Absicherung für den Ernstfall: Braucht Deutschland eine Gasreserve?
Könnte das Gas zum Ende dieses Winters doch noch knapp werden? Das ist zwar unwahrscheinlich, scheint aber angesichts der niedrigen Füllstände der Gasspeicher durchaus möglich zu sein. Obwohl keine offizielle Stelle von einer Krise spricht, unter anderem weil Deutschland inzwischen über eigene LNG-Terminals für den Import von Flüssiggas verfügt, forderte der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, zuletzt eine strategische Gasreserve anzulegen. Das hatten bereits im November des vergangenen Jahres die Autoren und Autorinnen einer Untersuchung für das Bundeswirtschaftsministerium nahegelegt. Vorbild könnte die strategische Ölreserve sein, die für 90 Tage Vollversorgung angelegt ist.
Doch was einfach klingt, wirft zahlreiche Fragen auf. Nicht einmal alle Gasspeicher zusammen reichen für 90-Tage-Vollversorgung. Für wie viele Tage sollte eine strategische Gasreserve insgesamt angelegt werden? In welchem Fall werden die Reserven frei gegeben? Und für wen? Wie vermeidet man Marktverzerrungen und Spekulationen? Warum sind die Speicher aktuell so leer, und wie lange reicht das Gas noch? Wie viel kommt aus den Speichern, und sind sie technisch für die Versorgung noch nötig? Lässt sich Erdgas ähnlich einfach und langfristig lagern wie Öl? Wie teuer ist es, Gasspeicher zu betreiben, und wie wird das bezahlt? Oder wäre es für eine strategische Unabhängigkeit sinnvoll, den Erdgasverbrauch schnell zu senken – und wer bezahlt das?
On our Youtube channel you can watch the video in the Speaker view or Gallery view watch.
You can download the transcript here as a PDF.
Ich habe keinen Interessenskonflikte.
Ich habe keine Interessenskonflikte zu diesem Thema.
Prof. Dr. Franziska Holz
Stellvertretende Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin
Information on possible conflicts of interest
Ich habe keinen Interessenskonflikte.
Prof. Dr. Jochen Linßen
Leiter der Abteilung Integrierte Infrastruktur am Institute of Climate and Energy Systems – Jülicher Systemanalyse (ICE-2), Forschungszentrum Jülich GmbH (FZJ)
Information on possible conflicts of interest
Ich habe keine Interessenskonflikte zu diesem Thema.