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18.05.2018

Ebola: Der Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo – die Informationen im Internet

Anlass

In der Demokratischen Republik Kongo ist Ebola ausgebrochen. Alles wie immer – und alles ganz anders, denn: Einerseits ist es der neunte erkannte Ebola-Ausbruch in dem zentralafrikanischen Land; andererseits ist es die erste Epidemie, bei der auch Ebola-Fälle in einer Stadt, in einer Millionenstadt gar, entdeckt wurden und bei der erstmals ein Impfstoff gegen Ebola eingesetzt werden soll, um die Epidemie einzudämmen. Die Fallzahlen werden ständig aktualisiert; gleichzeitig bleiben einige Fragen vorerst die gleichen.

Dieses Fact Sheet bietet deswegen einen Überblick über einige wichtige und hilfreiche Recherchequellen.

Das Fact Sheet können Sie auch hier als PDF herunterladen.

Übersicht

  • Wem bei Twitter folgen? Accounts für kontinuierliche Updates
  • #DRC oder #RDC? Wichtige Vokabeln auf Englisch und Französisch
  • Was hat es mit dem Impfstoff auf sich? Einige FAQs und Fachartikel
  • Internationaler Gesundheitsnotstand oder nicht? Die Regeln für „PHEIC“
  • Lektionen gelernt? Wie nach den Erfahrungen in Westafrika besser auf Ebola-Ausbrüche reagiert werden könnte
  • Sind wir selbst vorbereitet? Notfallpläne
  • Wie war das noch mal mit Ebola? Fact Sheets und andere grundlegende Informationen
  • Und sonst? Weitere Recherchequellen

Wem bei Twitter folgen?
Accounts für kontinuierliche Updates

Wie sind die aktuellen Fallzahlen? Wer unterstützt gerade wo und wie die Hilfe im Ausbruch? Und welche Neuigkeiten gibt es sonst noch? Die folgenden Twitter-Accounts können Antworten liefern.

  • @DrTedros
    Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus ist Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
  • @PeteSalama
    Dr. Peter Salama ist bei der WHO stellvertretender Generaldirektor für Notfallvorsorge und Notfallantwort.
  • @OlyIlunga
    Dr. Oly Ilunga ist Gesundheitsminister der Demokratischen Republik Kongo und twittert auf Französisch.
  • @MoetiTshidi
    Dr. Matshidiso Moeti ist WHO-Regionaldirektorin für Afrika.
  • @WHO, @WHOAFRO u.a.
    Die Weltgesundheitsorganisation twittert mit mehreren Accounts auf Englisch und Französisch.
  • @MSF, @MSFcongo, @MSF_WestAfrica, @msf_de u.a.
    Ärzte ohne Grenzen twittert über mehrere Accounts auf Deutsch, Englisch und Französisch.
  • @IFRCAfrica
    IFRC Africa ist die Afrika-Abteilung der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung.
  • @ProMED_mail
    ProMED steht für „Program for Monitoring Emerging Diseases”, eine Initiative für digitale Surveillance und Ausbruchserkennung.
  • @healthmap
    Health Map ist ein Tool, mit dem sich in Echtzeit verfolgen lässt, wo auf der Welt neu auftretende Infektionskrankheiten ausgebrochen sind.
  • @reliefweb
    ReliefWeb ist das Informationsportal von OCHA, dem Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten bei den Vereinten Nationen, und bietet u. a. Landkarten.
  • @UN_News_Centre
    United Nations News ist der Multimedia-Nachrichten-Service der Vereinten Nationen.
  • @CIDRAP
    Nachrichten vom Center for Infectious Disease Research and Policy der University of Minnesota.
  • @HelenBranswell
    Helen Branswell ist Wissenschaftsjournalistin bei STAT, berichtet kontinuierlich und hat mitunter exklusive Informationen.
  • @edyong209
    Ed Yong ist Wissenschaftsjournalist bei The Atlantic und vermeidet Alarmismus.
  • @Laurie_Garrett
    Laurie Garrett hat als Journalistin Bücher und Berichte über Ebola-Ausbrüche geschrieben.
  • @MackayIM
    Ian M. Mackay ist Virologe in Australien und kommentiert Ausbrüche von Virus-Erkrankungen.

#DRC oder #RDC?
Wichtige Vokabeln auf Englisch und Französisch

In der Demokratischen Republik Kongo ist die Amtssprache Französisch. Deswegen kann es bei der Recherche sinnvoll und hilfreich sein, lieber einige französische Vokabeln zu benutzen als deutsche oder englische. Außerdem kann es sich lohnen, französische Abkürzungen zusammen mit einem Hashtag bei Twitter zu verwenden; so finden sich zum Beispiel mit a„#DRC #Ebola“ andere Tweets und somit Informationen als mit „#RDC #Ebola“.

  • Ärzte ohne Grenzen
    engl.: Doctors Without Borders
    frz.: Médecins Sans Frontières (MSF)
  • Demokratische Republik Kongo
    engl.: Democratic Republic of Congo (DRC)
    frz.: République démocratique du Congo (RDC)/Congo-Kinshasa
  • Ebola/Ebolafieber
    engl.: Ebola Virus Disease (EVD)
    frz.: maladie à virus Ebola (MVE)
  • Ebola-Behandlungszentrum
    engl.: Ebola Treatment Unit (ETU)
    frz.: Centre de Traitement d’Ebola (CTE)
  • Reaktion (Hilfseinsatz)
    engl.: response
    frz.: riposte
  • Virales Hämorrhagisches Fieber
    engl.: viral hemorrhagic fever (VHF)
    frz.: fièvre hémorragique virale (FHV)
  • Weltgesundheitsorganisation
    engl.: World Health Organization (WHO)
    frz.: Organisation Mondiale de la Santé (OMS)

Was hat es mit dem Impfstoff auf sich?
Einige FAQs und Fachartikel

In der Demokratischen Republik Kongo soll der experimentelle Impfstoff V920 (rVSV-ZEBOV) eingesetzt werden, und zwar im sogenannten Ring-Verfahren, d.h. wenn ein Ebola-Fall bestätigt wird, sollen alle Kontakte und Kontakte von Kontakten geimpft werden (sofern sie einwilligen). Außerdem sollen Helfer wie zum Beispiel die behandelnden Ärzte geimpft werden. Die Impfung ist freiwillig. Der Impfstoff wurde in diversen Studien im Labor, mit Tieren, mit gesunden freiwilligen Versuchsteilnehmern sowie bei der Epidemie in Westafrika getestet. Dabei hat er sich als sicher und als bis zu 100 Prozent wirksam gezeigt. Weitere Impfstoffe sind ebenfalls in der Entwicklung.

Internationaler Gesundheitsnotstand oder nicht?
Die Regeln für „PHEIC“

Wenn eine Krankheit sich international ausbreitet und so eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit anderer Staaten darstellen kann sowie es möglicherweise einer koordinierten internationalen Reaktion bedarf, dann kann die Weltgesundheitsorganisation einen sogenannten Internationalen Gesundheitsnotstand ausrufen (Public Health Emergency of International Concern, PHEIC, ausgesprochen: wie englisch „fake“). Bislang ist dies viermal geschehen: 2009 wegen der Schweinegrippe; 2014 weil sich das Polio-Virus wieder international verbreitet hatte, obwohl die Kinderlähmung bereits fast ausgerottet schien; ebenfalls 2014 wegen des Ebola-Ausbruchs in Westafrika sowie 2016 wegen gehäufter Fälle von Mikrozephalie und Guillain-Barré-Syndrom im Zusammenhang mit einer zeitgleichen Zika-Epidemie in Südamerika. Ob ein Internationaler Gesundheitsnotstand vorliegt oder nicht, berät ein Notfallkomitee mit externen Beratern aus verschiedenen Bereichen; das Komitee kann dann Empfehlungen an den Generaldirektor der WHO aussprechen und dieser daraufhin entscheiden. Die Grundlagen dafür finden sich in den Internationalen Gesundheitsvorschriften von 2005 (International Health Regulations, IHR 2005).

Lektionen gelernt?
Wie nach den Erfahrungen in Westafrika besser auf Ebola-Ausbrüche reagiert werden könnte

Während der Ebola-Epidemie in Westafrika haben sich laut des finalen Ebola-Situationsberichtes der WHO mindestens 28.646 Menschen mit Ebola infiziert, mindestens 11.323 von ihnen sind gestorben. Eine verheerende Statistik. Zum Vergleich: Der größte Ebola-Ausbruch vor jenem in Guinea, Liberia und Sierra Leone war jener in Uganda im Jahr 2000/01 mit 425 Fällen, von denen 224 gestorben sind. In den vergangenen Jahren gab es zahlreiche „lessons learned“. Die wohl wichtigsten finden sich in den folgenden Berichten.

Sind wir selbst vorbereitet?
Notfallpläne

Wie war das noch mal mit Ebola?
Fact Sheets und andere grundlegende Informationen

Diverse Institutionen haben Steckbriefe zu Ebola erstellt. Hier eine Auswahl.

  • Robert Koch-Institut (RKI): Ebolafieber
    • Informationen zu Diagnostik, Prävention und Bekämpfungsmaßnahmen, Therapie, Publikationen mit RKI-Beteiligung und zum Ebola-Ausbruch in Westafrika sowie Links zu Informationen für Bürger, weiteren Informationen
    • auf Deutsch
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Ebola-Fieber
    • auf Deutsch; zum Download auch auf Englisch, Französisch, Russisch, Türkisch, Arabisch
  • Auswärtiges Amt (AA): Aktuelle Informationen zum Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo
    • Informationen für Reisende und Merkblätter für Ärztinnen und Ärzte
    • auf Deutsch, Englisch, Französisch
  • European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC): Ebola and Marburg fevers
    • Rapid Risk Assessments zum aktuellen Ausbruch
    • Informationen zu Ebola im Allgemeinen, Patienten- und Fall-Management sowie Berichte
    • auf Englisch
  • Centers for Disease Control and Prevention (CDC):Ebola (Ebola Virus Disease)
    • Informationen zum Virus, zu Übertragung, Vorbeugung, Symptomen, Diagnose, Behandlung, Ausbrüchen und Ausbruchsvorbereitung
    • auf Englisch
  • World Health Organization (WHO):Fact Sheet Ebola virus disease
    • Informationen zu Übertragung, Symptomen, Diagnose, Behandlung und Impfung, Vorbeugung und Kontrolle, Infektionskontrolle in medizinischen Einrichtungen, WHO-Hilfseinsätzen
    • Links zu aktuellen Pressemitteilungen und anderen Publikationen zu Ebola
    • auf Englisch
  • Institut Pasteur: Fiches maladies – Ebola / Disease Sheets – Ebola
    • Informationen zu Ursachen, Symptomen, Epidemiologie, Behandlung, Forschung am Institut Pasteur in Afrika und in Frankreich
    • auf Französisch und auf Englisch

Und sonst?
Weitere Recherchequellen