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11.09.2017

Personalisierte Krebsimmuntherapie – ein zweischneidiges Schwert?

Anlass

Auf den Patienten individuell angepasste Immuntherapien bei Krebs erregen derzeit Aufsehen – nach erstaunlichen Therapieerfolgen bei schwer heilbaren Tumorerkrankungen. Mit neuartigen Methoden werden Tumorzellen zu molekularen Zielscheiben der körpereigenen Immunabwehr von Krebspatienten. Einerseits können patientenspezifische Neoantigene auf Tumorzellen analysiert und gezielt Impfstoffe dagegen entwickelt werden. Andererseits können im Labor umprogrammierte Abwehrzellen, sogenannte CAR-T-Zellen (Chimäre Antigen-Rezeptor-T-Zellen), im Körper von Krebspatienten Tumore aufspüren und zerstören. Beide Methoden der personalisierten Krebsimmuntherapie werden derzeit in klinischen Studien bei einer Reihe von Krebserkrankungen erprobt. Die erste CAR-T-Gentherapie zur Behandlung einer seltenen Form von Blutkrebs (Akute Lymphatische B-Zell-Leukämie) wurde am 30.08.2017 in den USA zugelassen und kann dort in einigen zertifizierten Zentren und bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen angewendet werden; laut Hersteller Novartis kostet diese Therapie pro Patient bis zu 475.000 Dollar.

Warum sind die neuartigen personalisierten Krebsimmuntherapien vielversprechend? Welche Risiken bergen die Behandlungen, die die körpereigene Immunabwehr anstacheln? Bei welchen (z. B. soliden) Krebsarten werden die Therapien wirken, bei welchen nicht? Aufgrund welcher Evidenz sollen die diese Therapien ihre Wirksamkeit und Sicherheit sowie den Zusatznutzen belegen? Und wie können diese kostspieligen Therapien mehr Patienten zugänglich gemacht werden?

Diese Fragen – und Ihre! – beantworten die Experten auf dem Podium.

Experten auf dem Podium

  • Prof. Dr. Hinrich Abken
    Professor für Genetik und Immunologie,
    und Leiter des Labors für Tumorgenetik und Immunologie, Klinik I für Innere Medizin, Uniklinik Köln, und Zentrum für Molekulare Medizin Köln (ZMMK) der Universität zu Köln
  • Prof. Dr. Uğur Şahin
    Professor für experimentelle Onkologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz,
    und wissenschaftlicher Geschäftsführer, Translationale Onkologie an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz gGmbH (TRON), Gründer CEO BioNTech, Mainz
  • Dr. Martina Schüssler-Lenz
    Stellvertretende Leiterin des Fachgebiets Arzneimittel für neuartige Therapien, Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Langen,
    und Vorsitzende des Ausschusses für neuartige Therapien (Committee for Advanced Therapies) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA)

Interessenkonflikte

Prof. Dr. Hinrich Abken: wissenschaftliche Beratung von folgenden Firmen: Meltenyi Biotec; Aleta Biotherapeutics, Natick MA, USA; Humorigin, Taipei, Taiwan

Prof. Dr. Uğur Şahin: Investor der BioNtech ist bisher die Strüngmann Family Office, MIG Fonds, Saliva GmbH. BioNtech hat Partner in der Pharmaindustrie in verschiedenen Projekten: Genentech, Sanofi, Lilly, Bayer und Genmab

Dr. Martina Schüssler-Lenz: keine angegeben.

Audio-Mitschnitt und Transkript

Einen qualitativ hochwertigen Mitschnitt (.wav-Format) der Veranstaltung können Sie hier aus der SMC-Dropbox herunterladen.

Das Transkript des Press Briefings können Sie hier als PDF herunterladen.