. (2023): Effectiveness of face masks for reducing transmission of SARS-CoV-2: a rapid systematic review. Philosophical Transactions of the Royal Society A. DOI: 10.1098/rsta.2023.0133.
[15] Betsch C et al. (2022): COSMO — COVID-19 Snapshot Monitoring.
[16] Henkel L et al. (2023): The association between vaccination status identification and societal polarization. Nature Human Behaviour. DOI: 10.1038/s41562-022-01469-6.
[17] Sprengholz P et al. (2023): Historical narratives about the COVID-19 pandemic are motivationally biased. Nature. DOI: 10.1038/s41586-023-06674-5.
[18] Shamsrizi P et al. (2025): Post-pandemic questions in vaccination counseling: Two qualitative analyses of open-ended responses comparing hypothetical and novel vaccines. Vaccine. DOI: 10.1016/j.vaccine.2025.127823.
Literaturstellen, die vom SMC zitiert wurden
[I] Imperial College London (2025): Real-time Assessment of Community Transmission (REACT) Study.
Dr. Katharina T. Paul
Senior Research Fellow am Institut für Politikwissenschaft und Leiterin des Projekts KNOW-VACC, Universität Wien, Österreich
Information on possible conflicts of interest
„Ich habe keine Interessenkonflikte.“
Prof. Dr. Klaus Überla
Direktor des Harald-zur-Hausen-Instituts für Virologie, Universitätsklinikum Erlangen, und Sprecher des Bayerischen Vakzinezentrums, und ehemals Mitglied der Ständigen Impfkommission
Information on possible conflicts of interest
„Mein Arbeitgeber hat von Glaxo Smith Kline, Sanofi und Moderna Mittel für von mir durchgeführte Forschungsvorhaben oder für meine Beratungstätigkeit erhalten.“
Dr. Sarah Eitze
Mitglied am Institute for Planetary Health Behaviour (IPB), Universität Erfurt
Prof. Dr. Berit Lange
Leiterin der Abteilung Epidemiologie, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), Braunschweig
Information on possible conflicts of interest
„Ich habe Fördermittel von DAAD, BMFTR, EU4Health, EU Horizon und DFG für infektionsepidemiologische Forschung erhalten. Dies umfasst auch die Förderung für Modellierungsprojekte sowie Erhebungen in schnellen, infektionsepidemiologischen Kohorten wie MuSPAD. Ich war oder bin Mitglied in Beratungsgremien wie dem Expert:innenrat „Gesundheit und Resilienz“ (2024-2025), der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (ab 2024), Mitglied des Beirats für den Pakt für öffentliche Gesundheit des Bundesministeriums für Gesundheit (ab 2023) sowie (Vize)Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie. Im Rahmen dieser Tätigkeiten sind auch Stellungnahmen zu notwendigen Daten- und Forschungsinfrastrukturen für Krisen und Pandemien und Evidenzlücken bei der Ausarbeitung von Impfstrategien entstanden.“