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10.03.2021

Die Lage auf den Intensivstationen in der COVID-19-Pandemie – Rückblick und Ausblick

Anlass

Im Dezember 2020 mussten nur noch halb so viele Krankenhaus-Patientinnen und -Patienten mit COVID-19-Diagnose auf Intensivstationen behandelt werden als noch im Frühjahr. Zwischen März und Mai benötigten noch 30 Prozent der hospitalisierten Patientinnen und Patienten intensivmedizinische Pflege. In der Zeit der hohen Inzidenzen Ende des vergangenen Jahres waren es nur noch 14 Prozent.  

Diese und weitere Auswertungen zur intensivmedizinischen Behandlung während der COVID-19-Pandemie veröffentlichten deutsche Forschende am 06.03.2021 in Form eines kurzen „Research Letter“ im Fachjournal „The Lancet Respiratory Medicine“ [I]. Sie argumentieren, dass mit zunehmendem Wissen über Therapieoptionen – wie beispielsweise dem Entzündungshemmer Dexamethason oder dem Einsatz verschiedener Beatmungstechniken – im Verlauf der Pandemie eine bessere Behandlung der Erkrankten gelang. Auf diese Weise seien schwere Krankheitsverläufe zum Teil vermieden worden – und damit auch die Aufnahme der Patienten und Patienten auf Intensivstationen. Zwar wurde im Herbst außerdem ein geringerer Anteil der Menschen auf den Intensivstationen invasiv beatmet, allerdings starb von ihnen trotz besserer Therapie-Möglichkeiten noch immer rund die Hälfte – genauso viele wie zu Beginn der Pandemie.  

Wir wollen mit zwei der Autoren der Studie über die Erkenntnisse des vergangenen Jahres diskutieren – aber auch anhand realistischer Szenarien auf die kommenden Wochen schauen. Denn neue Prognosen zeigen, dass sich die derzeit steigenden Infektionszahlen auch bei einem deutlich bremsenden Effekt durch die fortschreitende Impfung der Risikogruppen massiv auf den Intensivstationen niederschlagen könnten [II].  

Wie ist die Lage auf den Intensivstationen in Deutschland im Rück- und Ausblick zu bewerten? Wie genau hat sich die Therapie in Krankenhäusern über die Zeit verbessert? Welche Daten gilt es in dem Kontext der stationären Versorgung noch zu beachten? Wie ist die Versorgung auf Intensivstationen in Deutschland mit der in anderen europäischen Ländern zu vergleichen? Welche Entwicklungen erwarten Fachleute für die Intensivstationen bis zum Sommer?  

Diese Fragen – und Ihre! – beantworten Experten bei einem 50-minütigen Press Briefing.

Experten auf dem Podium

     

  • Prof. Dr. Reinhard Busse MPH
    Leiter des Fachgebiets Management im Gesundheitswesen, TU Berlin und Co-Direktor des European Observatory on Health Systems and Policies
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  • Prof. Dr. Christian Karagiannidis
    Geschäftsführender Oberarzt und Leiter des ECMO-Zentrums sowie Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und Intensivmedizin, Klinikum Köln-Merheim und Professur für Extrakorporale Lungenersatzverfahren, Universität Witten/Herdecke und Medizinisch-Wissenschaftlicher Leiter DIVI Intensivregister
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  • Prof. Dr. Andreas Schuppert
    Leiter des Lehrstuhls für Computational Biomedicine am Aachen Institute for Advanced Study in Computational Engineering Science (AICES), Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH), Aachen
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Video-Mitschnitt & Transkript

Ein Transkript finden Sie hier.

Literaturstellen, die vom SMC verwendet wurden

[I] Karagiannidis C et all (2021): Major differences in ICU admissions during the first and second COVID-19 wave in Germany. Reserch Letter. The Lancet Respiratory Medicine.

[II] Schuppert A et al. (03.03.2021): Simulation der Intensivbettenauslastung für COVID-19 in Abhängigkeit von der Infektionsdynamik und dem zu erwartenden Impfeffekt (Das DIVI-Prognosemodell).